Kaktuscontent

Ein paar Jahre ist es her, da bekam ich zu Ostern ein lustiges Geschenk: Einen kleinen flauschigen Kaktus, dem irgendwer papierende Hasenohren und ein materialgleiches Schnäuzchen verpasst hatte. Sowas fotografiert man nicht, das stellt man aufs Fensterbrett, lächelt ein wenig darüber und irgendwann wird es entsorgt.

Wer mir da jetzt eine Eingebung eingab, weiß ich nicht. Ich entsorgte nur die papierende Verzierung und gab dem ca. 10 cm großen Gewächs ein Asyl. Lange Zeit passierte nichts. (Der Satz unterstellt, dass irgendwann doch was passierte, und genau das ist passiert.) Dann wuchs er. 11 cm. 12 cm. 15 cm. 20 cm. Mittlerweile ist der Puschel 25 cm groß, und wenn man ihn nachts mit Blitzlicht fotografiert, sieht er so aus:

Wer genau hinsieht, der sieht auch den Grund, warum ich diesen Artikel geschrieben habe und noch weitere Bilder folgen werden. Es muss ja nicht immer Katzencontent sein. 😉

Weiß zufällig irgendwer, wie Puschel biologisch exakt heißt?

Aus dem Blick, aus dem Tank

Ich weiß nicht, ob Euch das auch schon aufgefallen ist, aber mir kommt es so vor, als ob Super E10 irgendwie auf dem Rückzug ist (wobei Super natürlich genauso teuer bleibt wie Super plus). Ich habe jetzt schon einige Tankstellen gesehen, wo das Preisfeld an den großen Anzeigen entweder durchgestrichen oder mit 9,99 € deaktiviert worden ist. Kann das jemand bestätigen?

Wisch und da

Gestern habe ich mich mal des Projektes: „Neue Frontscheibenwischer“ angenommen. Dazu muss man sagen, dass ich, was technische Dinge angeht, zu den Personen gehöre, die das gern erfahrenen Leuten überlassen. Weniger aus technischem Unverstand sondern mehr so aus der Faulheit heraus, sich nicht auch noch damit selber zu befassen. Das Auto gehört zu diesen Dingen. Prinzipiell könnte ich zwar erklären, wie alles funktioniert, wo die Unterschiede zwischen Otto- und Dieselmotoren wären und wo sich moderne Benziner immer mehr an die Dieseler annähern, aber das alles mehr so vom theoretischen Ansatz. Physiklehrer eben. 😉

Beim Projekt „Neue Scheibenwischer“ habe ich mehrfach einen großen der Film- und vor allem auch der Fernsehbranche – mit mehreren Auftritten täglich – zitiert: Bernd das Brot („Mist!“), aber immer nur, weil ich mich wie oben angedeutet auf ein Gebiet vorwagte, auf dem ich nur wenig Erfahrungen habe. 😉 Aber das eben auch mit einer gewissen Systematik und einem Bandmaß.

Ich wusste: Bei den Wischerblättern kommt es auf die Länge an. Erste Überraschung („Mist!“): Die sind unterschiedlich lang … (vermutlich recht weit verbreitet, aber mein altes Auto hatte vorn nur einen, da gehts nicht unterschiedlich, und der Wartburg hatte zwei gleiche). So dachte ich mir: ‚Muss ich also zwei verschiedene kaufen, die sicher nicht einzeln, sondern nur in Doppelpacks usw. zu haben sind.‘ („Mist!“) Und der längere hatte dann auch noch einen angeschraubten Spoiler. Ich fürchtete schon notwendige Bastelarbeiten („Mist!“).

Also habe ich mir die Länge gemerkt und bin dann rein in den Baumarkt meiner Wahl. Natürlich gab es keine (ausgeschilderte) Autoabteilung („Mist!“). Ich habe sie aber trotzdem gefunden. In dieser hingen die Scheibenwischer dann aber ganz oben („Mist!“), dass selbst Leute ab 1,90 m zum Lesen der Verpackung eine Leiter oder ein Opernglas gebraucht hätten. Wie sich ergänzend herausstellte, standen Längen sowieso nicht drauf („Mist!“).

In einem Anflug von Wagemut griff ich mir einfach ein Paket, dass da hing und in dem ich passendes für den langen Scheibenwischer vermutete. Der Preis irritierte mich ein wenig. Die Frontscheibenwischer meines Twingo waren wegen ihrer Länge und der Spezialaufhängung schon teuer, aber das Ding da oben im Baumarktregal schien ein Grundstück mit zu enthalten. Irgendeiner Beschriftung entnahm ich, dass wirklich zwei Scheibenwischer im Karton sind („Mist!“). Aber dafür ging dann der Preis wieder.

Die genaue Lektüre der Verpackung erhellte aber dann doch nachhaltig meine Seele, hatte ich in einem seltenen Anflug von Glück und Zufall genau die Packung erwischt, wo genau die beiden (unterschiedlich langen) Scheibenwischer enthalten waren, die ich brauchte („Freu!“). Das Wechseln ging dann erstaunlich schnell, aber auch erst dann, als ich den kleinen Verriegelungsnupsel gefunden hatte, der die Wischer bombenfest hielt, so dass ich sie anfangs selbst nicht mit Gewalt vom Scheibenwischerarm los bekam. 😉

Update: (Nicht mehr) Alles super

Bye, bye, liebe Markentankstellen. Ich möchte mich von Euch verabschieden. 25 Jahre habe ich zu euch gehalten, bin durch gute und schlechte Zeiten gegangen, habe bei den Nonames nur mal Luft gepumpt oder Batterien für den Diskman gekauft. Aber nun ist Schluss, nach Minol, DEA und Elf und den anderen.

Und das nur wegen des Alkohols. Keine Angst: Ich trinke ihn nicht, aber mein Auto soll ihn trinken. Aus ökologischen Gründen. Wie es heißt. Überzeugt bin ich nicht. Aber es geht mich auch nichts an. Mein Auto, obwohl relativ neu, verträgt keinen Alkohol. Zumindest nicht im Benzin, wenn es E10 heißt.

Benzin verträgt es aber auch nicht. Super soll es sein. Aber was tun, wenn es an den Tankstellen kein Super mehr gibt? Gerade die Markenanbieter haben vor Jahren schon aufgehübschte Produkte zu erhöhten Preisen auf den Markt gebracht, die jetzt den Millionen Fahrern Nicht-E10-tauglicher Autos aufgezwungen werden. Normales Super soll es laut Gesetz parallel zu E10-Super weiter geben, tut es aber nicht.

Normales Super plus als einzige ernst zu nehmende, weil nicht überteuerte Alternative wird aber nur noch von freien Tankstellen und den 1-Cent-billiger-Anbietern verkauft. V-mate, Ultipower & Co. kommen mir nicht in den Tank.

Update (03.03.11): Der Verbraucher spricht und verweigert die Nutzung von Super E10. Als Grund wird Uninformiertheit postuliert. Es ist doch auch ein Schwachsinn, sowas wie einen neuen Kraftstoff heraus zu bringen, der in der neuen Form nicht mehr von alle genutzt werden kann, die ihn bisher nutzen. So etwas sollten sich mal Bäcker oder Mineralwasserabfüller erlauben. Wer hat eigentlich dieses augenscheinlich bescheuerte Gesetz gemacht, dass den Mineralölfirmen E10 vorschreibt?

Update II (04.03.11): Als ich heute zum Tanken eine gleichnamige Stelle befuhr, hatten Super und Super plus den gleichen Preis. Da dachte ich mir, tuste Deinem Auto mal was gutes und nimmst Super plus. Beim Verlassen der Tankstelle hatte sich der Preis geändert. Da war dann Super plus zwei Cent billiger (in Worten: billiger) als das normale Super. Was bestätigt sich dabei: Nicht die Herstellungskosten bestimmen den Preis einer Ware, sondern die Nachfrage (bzw. der Markt). Da sorgen die Mineralölkonzerne auf gesetzliche Anweisung von wasweißichwem für eine künstliche Verknappung von normalem Super, um dann hier den Preis unverhältnismäßig nach oben zu treiben. Mir fällt dazu nur ein Wort ein: Abzocke, und das dann noch staatlich alimentiert.

Spiegel Online hat in einem Artikel die E10-Einführung in europäischen Ländern verglichen.

Korrektur zu Update II: Nicht alles, was man sieht, ist wirklich wahr, vor allem, wenn es aus dem Zusammenhang gerissen wird. Und wenn man dann auch nix zum Fotografieren dabei hat. Der angezeigte Preisunterschied war wohl eher temporärer Natur. Die Preistafel ändere gerade ihre Anzeige, was bei den mechanischen System schon mal eine gewisse Zeit dauert. Und in diesem Moment des zwischenzeitlichen Stillstands muss ich dann da hin gucken. Als ich abends nochmal an der Tankstelle vorbei fuhr, hatten Super und Super plus wieder den gleichen Preis, was allerdings genauso verwerflich ist.

Arbeiten nach der Uhr

Nachdem ich mittlerweile zum wiederholten Mal zumindest komisch angeguckt worden bin, als ich winzige Details zu meinem Tagesablauf offenbarte bzw. offenbaren musste, will ich den hier mal zur Diskussion stellen. Die Reaktionen reichten bisher von Mitleid auf der guten Seite der Gefühlsskala bis zu verächtlicher Assi-Einsortierung am anderen Ende. Dreh- und Angelpunkt bei der Einschätzung scheint der Zeitpunkt des morgendlichen Aufstehens zu sein, frei pauschalisiert: Je später, desto assi.

Das Image des Deutschen ist u. a. der des fleißigen, ordentlichen und exakten Arbeiters. Soweit das Bild von außen. Von innen scheint es sich zu verstärken: Hinzu kommt, dass er dafür allerspätestens um 7 Uhr auch mit der Arbeit anzufangen hat. Besser wäre 6:30 Uhr. Frühes Aufstehen ist erste Bürgerpflicht, alle, die das nicht hinbekommen, sind Faulpelze, Schlafsäcke oder ähnliches. Wer nicht früh aufsteht, verschläft den halben Tag und versäumt sein Leben.

Achja? Wollen wir doch mal einen allgemeinen Tagesablauf Revue passieren lassen. Dabei wird mal eine normale 40-Stunden-Arbeitswoche, halbwegs gleichmäßig auf 5 Tage verteilt, unterstellt. Um es allgemeiner zu halten, beginnt der Tag mit dem Zeitpunkt x, dem Zeitpunkt des Weckens.

  • x + 00h00: Wecker klingelt
  • x + 00h10: aufstehen, Morgentoilette und sonstige morgendliche Verrichtungen
  • x + 01h00: Wohnung verlassen
  • x + 01h30: Arbeitsbeginn
  • x + 05h30: Mittagspause
  • x + 10h00: Feierabend, Heimweg mit kleineren Erledigungen
  • x + 11h30: Ankunft zu Hause*
  • x + 12h00: Abendbrot*
  • x + 12h30: private „Verpflichtungen“, Hobbys, gemütlicher Abend, social communications*
  • x + 15h30: Abendtoilette
  • x + 16h00: Nachtruhe
  • x + 24h00: Wecker klingeln

Sollten Freizeitaktivitäten gleich nach der Arbeitszeit erfolgen, verschieben sich die mit * bezeichneten Zeilen 0h30 bis 1h00 nach hinten. Ansonsten dürfte, mit kleinen Ungenauigkeiten, der Ablauf entweder stimmen oder nachvollziehbar sein. Dem Klischee sei Dank.

Rechnen wir jetzt mal ein konkretes Beispiel durch und nehmen einen Arbeitsbeginn für 7 Uhr an. Der Wecker klingelt dann gegen 5:30 Uhr. Da 11 Uhr als Mittagspause etwas unpassend wäre, zerteilen wir es auf 10 Uhr Frühstück und 12 Uhr Mittag. 15:30 Uhr wäre dann Feierabend, nach dem man eine Freizeitaktivität durchführt, 18 Uhr Abendbrot isst und allerspätestens 22 Uhr im Bett verschwindet. Ganz dem Klischee ergeben ist man mit einem Arbeitsbeginn um 8 Uhr: Wecker um 6:30 Uhr, Mittag um 12 Uhr, 16:30 Uhr Feierabend, 18 Uhr Abendbrot, 22:30 Uhr Nachtruhe.

Vom allgemeinen zum konkreten, wenn auch mit einem etwas anderen, weil sozusagen von außen vorgegebenen Aufhängungspunkt: Feierabend 19:00 Uhr. Legen wir den ansonsten gleichen Tagesablauf zugrunde, wird einiges auf den ersten Blick etwas komisch, aber wenn man es genauer überlegt, vielleicht doch nachvollziehbar. 20:00 Uhr Abendbrot, dann etwas E-Mail und Nachrichten überprüfen und 1:00 Uhr ins Bett. Jetzt kommen die komischen Sachen: 14:30 Uhr Mittagspause, 10:30 Uhr Arbeitsbeginn, 09:00 Uhr Wecker klingeln und 23:00 Uhr Zeit für Freunde, Bekannte, Familie und andere privaten „Verpflichtungen“.

Habe ich nicht auch das Recht auf den gleichen Tagesablauf, wie andere Berufstätige auch? Oder sollte ich mir einen anderen Ablauf ausdenken? Das hätte dann vielleicht sogar den Vorteil, Freunde und Bekannte öfter zu Gesicht zu bekommen. Im Moment fokussieren sich einige Freundschaften auf elektronischen Kontakt.

Bayerischer Samstag mit Bild

Eine frostige und neblige Nacht sowie ein nachfolgender sonnenüberfluteter Wintertag liefert gern mal Fotomotive en gros. Nur war ich eigentlich nicht unterwegs, um schöne Bilder zu machen. Dementsprechend hatte ich nur die „kleine“ Kamera dabei. Aber es sind ein paar schöne weiß-blaue Fotos entstanden, verbunden mit der Erkenntnis, dass es außerhalb Neubrandenburgs noch winterlicher ist als in der Stadt. Zumindest stellenweise.