Mein Leben mit G.P. und L. (ein Fortsetzungsroman), 4. Episode

Sie sind schon praktisch, diese kleinen Helferlein, die als „Apps“ auf dem Smartphone vorhanden sind, wenn man es das erste mal anschaltet. Meine eigenen Erfahrungen liegen da nur im Android-Universum, iOS-Nutzende mögen meine Gedanken darüber bitte selbst versuchen, in Analogien zu übersetzen. Ich bin sicher, die gibt es.

Da gibt es den vorinstallierten Kalender, die Notizzettel-App, die Cloud, die man zusammen mit der Mailadresse bekommt. Ist schon praktisch und bequem, damit kriegt man uns leicht. An manchen Sachen kommt man auch nicht wirklich vorbei, da sie zwingend für den Betrieb des Smartphones notwendig scheinen bzw. gemacht wurden. Die Anmeldedaten für das Betriebssystem, dass gleich eine Mailadresse zur Folge hat, und den Webspace in der Cloud, ggf. gleich noch mit einem einfachen Office, dass man auch vom Browser auf einem Rechner aus nutzen kann. Mailprogramm gibt’s natürlich auch dazu. Und wenn man das alles schon mal hat, dann kann man es auch nutzen. Ist ja so schön praktisch und bequem …

Ja, ich nutze noch ein paar Dienst von Google (die stehen ja hinter Android-Handys). Aber es wird immer weniger. Letztes Wochenende habe ich bspw. genutzt, um Google Notes komplett leerzuräumen und auch mein Google Drive, dass ich nur noch über die Weboberfläche bediene, ist weiter geschrumpft. Dokumente haben ihren Weg entweder in meine Nextcloud oder lokal auf den Rechner resp. auf mein heimisches NAS gefunden. Auch die Notizzettel sind in der Nextcloud gelandet, dafür gibt es eine Nextcloud- und eine Handy-App. Super. Mein privater Kalender liegt auch in der Nextcloud und freut sich über Zugriffe von meinem Linux-Thunderbird und meinen beiden Smartphones, dem Klo-Tablet, …

Ohje, er hat zwei Smartphones, höre ich möglicherweise Lesende jetzt denken. Ja, und ich stehe dazu. Das zweite ist erst seit kurzer Zeit bei mir und der nächste Schritt in die datenfreundliche Zukunft. Außerdem, und damit ist die vielzitierte Katze aus dem Sack, heißt das neue G.P. Das Kürzel kommt von Google Pixel. Und wenn jetzt einer denkt: Er palavert die ganze Zeit von Datenschutz und Digitaler Souveränität und Unabhängigkeit und kauft dann ein Google-Handy. Das klingt wie ein Widerspruch in sich und mir ist das durchaus bewusst. Kundige Mitlesende ahnen natürlich längst, wo der Weg hinführt: Es ist ein wenig ein Witz der (Technologie-)Geschichte, dass es ausgerechnet ein Google-Handy braucht, um mittels Betriebssystemaustauschs ein datensicheres Smartphone zu erhalten. Die Hardware ist die einzige, die bestimmte Eigenschaften aufweist, die das zum einen ermöglicht und zum anderen sicher macht. Man muss sich eben nur die Mühe machen, um das installierte „Android“-System rauszuschmeißen und dann „GrapheneOS“ drüber zu bügeln. Wobei, dass „rausschmeißen“ darf man, glaub ich, nicht wörtlich nehmen, es versteckt sich sicher noch irgendwo auf dem Gerät, aber es läuft eben nicht, sondern GrapheneOS. Mittels einer Anleitung und der entsprechenden Webseite habe ich das „Drüberbügeln“ hinbekommen und bin ganz stolz auf mich. Ich habe zwar noch ein paar Fragen, aber im Grunde läuft’s und auch ich nutze es auch schon aktiv. Schwerpunkt ist im Moment nur, die Apps eine nach der anderen vom alten Smartphone aufs neue zu transferieren. Oder auf sie zu verzichten.

Bei der App-Auswahl bin ich im Moment noch ziemlich konsequent und habe auf G.P. noch nie den Playstore benutzt. Ich habe vor, dabei auch zu bleiben. Der GrapheneOS App Store ist eher übersichtlich im Angebot, aber es gibt ja neben dem direkten Download von Apps auch noch F-Droid. Lustigerweise kann man F-Droid (als alternativen AppStore) vom Playstore installieren. Das habe ich auf dem alten Smartphone schon vor Jahren gemacht (und nutze ihn auch dort schon). Man bekommt die Installationsdatei aber auch direkt von der Webseite von F-Droid herunterladen und dann installieren. Funktioniert super. Die Nextclouds-Apps (Kalender, Notizen u.a.) gibt es da genauso wie einiges andere. Aber eben auch nicht alles. Was mich ein wenig verwunderte, war, dass es die Signal-App dort nicht gibt. Aber für die gibt es auch eine Webseite und etwas versteckt eine Installationsdatei zum Downloaden … 😉 Da mein Router zu Hause als eine VPN-Funktion WireGuard anbietet, suchte ich natürlich auch eine App, F-Droid hatte da leider auch wieder nix, aber auf der Webseite von WireGuard wurde ich wieder fündig. Also auch gelöst.

Apropos WireGuard im Router zu Hause. Beim Thema VPN muss man wohl ein wenig differenzieren, da die Kontexte, was darunter verstanden wird, doch unterschiedlich sein können. Grundsätzlich (ich versuch’s wieder mit eigenen Worten) stellt man mit VPN eine verschlüsselte Verbindung zwischen A und B her. Oft ist A der eigene Rechner und B irgendein Server eines Anbieters irgendwo auf der Welt, und man hat seinen Standort und so einiges weiteres verschleiert. Bei WireGuard, so wie ich es nutze, ist A mein Handy und B mein Router zu Hause. Da kann man sich natürlich fragen, was das soll, aber der Grund ist einfach. Zum einen könnte ich über den verschlüsselten Weg von meinem Handy auch von unterwegs auf mein heimisches NAS zugreifen, zum anderen löst es ein anderes Problem. Stichwort „öffentliches WLAN“. Wer das nutzt, sollte eigentlich immer auch VPN an Bord haben (und natürlich auch bei der Nutzung eingeschaltet). Man weiß schließlich nie, wer da ggf. den Datenverkehr mitschneidet. Da ist so eine Verschlüsselung übers öffentliche WLAN schon ganz praktisch.

Übrigens ist nicht alles eitel Sonnenschein. Zum einen regnet es gerade draußen, als ich diese Worte niederschreibe, zum anderen ist auch die Sonne längst untergegangen. Aber auch G.P. hat seine Fehler. Das lasse ich jetzt aber mal als Cliffhanger so stehen.

Mein Leben mit G.P. und L. (ein Fortsetzungsroman), 3. Episode

Linux begeistert mich immer noch. Allerdings spielt dabei vermutlich eine Rolle, dass ich kein Gamer bin. Mit dem großen Bereich der Nutzung von Rechentechnik bin ich außen vor, über Solitär, Majong und irgendein Bubble-abschießen auf dem Smartphone und/oder Tablet bin ich bisher nicht hinaus gekommen. Mehr ist nicht. Ab und an habe ich mal entsprechende Beiträge im TV über Games verfolgt (als es die noch gab), aber gepackt hatte es mich nicht. Wobei, ein Spiel, dass ich dort sah, hatte doch ein wenig mein Interesse … entzündet wäre zu groß für die Beschreibung. Angewärmt vielleicht. Meine damalige Rückfrage von kundigen Menschen in meiner Umgebung bestätigten meine Vermutung, dass mein PC (es gab wohl eine Version dafür) gerade so nicht ausreicht, um das Spiel flüssig zu spielen. Für’s Aufrüsten reichte mein Interesse dann aber auch wieder nicht, und: Welches Spiel es war, kann ich auch nicht mehr sage. Also Punkt. Strich drunter. Haken dran.

Seit einigen Jahren betreibe ich neben diesem Blog auch noch ein paar andere, nicht unbedingt als Blogs, aber auch auf Basis eines CMS, dass auch gut für Blogs ist. Das alles läuft auf einer eigenen „Instanz“ im Netz, soll heißen, ich habe mir ein „Webpack“ bei einem entsprechenden Anbieter gemietet, der die technische Basis für die Blogs zur Verfügung stellt. Das ist (aus meiner Sicht) kein eigener Server im Internet, aber ein Stückchen davon. Ich teile mir also mit einigen anderen, mir unbekannte Menschen, die Möglichkeiten dieses Servers, ohne selbst an das System zu kommen. Was vermutlich auch gut so ist, da kann ich wenigstens nichts kaputt machen. Aber, und das ist der wichtige Punkt in dieser Ausführung, in diesem Webpack kann man nicht nur Webseiten betreiben und veröffentlichen. Als Fan von RSS betreibe ich darauf einen Online-Feed-Reader, der mich mit allerlei Informationen versorgt und mein entsprechendes nutzendes Treiben sehr unterstützt. Einiges von dem, was ich so in meiner Freizeit treibe, ginge ohne das Instrument RSS + Reader nicht so wie gewohnt, wenn überhaupt. Oder nur sehr viel aufwendiger.

Aber – um endlich zum Kern zu kommen – das Webpack reicht auch aus, um eine „Nextcloud“ zu betreiben, mein eigenes kleines Wölkchen. Große Sprünge kann ich auf Grund des Webpacks als Basis nicht machen. Zum (kleinen) Office reicht es wohl nicht, da braucht man mehr Kapazitäten. In den letzten Wochen erstaunte es mich aber dann doch, was selbst auf der Basis so alles funktioniert. Dabei stellt sich die Frage, was man alles damit machen kann, denn eine Nextcloud ist mehr als nur für Dateiaustausch gut. Aber dafür eben auch. Bilder, die ich mit dem Smartphone mache, landen automatisch in der Cloud, die Datensicherung der Kontakte vom Handy auch. Dateien, die ich sowohl am Rechner als auch mobil brauche, liegen ebenfalls dort, und über gemeinsam genutzte Ordner mit der dienstlichen Nextcloud (ja, mein Arbeitgeber betreibt auch eine) kann ich mir größere Datenmengen einfach von zu Hause ins Büro schicken und umgekehrt.

Natürlich kann man für diese Aufgaben auch andere Clouds nutzen. In manchen Betriebssystemen sind welche quasi integriert, es gibt aber auch viele andere Anbieter und spätestens bei den beiden Hauptbetriebssystemen von Smartphones gehört auch immer sowas dazu. ABER: Das Vertrauen in die Datensicherung und Datenschutz bei den einschlägigen Anbietern ist in der letzten Zeit doch recht erschüttert. Viele von Ihnen wollen die Daten, die ihnen zur Aufbewahrung anvertraut werden, auswerten, lesen, zu Profilen formen und die gewonnenen Erkenntnisse im besten Fall nur verkaufen. ABER 2.0: Man kann den Abstand zu diesen Firmen vergrößern, den Datenfluss langsam aber stetig minimieren. Ihn ganz auf Null runter zu bringen ist bei gleichzeitiger Nutzung von Rechentechnik wohl unmöglich. Und wer möchte schon auf die Vorteile gerade auch mobiler Geräte verzichten?

Strategien für dieses Weg sind einschlägig verfügbar. Eine schöne Zusammenfassung auf dem Weg zur „Digitalen Unabhängigkeit“, wie das Ziel genannt wird, findet man bei der Initiative DI.DAY (oder auch DUT – Digitaler Unabhängigkeitstag). Jeden ersten Sonntag im Monat kann man als Anlass nehmen, sich von einem der Datensauger zu befreien. Mein Umstieg auf Linux gehört für mich genauso dazu wie die Verabschiedung von Threads, WhatsApp, Facebook, GoogleKalender (zu 95%), GoogleNotes (zu 95%), GoogleDrive (zu 95%) u.a. Für vieles gibt es ernstzunehmende Alternativen und teilweise zieht man dann auch seine Umgebung mit in die richtige Richtung … Manchmal muss man etwas suchen, bis man eine passende Lösung für konkrete Anwendungen findet (deswegen auch u.a. die 95%). Aber wenn man ein Ziel vor Augen hat und sich immer mal wieder (auch zwischen den 1. Sonntagen im Monat) damit befasst, kommt man Schritt für Schritt vorwärts.

Was die 95%er mit meiner Nextcloud zu tun haben, und wer eigentlich G.P. ist – eine der Fragen die auch noch nicht beantwortet wurden – könnt ihr dann in der nächsten Episode lesen. Oder in der übernächsten. 😉

Mein Leben mit G.P. und L. (ein Fortsetzungsroman), 2. Episode

Linux sollte es also werden. Nur welches? Es gibt da ja einige. Und gerade für Windows-Umsteiger werden einige Empfehlungen geboten. Linux Mint zum Beispiel, oder Linux Zorin. Mint kannte ich von Versuchen auf Arbeit und war nur so semi-begeistert. Das kann daran liegen, dass ich es „nur“ als Virtuelle Maschine betrieb. Zorin habe ich mal auf einem abgelegten Rechner ausprobiert und es war mir zu windows-nah. Office, OneDrive und die anderen mehr oder weniger Bekannten tauchten da wieder auf. Das wollte ich aber auch nicht. Immerhin hatte sich mittlerweile zur Wechselidee noch ein zweiter Gedanke dazugesellt: Digitale Unabhängigkeit. Da sah mir Zorin doch zu windowsähnlich aus. 😉 Was also tun? Man könnte ja mal eine KI befragen …

Das habe ich dann getan. Ich fragte nach der besten Linux Distribution. Die Antwort überraschte mich mit einem Namen, der mit bis zu dem Zeitpunkt noch nicht untergekommen war. Sollte es einen hidden champion geben? Zweitmeinung habe ich nicht eingeholt und das System mal auf einem abgelegten Rechner ausprobiert. Jetzt bin ich MX-Linux-Fan. Bevor ihr Euch aber auch gleich alle das System holt, sei angemerkt, dass ich doch nicht ein ganz reiner Fan bin. „Ein Fan ist jemand, der nur eine Sorte Pflaumen ist, auch wenn sie madig sind“, hat mal jemand gesagt. Und 2 Maden habe ich schon gefunden, eine ganz kleine und eine riesengroße.

Die kleine ist schnell beschrieben. Will man von einem geöffneten Fenster die Größe ändern und versucht, den Rand zu erfassen, ist der Bereich, wo man das tun kann, sehr schmal. Sehr, sehr schmal. Sollte ein Linuxkundiger wissen, ob und wie man das ändern kann (ohne Linuxwechsel), bitte kommentieren!!! Bisher fand ich noch nix. Als latentem Grobmotoriker erschwert einem das doch ein wenig die Freude an der Bedienung.

Die große Made hat sogar einen Namen und heißt Debian. Das folgende beschreib‘ ich mal mit meinen Worten, wie ich es verstanden habe. Neben Ubuntu u.a. ist Debian eine der weit verbreiteten Basisdistributionen von Linux. Zwischen den beiden gibt es neben vielen anderem einen entscheidenden Unterschied. Während man Ubuntu so nach und nach immer weiter aktualisieren kann, auch über große Updates hinweg, funktioniert das bei Debian nicht. Natürlich bekommt Debian auch Updates, und das System läuft super. Aber die großen Versionssprünge macht es nicht mit. Als ich einstieg, war MX 23.x aktuell, das x ist mittlerweile auch gestiegen. Aber es kam unlängst MX 25.x heraus, das basierende Debian hat einen großen Versionsprung gemacht, was aber „offiziell“ einer Neuinstallation gleich kommt. Es gibt zwar inoffizielle Wege, ich habe da mal eine Beschreibung überflogen, aber da kann man auch neu installieren. 😉

„Mein“ 23.x wird zwar noch einige Jahre gepflegt, bekommt Updates u.a., aber das 25.x sieht auch schick aus. Da möchte man schon gern hin. Aber ein einfaches Update gibt es (noch) nicht. Stellt sich die Frage, was tun? Es gibt Ideen, aber dazu müssen wir uns mal mit dem Umfeld befassen.

Das Umfeld

So ein Rechner steht nicht allein rum. Zumindest gibt es eine Anbindung ans Internet. Man hat Maus, Tastatur, Monitor und vielleicht noch etwas Peripherie. In die sollte man bei einem Systemwechsel, aber nicht nur deswegen, ein wenig investieren. Einen Gedanken, den ich eigentlich schon verfolge, seitdem ich PCs besitze, hat sich in diesem Zusammenhang bewährt und vom „im Rechner“ nach „am Rechner“ verlagert. Ich hatte immer mehrere Festplatten im Rechner. Nicht eine Platte mit mehreren Partitionen, sondern wirklich mehrere physische Platten, teilweise allerdings auch noch partitioniert in dann mehrere logische Laufwerke. Die Idee dahinter war, eine Festplatte für das Betriebssystem, eine für die Programme und eine für die Daten. Die Trennung von Betriebssystem und Programmen ließ sich unter Windows nicht immer durchsetzen, aber das war dann irgendwann auch in Ordnung. Bei einem Systemwechsel hätten die Programme sowieso neu installiert werden müssen. Systemupdates haben sie durchgehalten (der Übergang von Win10 auf Win11 hat’s gezeigt). Aber die mit den Programmen erzeugten und bearbeiteten Dateien lagen nie auf der gleichen Platte wie Windows und Programme, der Ordner „Eigene Dateien“ (als Windowsstandard für die Daten) blieb verwaist.

Nun ist ein Wechsel von Windows auf Linux größer als so ein normales Windowsupdate, auch, wenn sich der Windowsnamen dabei ändert. Was also tun mit den Daten, die sollten ja erhalten bleiben. Für mich die sinnvollste Lösung heißt NAS. Der Vorteil von entsprechenden Lösungen ist, dass damit die Daten von allen Geräten, die im heimischen Netzwerk sind, gelesen und ggf. auch bearbeitet werden können. Außerdem können NAS so eingerichtet werden, dass die Datensicherheit erhöht ist. Idealerweise nutzt man Geräte mit mind. 2 Festplatten, die sich gegenseitig absichern. Fällt die eine aus, sind die Daten noch auf der 2. Fällt im PC die Datenfestplatte aus, sind die Daten weg. Und ja: Ich weiß, es gibt mittlerweile auch schon in PCs entsprechende Systeme, die mehrere Festplatten zusammenfassen und die Daten damit sichern. Ich vermeide gerade das Stichwort RAID. Sei’s drum. Von meinem Windows PC wurden so nach und nach die Daten aufs NAS ausgelagert, bis er praktisch bis auf das Betriebssystem und das Mailprogramm leer war. Letzterem muss ich irgendwann mal ein eigenes Kapitel widmen.

Nun war mein Plan, Linux „neben“ Windows auf diesem Rechner zu installieren. Grundsätzlich geht das, man kann dann beim Starten über einen „Bootmanager“ entscheiden, welches der Systeme hoch fährt. Das wollte ich aber nicht. Man kann alternativ die Startfestplatte, also die Platte, wo beim Start des Rechners das Betriebssystem her kommt, im BIOS auswählen. Das ist zwar per se aufwendiger als der Bootmanager, aber wenn man nicht ständig hin und her switcht, ist es m.E. die endgültigere Lösung. Windows sollte also auf dem alten C: bleiben, Linux auf eine der anderen Festplatten. Habe ich auf Arbeit schon bei einigen Rechnern so gemacht, ich wusste also, wie es geht. Grundsätzlich. Allein: Mein Rechner weigerte sich. Aus mir nicht erkennbarem Grund ließen sich die anderen Festplatten nicht als Startfestplatten einstellen. Ging nicht. Watt nu???

Die Lösung hieß „Mini-PC“. Die gibts teilweise für relativ günstig, wenn man aber doch ein wenig auf „innere Werte“ achtet, springt der Preis auch mal gern nach oben. Günstiger als ein „richtiger“ PC sind sie aber meist doch. Und wenn man dann einen ohne Betriebssystem kauft, spart man auch noch. Auf dieses jungfräuliche Gerät habe ich dann MX-Linux gespielt, es in mein heimisches Netzwerk eingebunden und dann die Daten aus dem unter Windows genutzten Mailprogramm ins Linux-Universum via NAS portiert. Das funktionierte sehr gut, was im wesentlichen daran lag, dass ich auch schon unter Windows seit Ewigkeiten Thunderbird nutzte. So nach und nach suchte ich mir meine Programme für die tägliche Arbeit zusammen und nutze mittlerweile für das heimische Büro zu 99% den Mini-PC mit MX-Linux. Den großen alten Win10-PC halte ich momentan im wesentlichen über Windows Update aktuell, aber wirklich brauchen tue ich ihn nicht mehr. Der schon mal erwähnte Laptop mit Win11 wird eigentlich auch nur für eine, wenn auch nicht kleine Aufgabe genutzt: Wenn ich mit meiner Dienstsoftware lokal zu Hause arbeiten muss. Es gibt ein paar Aspekte, die remote nicht oder nur unschön und fehleranfällig funktionieren, dafür ist der dann da. Und die Dienstsoftware gibt’s eben nur unter Windows, und sie funktioniert auch nur per VPN, also mit Anbindung ans Dienstnetzwerk. Falls einer fragt. Aber 80% der Arbeiten, die ich damit mache, mache ich nicht auf dem Läppi, sondern remote auf einer VM am Dienstort. Und das vom Linux-Mini-PC aus. Funktioniert super.

Umfeld-Fazit: Es lohnt sich (unabhängig, ob man so einen Umstieg macht oder nicht) eigentlich immer, ein NAS im Haus zu haben. Die Daten sind sicherer und bspw. Mediendaten lassen sich dann auch vom Fernseher oder Tablet oder Smartphone im WLAN abspielen. Diese Geräte können ihre Datensicherung in Richtung NAS machen, aber da gibt es auch noch eine andere Lösung, die ich hier mal als NC bezeichnen möchte. Kundige Menschen werden wissen, was ich meine, die anderen müssen leider bis zu einer der nächsten Folgen ausharren.

Mein Leben mit G.P. und L. (ein Fortsetzungsroman), 1. Episode

Es war einmal in alter Zeit … naja, so lange war’s auch nicht her. Irgendwann Mitte 2025, um genau zu sein. Wobei, der eigentliche Stichtag war der 14. Oktober 2025. Sozusagen der Auslöser, der dann aber schon mit ein wenig Vorlauf wirkte. Große Ereignisse müssen gut vorbereitet sein. Und so ein Blogbeitrag auch. Mir schwirren gerade eine Menge Gedankenfetzen durch den Kopf, die ich hier in diese kleine Reihe gießen möchte, aber so halbwegs strukturiert und nachvollziehbar sollte es sein. Fangen wir also am Anfang an, irgendwann vor dem Stichtag.

Früher™

Aufgewachsen bin ich mit Windows, wobei, angefangen hat es – um es genau zu machen – eigentlich mit DOS. Ja, ich bin alt. Meine Diplomarbeit (um mal beim Urschleim anzufangen) mit dem Titel „Analog-Digital- und Digital-Analog-Wandler für den KC85/1“ (sinngemäß) schrieb ich 1989 auf einem 286er PC in Word 5.5. Die Konstellation lässt vermuten, dass es eine Arbeit für die Schublade geworden ist. Angefangen hatte ich aber schon 1988 und mit der Grenzöffnung kam eben auch so ein PC mit MS-DOS und Word 5.5 an den Ort, wo ich gerade mein erstes und einziges Mal eine doppelseitige Platine für diesen Wandler geätzt hatte. Leiterbahnen handgemalt! Ein wenig schade, dass es davon keine Fotos gab und das Gerät natürlich an der Uni blieb. In der Erinnerung ein Kunstwerk. 😉

Nach Abschluss, Praktikum und Referendariat wurde ich nach kurzer Arbeitslosigkeit Dozent in einer Umschulungsfirma und gab da einen Kurs, der die Teilnehmenden an den PC heranführte. Der Schnupperkurs lehrte u.a. DOS, ein Office-Paket namens Framework und eine Finanzbuchhaltungssoftware, deren Namen mit entfiel. Drei Monate. Von Windows war nur wenig zu sehen, eher so als Programm für eine grafische Oberfläche von DOS, die Programme brauchten es allesamt nicht. Anekdote am Rande: Als ich mich arbeitslos meldete, schickte mich das Arbeitsamt zu einem Bildungsträger, wo ich einen Computergrundkurs belegen sollte. Da kam dann aber der Dozentenjob dazwischen. Jahre später ging mir auf, dass ich dort eigentlich den kurz bekommen sollte, den ich dann selbst gab. Passiert. Da „meine“ Umschulungsfirma auch mit Rechentechnik handelte, kam bei mir privat auch der erste PC ins Haus. Das war dann wohl ein 386er mit Windows 3.11 und einem Faxmodem. 9600 Baud. Von Internet war noch nicht wirklich die Rede, das Kommunikationsmedium seinerzeit hieß „Mailbox“, die dann u.a. über das FIDONET (?) miteinander verbunden waren. Am 11.11.1994 verband sich mein Rechner das erste mal mit einer Mailbox, was nachfolgend die größte Telefonrechnung meines Lebens auslöste. 😉 Die Modems wurden schneller, irgendwann kamen ISDN und DSL, Pentium und Windows 95, 98SE, 7, XP und 10. Die nachfolgenden Jobs verbanden mich auch immer fester mit der Rechentechnik – heute geht nix mehr ohne. Unter den Kollegen bin ich Nerd vom Dienst, unter meinen Nerdfreunden  eigentlich der unnerdigste. Was man denn auch immer unter „Nerd“ versteht …

Heute

Mein (bisher) letzter PC ist zwar auch schon ein wenig in die Tage gekommen, läuft aber noch super. Er hat eigentlich nur einen Makel: Er ist nicht Windows-11-tauglich. Nun hab ich auf Arbeit unzählige (>12) Win10 auf Win11 geupdatet, upgedatet oder wie es auch immer heißt. Mein eigener wollte nicht. Da er aber noch so gut läuft, kam für mir ein Neukauf nicht in Frage, zumal ich einen Laptop mit Win11 parallel mein eigen nenne. So kam ich – auch für den privaten Bereich – mit Linux in Kontakt. Ein wenig experimentiert hatte ich früher schon, aber die Hardware, die ich dafür nutzte, weigerte sich – vermutlich teilweise durch falsche Bedienung oder Sperren, die erst überwunden werden mussten.

Da es jetzt aber ernst werden sollte, musste ein Plan oder sowas ähnliches her. Ein technisches Konzept. Eine Idee, wie man seinen Datenkram zu Hause zukunfts- und datensicher organisiert. Und das möglichst umfassend, ggf. mit Einbeziehung von Handys, Tablets und was sonst noch so alles rumschwirrte. Der 14.10.2025 kam näher, das Supportende von Windows 10. Der Stichtag drohte am Horizont. Die Geschichte zeigte, dass Microsoft ein Herz für Windows 10-Anhänger hatte (mal sehr wohlwollend formuliert), es gab irgendwann eine Gnadenfrist, eine Supportverlängerung, bei der ich gerade nicht weiß, wann die ausläuft. Der 14.10.2026 – ursprünglich angedacht – ist es wohl auch schon nicht mehr. Als die Info aber kam, war ich mit meinen Vorbereitungen für den Systemwechsel schon so weit, dass ein Zurück oder Verharren nicht mehr sinnvoll waren. Ich wechselte zu Linux und bin bis heute glücklich damit.

Womit dann das „L.“ in der Überschrift grundsätzlich aufgelöst ist. Details dazu und wer G.P. ist, erfahrt ihr in der nächsten Folge dieser losen Reihe.

Wahlwerbung 2026 – emotional

Es ist doch schön, wenn man noch mal so richtig emotional werden kann. Beim Thema Wahlwerbung ist es meist keine positive Emotion, was in der Natur der Sache liegt. Ich erlebe mich erschreckend schnell auf 180 – aber wie kann man auch einen solchen Blödsinn auf ein Wahlplakat schreiben. Bei den Namen, die auch drauf stehen, wundert es mich allerdings auch wieder nicht. Schrecklich.

Aber beginnen wir mit einer Offenlegung: Meine Wahlentscheidung steht, meinetwegen könnten wir uns den ganzen Wahlkampf sparen. Zugegeben: Unumstößlich ist meine Entscheidung nicht, deswegen meide ich aktuelle politische Informationen und Wahlkampfauftritte, die Gefahr, dass ich von meiner Entscheidung weg getrieben werde, ist latent vorhanden. Die Auswahl traf ich eher aus grundsätzlichen Erwägungen und nicht auf Basis irgendwelcher Aktualitäten, weswegen ich mich davon auch fern halte.

Da gibt es also eine Gruppe von Menschen, die offenbar die Steuern abschaffen will. Zumindest habe ich ihren Spruch genau so verstanden. Wenn man nicht weiter drüber nachdenkt und dabei seinen Gehaltszettel oder die Steuerbescheinigung in der Hand hält, vielleicht eine berechtigte Forderung. Setzt man aber doch mal ein bisschen Hirn ein, merkt man schnell, wie schwachsinnig diese Forderung ist.

Steuern abschaffen heißt eben auch, alles, was aus Steuern bezahlt wird, abschaffen oder anderweitig direkt vom Bürger finanzieren. Die nachfolgende Liste ist definitiv unvollständig:

  • Rentenzahlungen stammen z.T. aus Steuermittel, also gibt’s mehr Altersarmut
  • Straßen privat finanzieren, Maut für alle
  • Grenzschutz und Bundeswehr weg
  • Polizei, Staatsanwaltschaft, Gerichte weg
  • Abgeordnetendiäten und Aufwandsentschädigungen weg
  • Bildung, Kultur
  • Wissenschaft
  • Ausbildung zum großen Teil
  • Feuerwehr weg
  • Öffentliche Verwaltung weg
  • Öffentliche Ordnung weg

Alles finanziert durch Raubzüge???

Nochmal abnehmen

Lange nix mehr hier geschrieben. Sorry. Aber vielleicht ist es auch ganz gut so. Und dann stelle ich noch gleich fest, dass ich über das, worüber ich gerade schreiben möchte, gerade erst als letztes geschrieben habe. Sorry für die Redundanz. Aber den nachfolgenden Text habe ich – fast so – gerade einem Fernsehsender geschickt. Vermutlich wird die Wirkung verpuffen, deswegen seien die Gedanken hier nochmal dokumentiert.

Vorhin wurde ich mit einem Programmhinweis für den kommenden Dienstagabend betrailert, der das Thema Abnehmspritzen betrifft. Am 14.07. um 21 Uhr läuft auf ARD alpha ein Beitrag aus dem Jahr 2024, den ich anderswo bereits schon sah. Er ist auch in der Mediathek verfügbar. Nebenbei verstärkt das Filmchen meine Aversion gegen „Dokus“, in der sich der/die Erstellende in den Mittelpunkt der Handlung stellt. Aber es soll ja um die „Abnehmspritzen“ gehen.

Das Thema beschäftigt mich als Betroffener. Leider finde ich, dass die Wirkung des Medikaments in den meisten Dokus darüber, die ich gesehen habe, glorifiziert wird (oder es wird von glorifizierten Annahmen über die Wirkung ausgegangen). Es wäre mal ganz schön, wenn die Spritzen mal richtig dargestellt werden.

Der Wirkstoff hilft primär Diabetikern, ihre „inneren Werte“ in Ordnung zu halten. Durch eine „Nebenwirkung“, die leider auch von den Herstellern als Hauptwirkung dargestellt wird*, nimmt man auch damit ab. Aber: Man nimmt nicht einfach durch das Medikament ab, sondern durch die Regulierung/Bremsung der Verdauung und damit verbunden des Appetits.

Wenn man es richtig betrachtet, ist die Therapie mit den Abnehmspritzen eine medikamentös unterstützte FDH-Diät – mit allen Folgen, die diese Betrachtung hat, inklusive des Jojo-Effekts beim Beenden der Therapie. Ein Gedanke, der leider immer untergeht.

Andererseits sind die beschriebenen Nebenwirkungen (Übelkeit etc.) eigentlich keine echte Nebenwirkungen. Hier könnte man einen Vergleich mit „Fieber“ anstrengen, der ein wenig hinkt. Aber: Fieber ist ja i.Allg. auch keine Krankheit, sondern die Reaktion des Körpers auf „Ungezieferbefall“. Mit der Erhöhung der Körpertemperatur versucht er, die Infektion einzudämmen, in der Hoffnung, dass die Plagegeister die Temperatur nur aushalten. Ähnlich ist es mit den Nebenwirkungen der Abnehmspritzen. Wenn die anfangen zu wirken, man selber aber weiter so ist wie bisher, überfrisst man sich einfach und es wird einem übel.

Außerdem wird ein Thema auch gern ausgeklammert: Die begrenzte Wirksamkeit der Abnehmspritzen zum Abnehmen. Nun könnte man meinen, dass die 20 kg, die ich mithilfe des Medikaments abgenommen habe, doch ganz gut sind, aber seit vielen Monaten befinde ich mich auf einer Plateau-Phase. Meine Blutwerte werden in Ordnung gehalten, aber das Gewicht bleibt da, wo es ist. Nicht ganz ohne Ansage: Mehr als 10-15% kann man eben mit den Abnehmspritzen nicht abnehmen. Dann ist Feierabend, wenn man nicht auf andere Arten (Klassiker: mehr bewegen, besser essen) unterstützend eingreift. Und ohne diese Änderungen wird es auch kein Erhalt des Gewichts nach dem Absetzen des Medikaments geben. Fakt.

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*) Ich nenne das gern den Viagra-Effekt. Eigentlich war das Medikament auch für ein völlig anderes Krankheitsbild da, bis eine der „Nebenwirkungen“ zur „Hauptwirkung“ hochstilisiert wird.

Die Wahrheit über die „Abnehmspritze“

Dieser Tage las ich mal wieder ein paar Artikel (s.u.) über die sogenannte Abnehmspritze. Ursprünglich (und immer noch) als Medikament für Diabetiker gedacht, um die „inneren Werte“ in die Norm zu bringen, wurde eine Nebenwirkung zur Hauptwirkung hochstilisiert: Pfunde können Purzeln. Ähnliches ist den Pharmazeuten ja schon öfters passiert. Ein ursprünglich zur Blutdruckregulierung gedachtes Medikament wird heute auch eher für andere Anwendungen verabreicht, gemeint ist natürlich das „Lifestylemedikament“ Viagra. Dieses Label haben die Wirkstoffe in den beiden „Abnehmspritzen“ auch bereits bekommen, meist zu Lasten der Menschen, die diese Stoffe wirklich benötigen, weil sie ihnen wirklich helfen könnten.

Thema aktuell: Wenn man die Abnehmspritze absetzt, nimmt man wieder zu. Und das wird als großes Erstaunen verkauft, zumindest in den Schlagzeilen und Anrisstexten. Wenn man natürlich ein wenig recherchieren würde und die Wirkungsweise erklärt bekommt, dann vergeht einem der Überraschungseffekt und natürlich auch die Schlagzeile. Nungut, vielleicht auch deswegen wird’s dann auch nicht gemacht.

Dass man nach dem Absetzen der Abnehmspritzen früher oder später wieder zunimmt, ist keine Überraschung! Weil das Abnehmen durch die Spritzen genauso funktioniert wie bei jeder anderen Diät auch, nach deren Ende ganz genauso das Gewicht immer wieder nach oben geht. Dazu braucht man noch nicht mal den genauen Wirkmechanismus zu kennen, es reicht die populärwissenschaftliche Version: Die Stoffe verlangsamen die Verdauung, der Patient hat weniger Hunger/Appetit und isst demzufolge weniger. Eigentlich ist es eine wirkstoffinduzierte FDH-Diät. Wobei die „Hälfte“ durchaus eine große Schwankungsbreite haben kann.

Die Folgen des Absetzens der Spritzen sind klar. Man geht vom FDH wieder in die alten Ernährungsgewohnheiten mit den meist zahlreichen Fehlern über und nimmt automatisch wieder zu. Die Spritzen ändern schließlich nichts im Menschen. Sie manipulieren (wie viele andere Behandlungsmethoden) nur an den Symptomen herum, ohne die Ursachen zu bekämpfen. So ist es eben überhaupt nicht verwunderlich, dass man nach dem Absetzen der Spritzen wieder zunimmt. Auch wenn sich selbst – sich als Qualitätsmedien generierende – Angebote immer wieder darüber überrascht zeigen: ES IST NICHT ÜBERRASCHEND!

Offenlegung: Ich bin weder Arzt noch Pharmazeut. Ich bin „nur“ Anwender einer der Sorten Abnehmspritze seit einigen Jahren aus gesundheitlichen Gründen.

https://www.spektrum.de/news/uebergewicht-kilos-kommen-ohne-abnehmspritzen-schnell-wieder/2313452

DLF Nova:

https://www.krone.at/4067002

https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/abnehmspritzen-absetzen-folgen-gewicht-li.3447619

https://www.spiegel.de/wissenschaft/abnehmspritze-abgesetzt-nach-einem-jahr-sind-60-prozent-der-kilos-wieder-drauf-a-9694050b-eac9-439a-b9f2-8e6a7336b59d

https://science.orf.at/stories/3234475/

https://www.stern.de/panorama/wissen/lebenslange-nutzung-noetig—kilos-kommen-nach-absetzen-von-abnehmspritzen-schnell-wieder-37192536.html

Was guckst Du? – Meine Top 69

Zugegeben: Ich gucke noch Fernsehen. Ich habe zwar auch Zugang zu mehreren Mediatheken und 1 Streamingdienst, für den ich bezahle. Aber trotzdem bin ich doch im Allgemeinen beim linearen gucken. Wobei: So ganz linear ist das auch nicht mehr. Da ich mittlerweile über einen Fernseh-Stream-Anbieter gucke, nutze ich die dortigen Aufnahme- und Timeshift-Funktionen recht gern.

Was gucke ich da nun? Auf Inhalte möchte ich da gar nicht eingehen und mich dafür auf die Sender konzentrieren. Im Zeitraum 18.08. bis 17.09. habe ich mal gewissermaßen Buch geführt. Aber nicht das, was ich wirklich geguckt habe, sondern: was ich mir zum gucken ausgesucht hatte. Zur Erklärung: In meiner Sendung „Freitag nach eins“ bei Mediatop Radio (Programm) habe ich die Rubrik mit den Radio- und TV-Tipps für’s Wochenende. Dafür nutze ich eine elektronische Programmzeitschrift (ePZ) und einen Onlinekalender. In der ePZ markiere ich die Sendungen, die ich mir vorstellen könnte anzusehen und schiebe sie auch in den Kalender. Diesen Kalender habe ich jetzt exportiert und mittels einer Tabellenkalkulation gefiltert, sortiert und durchgezählt.

Im o.g. Markierungszeitraum habe ich 1456 Sendungen markiert oder markieren lassen. Letzteres durch Favoriten in der ePZ, die dann Vorlieben automatisch markieren. Deswegen liegen einige Sendungstermine auch hinter dem 17.09. Übrigens werden mir die Erinnerungen beim TV-gucken auch direkt auf dem Fernseher (via TV-Stick) angezeigt, das finde ich sehr praktisch. Auch deswegen mache ich mir die Arbeit.

Aber, auch das sei erwähnt: Natürlich habe ich nicht alle markierten Sendungen gesehen, teilsweise auch, weil sie gleichzeitig ausgestrahlt wurden. Es ist praktisch meine Vorfilterung einer Programmzeitschrift, was mich je nach Tages-/Stundenform interessieren könnte. Außerdem ist es auf meine potenziellen Sehzeiten optimiert. Das trifft vor allem auf die Favoriten in der ePZ zu. Und die handmarkierten sowieso. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Die erwähnten 1456 Sendungen liefen auf 69 Sendern. Wer genau hinsieht, wird dabei auch ein paar Radiosender finden. Es gibt da auch welche, die Sendungen ausstrahlen und nicht nur einen Tagesbegleitbrei. Es gibt übrigens auch eine knappe Handvoll „Sender“, in die ich gelegentlich reinschaue, die aber in der Liste nicht vorkommen, da sie in der ePZ nicht enthalten sind. Das liegt vermutlich weniger an der ePZ, sondern mehr an den „Sendern“, die ich nicht ohne Grund in Anführungszeichen setze. Es sind FAST-Channel, also nur fast Fernsehen. 😉 Aber es gibt da durchaus ein paar sehenswerte Inhalte. Nur auf Form und Technik darf man dann keinen Wert mehr legen, wenn man sowas guckt.

Kommen wir also zu meiner Top 69 der von mir genutzen Sender. Es ist ein 69 aus ca. 300 Sendern, die ich zur Zeit empfangen kann. Nicht alle kommen mir von den 300 überhaupt ins Blickfeld, aber von denen, die sich da rumtummeln und in der ePZ enthalten sind hier die Charts.

  1. ZDFneo
  2. D+
  3. Animal Planet
  4. sixx
  5. HGTV
  6. ZDFinfo
  7. 3sat
  8. Comedy Central (+1)
  9. MDR
  10. BR
  11. DLF
  12. NDR
  13. ARD Alpha
  14. WDR
  15. One
  16. Super RTL
  17. WDR 5
  18. Mediatop Radio
  19. RTL Living
  20. ZDF
  21. RBB
  22. Juwelo
  23. AXN White
  24. arte
  25. SWR
  26. Das Erste
  27. HR
  28. ProSieben MAXX
  29. Nitro
  30. GEO Television
  31. 13th Street
  32. Discovery Channel
  33. PHOENIX
  34. Bayern 2
  35. ProSieben
  36. Sat.1
  37. SR
  38. SyFy
  39. VOX
  40. ORF eins
  41. N24 Doku
  42. RTLII
  43. tagesschau24
  44. Eurosport 1 und 2
  45. RTL
  46. Warner TV Serie
  47. Ö1
  48. DLF Kultur
  49. Disney Channel
  50. History Channel
  51. kabel eins classics
  52. Radioeins
  53. WDR 4
  54. VOXup
  55. ORF 2 Europe
  56. SRF Info
  57. Curiosity Channel
  58. DMAX
  59. DeluxeMusic
  60. kabel eins
  61. ProSieben FUN
  62. Warner TV Film
  63. AnixeHD
  64. Bergblick
  65. ntv
  66. Silverline Movie Channel
  67. Spiegel Geschichte
  68. SWR Kultur

Kommen wir zur wirklich wichtigen Frage, warum die Top 69 nur 68 Ränge hat: Da kann man jetzt spekulieren. Eigentlich sind Eurosport 1, 2 und D+ (was Discovery plus als Streaminganbieter meint) quasi 1 Kanal (es geht in allen drei Fällen nur um eine bestimmte Sportart, weil nur diese eine mich überhaupt interessiert). Comedy Central und Comedy Central +1 sind eigentlich 2 Kanäle. Und vielleicht habe ich mich bei der ersten Auswertung der Tabelle auch nur verzählt und lasse jetzt die 69 drin, weil sie ggf. über die Suchmaschinen für mehr Besucher sorgt. 😉

Außerdem sind die letzten 5 Kanäle nur mit jeweils einer Sendung vertreten, die letzten 12 mit maximal je 3. Was mich selbst erstaunt. Platz 2 hat weniger als die Hälfte der Sendungen von Platz 1. Platz 16 hat dann ca. die Hälfte von Platz 2 und Platz 30 die Hälfte von Platz 16. Ab Platz 44 wird die Sendungszahl einstellig. Platz 1 ist der einzige dreistellige. Platz 8 gucke ich nur über die Aufnahmefunktion meines Anbieters, weil die von mir präferierte Sendung zur nachtschlafenden Zeit läuft. Die 40 gucke ich auch nur über ihre Mediathek, lasse mich aber gern erinnern, wann mal wieder was neues dort aufgetaucht sein müsste, weil im Programm enthalten. Das gleiche gilt für die 55 und 56.

Milka und die Verbraucherzentrale

Wie ich es benennen möchte, was da gerade passiert, weiß ich nicht in Worte zu fassen. Irgendwas zwischen einem sehr ironisch betontem „Süüüüüßßßßßß“ bis zu einem „Hört auf mit der Bevormundung!“ Aber worum geht’s? Die Verbraucherzentrale Hamburg klagt gegen den Hersteller der Milka-Schokolade wegen Verbrauchertäuschung. Ökotest, taz, Horizont, DLF Nova (Audio), Wir sind Müritzer, lebensmittelklarheit.de und viele andere haben darüber berichtet. Da in vielen Schokoladenpackungen, in denen früher mal 100 g drin waren, nur noch 90 g drin ist und das nicht GROß auf der Packung steht, sieht man eine Verbrauchertäuschung und klagt deswegen. Sicher eher symbolisch oder als Stellvertreter für andere Produkte, denn diese Shrinkflation haben in den letzten Jahren einige durchgemacht.

Aber kann es sein, dass der Verbraucher (und natürlich auch seine Partnerin: die Verbraucherin) damit ein wenig entmündigt wird? Oder bevormundet? Oder was auch immer. Wird ihm immer mehr eigene Intelligenz und Aufmerksamkeit abgesprochen? Wird mit derartigen Musterprozessen nicht wieder nur an den Symptomen rumgedoktert als die Ursachen zu bekämpfen? Und freuen sich nicht andere Marken (gern auch vom gleichen Hersteller) über die Klage, weil sie dann fröhlicher weiter shrinkflationieren können, so ganz, ohne dass sie im Fokus der Aufmerksamkeit liegen? Und kommt mir jetzt nicht mit „Mit irgendwem muss man ja anfangen!“. Nein! Entweder alle, oder keinen, oder eben doch dem Verbraucher Mittel an die Hand geben, wie er nicht Opfer solchen Hersteller- bzw. Handelsverhaltens wird.

Für uns Verbrauchende heißt das, auch beim Einkaufen (oder wenigstens beim Einkaufen) mal den Gripskasten einzuschalten, die Brille zu putzen (so notwendig) und Produkte nicht nur nach der Frontseite, sondern nur noch nach der Rückseite einzukaufen. Da steht ja alles drauf! Meist recht klein, aber immerhin. Und wenn man es nicht lesen kann, dann wird das Produkt auch nicht gekauft! Punkt. Oder wenn einem nicht gefällt, was man liest. Das verringerte Gewicht zum Beispiel. Oder der hohe Zuckergehalt. Oder der verschwindet geringe Gehalt an den Zutaten, die vorn groß drauf abgebildet sind, aber letztendlich kaum drin sind. Es gibt viele Gründe, etwas nicht zu kaufen. Zumal es in den allermeisten Fällen auch um Produkte geht, die für die menschliche Ernährung überflüssig sind.

Sollte man den „Beschiss“ erst zu Hause mitbekommen: Das ist nicht schlimm. Zum einen kann man sich darüber freuen, dass man dadurch von den meist ungesunden Produkten weniger isst, weil die Packung kleiner ist. Wirklich viel Geld hat man dadurch aber nicht verloren. Wichtig ist danach aber, die Konsequenzen zu ziehen und das konsequent (deswegen heißen sie ja auch Konsequenzen). Und die sind? Ganz einfach: Das Produkt oder gleich die ganze Marke wird von der Einkaufsliste gestrichen. Letzteres ist meist einfacher, weil es gleich ganze Produktgruppen von der Liste streicht und man sich nicht die Details merken muss. „Milka“ steht bspw. schon seit langem auf meiner „No-Buy-Liste“, nicht erst wegen der aktuellen Ereignisse. Die Marke ist aber nicht die einzige.

Wieviele letztendlich drauf stehen, kann ich konkret nicht sagen, da es die Liste weder in physischer noch elektronischer Form gibt. Früher war es mal so eine Liste auf meiner Seite zur Radiosendung „RundumGenuss“ und später auf meiner Kochblogseite „Der Herdnerd„, aber da habe ich sie irgendwann rausgenommen. Ich kam mit der Aktualisierung nicht mehr nach. 😉 Es stehen sogar ganze Laden-Marken drauf, also Läden einer Kette, in die ich bewusst nicht gehe. Die Gründe für die Aufnahme auf die Liste sind so vielfältig wie die Marken selbst: Produktqualität, enttäuschender Service, nervende Werbung, …

Eine Party wird erst nach Mitternacht richtig schön

Manchmal hofft man ja ein wenig, dass der eine oder andere Volksglauben war ist. Zum Beispiel der mit dem vorzeitigen Gratulieren, das Unglück bringt. Es war 23:57 Uhr, als plötzlich von einer ca. 300 m entfernten Gartenparty ein fröhliches(?) gesungenes(?) „Happy Birthday“ herüberschallte. Mit dem „Herüberschallen“ war das Gemenge schon den ganzen Abend aufgefallen, die Musikauswahl war zeitweise überraschend gut. Stichwort Party-NDW, mit Hubsi K., Herbert G. u.a. Für mich endete der Abend mit leicht verfälschtem Roland K., nachdem zwischendurch auch internationale Pop-Singende und Melodien aus HipHop und Techno (i.w.S) zu hören waren.

Dass sowas abzusehen war, zeigte das schon vor Tagen aufgebaute Partyzelt auf dem Grundstücksrasen. Mein vermuteter Zweck ging zwar eher ins nächste Wochenende (Einschulung), aber man kann sich ja auch irren. Vielleicht kommt es dann auch nochmals zum Einsatz. Noch steht’s (Zeitpunkt der Niederschrift dieser Zeilen). Meines Erachtens liefen da auch mal Kinder im einschulungsfähigen Alter übers Gehöft, aber da kann ich mich auch täuschen. Ich beobachte das ja auch nicht explizit, aber jedesmal, wenn ich – aus dem Wohnzimmer kommend – dem Schreibtisch zustrebe (was ich offenen Auges und gerade auch jetzt meist offenen Fensters mache), fällt mein Blick in die Richtung.

Wie besoffen muss man sein?

Als die Festivität in meinen Aufmerksamkeitsbereich rückte, war im Prinzip noch alles in Ordnung. Immerhin regte es mich irgendwann zur in SoMe dokumentierten launigen Frage an: „Wer in seinem Vorgarten Party macht und damit das halbe Viertel beschallt, lädt doch damit ein, vorbei zu kommen? Oder? ODER??“ Später wurde ich doch ein wenig unwirsch. Und als es dann nachts um 1 Uhr immer noch rüberschallte, bewunderte ich doch die Toleranz der Nachbarschaft, lagen doch sicherlich mehr als 40 Schlafzimmer im Wirkbereich des Schalls. Und keiner bemühte die Freunde und Helfer. Okayyyy, ich auch nicht …

Solange der Krach wenigsten technisch noch in Ordnung war, ging’s. Aber irgendwann zwischen NDW (halb 10) und Roland Kaiser (rund im 1) muss es ein Ereignis gegeben haben, dass den Musikgenuss arg verleidete. Leider habe ich das nicht direkt mitbekommen, aber es warf im Nachhinein die Frage auf, wie besoffen, bekifft, zugedröhnt, prall, taub, verkokst, … man sein muss, um des Ereignisses Folgen noch stundenlang zu ertragen. Ich hab da mal was aufgezeichnet:

Das klingt doch wie eine gerissene Lautsprechermembran, das Schnarren bei bestimmten Tönen. Vor vielen Jahren hatte ich den Effekt auch mal, ein Lautsprecher schnarrte sehr ähnlich, und als Grund stellte sich die gerissene Membran heraus. Grund: Mechanische Fremdeinwirkung oder Überbelastung. Und das lief gestern auf der Party mindestens 2 Stunden, wenn nicht länger.

Auge um Auge …

In mir reifte rund um 1 Uhr eine Idee. Sie scheiterte aber am System und an den Möglichkeiten. Auch sie ist auf SoMe dokumentiert: „Wo bekomme ich für morgen 8:00 Uhr noch eine mobile Beschallungsanlage mit ordentlich Bums her?“ Ein wenig Richtwirkung wäre auch nicht schlecht. Oder ich häcke ihre Alexas und Siris und lasse sie auf die Art laut beschallen. Oder lasse hacken, aber ohne Darknet-Zugriff und Coins kriegste das so schnell auch nicht organisiert.

Und vielleicht war ja der defekte Lautsprecher schon das kleine Unglück, das wegen des zu frühen Geburtstagsgesangs ausbrach …