Herrlicher Herbst

Ein schöner Sonntag sei gewünscht. Und eine Freude vermittelt, wie schön doch der Herbst ist. Heute bin ich unter einem goldenen Dach aus Ahornblättern durchgegangen, da zeigt sich der Herbst von seiner schönsten Seite.

Ein Dach aus Ahorn ...

Nun sind Gegenlichtbilder nie die besten, aber ein wenig sollen sie die eingefangene Stimmung schon widerspiegeln.

Ein Dach aus Ahorn

Und nicht nur das Dach war aus kanadischem Gold, auch der Boden …

Ein Boden aus Gold

Des Herbstes Farben …
Mehr muss man nicht zu sagen.
Schlecht sie einzufangen
aber wenn man drin ist, empfangen alle Sinne und nicht nur die Augen.

Sachkenntnis unerwünscht?

Auf Welt.de steht manchmal aber auch Quatsch. Genau wie neulich, als in Tagesthemen und Morgenmagazin ein Paar Beine ohne Oberkörper auftauchten. Eine Autorin schusterte eine Story drumrum, die völlig ungetrübt von Hintergrundwissen zu sein scheint – Hintergrundwissen, das allgemein verfügbar ist.

Statt eines bewussten Scherzes oder eines vorgezogenen Halloween-Fests war sicherlich die hochmoderne Technik im neuen ARD-Studio für das mysteriöse Bild verantwortlich.

Schwachsinn, Stumpfsinn, Blödsinn! Da stand einfach nur eine Hose im Studio. Das hat mit Technik nix, aber auch gar nix zu tun. Ich will zwar nicht behaupten, dass man diesen Effekt auch elektronisch hätte herstellen können, aber dies wäre für das tagesschau-Studio eher untypisch. Im heute-Studio („grüne Hölle“), das bis auf den Tisch wirklich virtuell ist und in dem die Moderatoren vor einer grünen Wand agieren, wäre sowas eher denkbar. Das tagesschau-Studio ist keine „grüne Hölle“, das sieht während der Sendung genauso aus, wie es die Zuschauer sehen. Die Hintergrundbilder werden auf eine Leinwand hinter den Sprechern projiziert. Konnte man alles mal lesen, als das Studio in Betrieb ging.

Das sensible ARD-Technik-Equipment sorgt jedoch immer mal wieder für kleine Störungen wie am Sonntagabend.

Das war keine Störung! Das war bewusst so gemacht. Warum auch immer …

Doch sind auch faszinierende Spielereien möglich, um die Intensität einer Nachricht zu erhöhen. So erschien Caren Miosga im August 2014 auf dem Moderatorentisch und hielt eine Laudatio auf den verstorbenen Schauspieler Robin Williams, indem sie die „O Captain! My Captain!“-Filmszene nachstellte.

Lustig. Manchmal ist eine Hose einfach nur eine Hose ist eine Hose. Und Frau Miosga stand wirklich auf dem Tisch. Der ist genauso echt wie sie selber.

Man kann Mysterien auch herbei schreiben, wo gar keine sind. Von Welt.de hätte ich das nicht erwartet. Da gäbe es andere Quellen. Okey, aus dem gleichen Haus …

Kack‘ ich in einen Rachen?

WC-Reiniger, ob mit Ente oder ohne, gibt es ja in den verschiedenen Duftnoten. Meeresbrise und Zitrone sind wohl die verbreitesten, aber auch Orange und Sommerwiese habe ich schon gesehen.

Mein Klo riecht gerade wie der Mund eines Kaugummikauers … „Mint“ steht als Geschmacks …. ähm … Geruchsrichtung auf dem Putzmittel neben meiner Schüssel.

Was es nicht alles gibt…

Tariftreue

Es gibt da ein paar Zusammenhänge, da könnte man sagen, dass ich eine treue Seele bin. Änderungen werden nur durchgesetzt, wenn der äußere Druck zu groß wird. Vermutlich muss ich zum Beispiel bald mein Deo wechseln, da ich es immer seltener im Handel finde.

Meinem Mobilfunkanbieter bin ich auch treu. Im kommenden März werden es 20 Jahre, in denen ich die gleiche Ruf- und vor allem die gleiche Kundennummer habe. Der Tarif hat sich natürlich im Laufe der Zeit geändert, sonst würde ich immer noch 50 DM/Monat und 0,39 bis 1,99 DM/Minute bezahlen. SMS waren anfangs kostenlos. Ach ja, damals.

Nun nervt mich aber seit einigen Tagen ein Call-Center. Im Rahmen des Zusammenschlusses meines Mobilfunkanbieters mit einem anderen (okay, er wurde aufgekauft …) soll ich doch einen neuen Vertrag abschließen. Natürlich ist der neue teurer, beinhaltet aber auch Optionen, die ich nicht brauche.

Lieber neuer Besitzer, beauftrage doch bitte nur Call-Center, die funktionieren, die Ablehnungen auch akzeptieren und sich das dann auch merken. Ansonsten wechsle ich zu einer deiner Discounttöchter. Oder ich nehme meine Nummer und verschwinde ganz. Immerhin gibt es auch noch einen Netzbetreiber, von dem ich noch gar keine SIM-Karte hatte/habe.

Blöder Sponsorvertrag

Ein Neustrelitzer Schulleiter will die Eltern der Schüler der 10. Klasse zwingen, den Kindern ein iPad zu kaufen. Das entnahm ich der Tagespresse. Hat der einen an der Klatsche? (Bei allem Respekt!)

Da hoffe ich mal für ihn, dass er wenigstens Prozente für diese Forderung den Eltern gegenüber von Apple (oder einer entsprechenden Vertriebsfirma) bekommt, ansonsten ist er doch blöd.

Nichts gegen den Einsatz von Tablets im Unterricht. Aber muss es wirklich ein proprietäres System sein? Außerdem fehlt mir immer noch ein durchschlagender Nachweis, dass man mit einem Tablet gut produktiv arbeiten kann. Konsumieren, rezipieren, informieren – alles kein Problem. Aber produktiv arbeiten?

Die Webseite der Kaffeemaschine

Auf dem Deckel meines Kaffeebechers stand „Caution – Contents Hot!“ und bezog sich damit auf den Inhalt des Gefäßes.

Wenn ich mir vorstelle, das Kaffeegetränk käme aus so einem Automaten, der mehrere Heißgetränke auf Knopfdruck anbietet, spricht das zwar nicht unbedingt für meine Geschmack.

Aber ist dieser Automat nicht dann ein Content Management System?

Alt, und nicht bezahlt

Wir schreiben den 28.09.2015, es ist ca. 19 Uhr. DirkNB geht einkaufen. Naja, er fährt. Aber egal. Wer automobil unterweg ist, kann beim Einkaufen mehr Flexibilität walten lassen – zum einen bei der Auswahl des Ladens, zum anderen bei der Menge des Eingekauften.

Da gibt es einen Discounter, der sein Schmuddelimage offensichtlich zu pflegen scheint. Wobei ich nicht unbedingt meine, dass es in den heiligen Konsumhallen schmutzig oder gar dreckig ist. Das will ich nicht sagen oder einschätzen. Ich denke eher an das heillose Durcheinander bei den Waren.

Immerhin liegt das, was in ein Kühlregal gehört, in einem Kühlregal. Und Tiefkühlware liegt in Tiefkühltruhen. Aber dann hört es auch schon auf. Unter dem Schild „Fisch“ findet sich Geflügel in allerlei Variationen, das Frischfleisch erinnert doch eher an Fisch. Und auch in den Kühlregalen bei Aufschnitt, Salaten, Wurst, Speck, Joghurt, Käse & Co. alles durcheinander.

Die Philosophie ist klar. Der Kunde soll sich, wenn er etwas bestimmtes sucht, durch das ganze Sortiment wühlen, bis er es findet und dabei noch ein paar Produkte mehr in den Einkaufskorb packen, die er bei der Suche entdeckt und so zu einem Spontankauf werden. Kann man machen. Aber die Übersicht sollte man schon behalten, zumindest als Filialleiter.

Das Durcheinander hat nämlich einen großen Nachteil. Bratenaufschnitt mit MHD 16.09., fettarme ESL-Bio-Milch mit MHD 19.09. und 26.09. gehören nicht in ein Kühlregal, sondern weit vor dem 28.09. preisgesenkt in Kundenhände oder als caritative Spende zu guten Zwecken. Selbst im größten Chaos muss man den Überblick behalten. Ich weiß, wovon ich rede.

Morgenstund‘ hat Nebel im Baum

Es gibt so Anlässe, die bringen das Leben so ein bisschen durcheinander. Für die einen ist es nur der Tagesablauf, für andere kann es auch mehr sein. Im aktuellen Fall kam aus meiner Sicht nur der Tagesablauf etwas durcheinander, aber man kann es positiv nehmen.

Ein Interessierter betrachtet ein Bild eines Malers, auf dem unter anderem eine rote Sonne über einem Horizont zu sehen ist. Neugierig fragte er den Fachmann, ob das wohl ein Sonnenauf- oder -untergang wäre. Der Experte weiß: „Das muss ein Sonnenuntergang sein. Der Maler steht nie vor dem Mittag auf.“

Nun bin ich kein Maler. Aber es kommt doch eher selten vor, dass ich Sonnenaufgänge erlebe. Einzige Chance ist eigentlich, wenn ich rund um Sommeranfang Urlaub habe, dann könnte ich, bevor ich zu Bett gehe, noch einen Sonnenaufgang erleben. 😉 Das wahre Leben zwingt einem aber doch einen Rhythmus auf, der das zu anderen Zeiten doch unmöglich macht.

Aber ab und an heißt es, mal früh aufzustehen und doch ein wenig Muße zu haben, um sein Umfeld zu erkennen und ggf. aufzunehmen. Und es gibt dann Situationen, wo man doch bedauert, nicht den Fotoapparat eingepackt zu haben.

Schloss Bredenfelde am Morgen

Diese Zufahrt führt zum abgebildeten Gebäude. Alle drei Bilder dieses Triptychon sind quasi vom selben Standort entstanden, inkludieren aber eine Drehung um ca. 90°, genauer von zwei Mal 45°.  Es handelt sich um das Schloss Bredenfelde (bei Stavenhagen, das muss man aus gegebenen Anlass dazu sagen).

Was da zwischen den Koniferen hindurch schimmert, ist eine liebliche Wiese mit genauso lieblichem Brunnen, natürlich zur frühen Stunde noch nicht in Betrieb.

Schloss Bredenfelde - Garten

Stellt sich ggf. noch die Frage, was mich dazu brachte, an einem Sonnabend soooo früh aufzustehen. Der Grund wird Leute, die mich kennen durchaus verwundern: es war ein Frühstück. Allen anderen sei erklärt, dass ich nicht so der Frühstücker bin. Aber wer später schläft und aufsteht, kann ja auch gleich mit dem Mittag anfangen. 😉 Die Bilder entstanden aber noch vor(!) dem Frühstück. Ich hatte meine feinen Sachen ins Auto gebracht. Der müßige Rückweg brachte die Ernüchterung des fehlenden Fotografierapparates und die Herausforderung fürs Handy. Das ist übrigens nicht gescheitert. Es war wirklich etwas neblig …

Nach dem Frühstück fuhr ich nach Hause und der Rest des Tages wurde ein klassischer entspannter Samstag; die angenehme Pflicht wurde am Vortag geleistet, die mich letztendlich dazu verleitete, diesen Morgen in der erfrischenden Luft unserer schönen Landschaft zu verbringen. Trauzeuge ist man ja nicht jeden Tag. Und es war eine schöne Hochzeit und ein rauschendes Fest. Mein Dank geht an alle Beteiligten.

Wer will das eigentlich?

Unter dieser Überschrift kommentierte ich unlängst einen Beitrag unserer hiesigen Lokalzeitung zum Thema „mehr deutsche Musik im Radio“. Da das dortige Diskussionswerk eher etwas unterentwickelt ist, gebe ich meine Gedanken auch hier zur Diskussion frei. Thema des Artikels war eine Anzeige bei der Schweriner Staatsanwaltschaft gegen leitende Personen des NDR-Landesfunkhauses M-V, die die Bürgerinitiative „Für mehr deutsche Musik im Radio“ erstattet hat, um mehr deutsche Musik aller Coleur ins Tagesprogramm von NDR 1 Radio MV zu hieven.

Wenn „von den älteren Menschen nur eine ‚ganz geringe Anzahl die englische Sprache‘ beherrsche“, ist das doch bei 99% aller Musik eher ein Segen denn ein Fluch. Mein Englisch ist bestenfalls rudimentär zu nennen und im Zusammenhang mit Musik bin ich darüber auch sehr glücklich. Unterstelle ich den englischen Texten eine vergleichbare geistige Tiefe wie vielen deutschen, möchte ich diese Texte nicht verstehen. Und genau deswegen mag ich die englische Sprache als Stilmittel in der Musik. Deutsche Texte verstehe ich und das lenkt mich ab, nervt mich und erzwingt ein Abschalten.

Wobei sich diese Äußerung nicht nur auf Herz-Schmerz-Schlager bezieht, sondern auch auf die pseudolyrische deutsche Popmusik. In einem Radioprogramm, das gemeinhin als Nebenbeimedium eine angenehme und ggf. informative Geräuschkulisse erzeugt, sind also verständliche Texte eine Störung. Anders sieht das bei Veranstaltungen, Konzerten, auch Fernseh- und Radiosendungen aus, denen ich wegen der Musik und deren Inhalten beiwohne. Deswegen würde ich aber noch lange nicht aus dem Erfolg zum Beispiel der NDR Sommertour mit deutschen Schlager- und Popgranden oder auch anderer entsprechender Veranstaltungen schließen, dass diese Musik auch mehr im Radio gespielt werden sollte. Das sind die berühmten Äpfel und Birnen, die da miteinander vergleichen werden.

Außerdem könnte ich mir durchaus vorstellen, dass es sich für die Künstler/-innen höchstens indirekt lohnt, mit ihren Titeln im Radio zu laufen. Geld wird mit Auftritten und dem Verkauf von Tonträgern verdient, das Radio sorgt bestenfalls für eine gewisse nützliche Bekanntheit. Und außerdem spielt das Radio sowieso musikalisch nur den „kleinsten gemeinsamen Nenner“, um möglichst breite Massen zu erreichen. Unauffällig dahinplätschernd, damit es die oben erwähnte angenehme Geräuschkulisse ergibt. Aus der ragen dann nur noch die Moderationen als Kontrapunkte hervor. Aber irgendwann bekommen die Macher das auch noch mit …

Snapchat* vs. Journalismus

Da habe ich doch gerade einen Blogartikel gelesen, der Journalisten auflistet, die bei Snapchat sind. Das kann man sicher machen, nur dabei einen Zusammenhang herzustellen, dass Snapchat* irgendwas mit Journalismus zu tun hat, halte ich für ein Gerücht.

Zumindest guter Journalismus widerspricht der Art, die Snapchat* eigen ist. Spontane Livebilder von irgendwelchen Ereignissen sind immer zutiefst subjektiv, zeigen immer nur einen Ausschnitt der Wahrheit und haben demzufolge mit gutem Journalismus wenig gemein. Menschenrechte, Datenschutz u.ä mal ganz außen vor gelassen.

Sicher kann man mit dem Übertragungsweg experimentieren, aber so, wie er sich im Moment darstellt, ist er kein Experimentierfeld, sondern ein Spielzeug.

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*) Text gilt auch für Periscope & Co.