9 1/2 Wochen …

… ist es nicht her, dass ich den Termin beim Arzt bekam, eher 7 oder 6. Aber das hätte sich als Schlagzeile nicht so gut gemacht.

Es ist also 6 oder 7 Wochen her, dass ich einen Termin beim Arzt bekam. Der Kalender sah da noch recht übersichtlich und leer aus – der beim Arzt. Meiner auch.

Mein Kalender füllte sich, der vom Arzt wohl auch. Was mich aber erstmal nicht störte, hatte ich ja einen Termin und war pünktlich. Nur kamen erst die anderen dran, die nicht vor 6 Wochen schon einen Termin hatten, sondern vielleicht erst seit einer Stunde. Ohne akute Notfälle zu sein.

So durfte ich dann gute anderthalb Stunden warten, Zeit genug, diesen Text zu schreiben, nachdem sich die „Motivation“ dazu langsam aber sicher aufgestaut hatte.

Der schlimme, schlimme (T)Euro

Wer kennt sie nicht, die Wehklagen über die Verteuerung seit der Einführung des €uro? Alles ist teurer geworden, und die Einführung des €uros ist natürlich schuld. Wir wollen die D-Mark wieder haben, die war so schön stabil. Beim Durchzappen blieb ich neulich kurz beim MDR hängen, da wurde auch mal wieder auf den Klischees geritten. Preiserhöhungen seit der €uro-Einführung von 23 bis 287% wurden festgestellt. Der letztere Wert kommt übrigens vom neuen Personalausweis, der so teuer ist im Vergleich zum alten.

Die meisten Preiserhöhungen lagen im breiten Bereich rund um 30%. Aber liegt das wirklich am €uro und dessen Einführung? Klare Antwort eigentlich aller, die ein wenig Rechnen können: Nein! Mitnichten. Schauen wir erstmal in die Statistik und auf die Inflationsrate:

Leider kann Ihr Browser diese Grafik nicht anzeigen. Direkter Link zur Statistik "Inflationsrate in Deutschland von 1992 bis 2010 (Veränderung des Verbraucherpreisindex gegenüber Vorjahr)"

Wenn man sich jetzt mal eine durchschnittliche Inflation in den letzten D-Mark-Jahren versucht abzulesen, kommt man gut auf 2,5%/Jahr. Damit rechnen wir mal hoch.

2001: 100,00 DM
2002: 102,50 DM
2003: 105,06 DM
2004: 107,69 DM
2005: 110,38 DM
2006: 113,14 DM
2007: 115,97 DM
2008: 118,87 DM
2009: 121,84 DM
2010: 124,89 DM
2011: 128,01 DM

Heißt: Ein Warenkorb, der 2001 100 DM gekostet hätte, würde heute 128 DM kosten, also eine Verteuerung auf Basis einer „normalen“ Inflation von 28% in 11 Jahren. Ein Vergleich mit Preisen von vor 11 Jahren ohne Berücksichtigung dieser Korrektur ist als Beleg für einen €uro-Einfluss auf die Preisbildung unstatthaft.

Ein interessanter Gedanke ist in dem MDR-Umschau-Beitrag aber dann doch enthalten: Die Reallohnentwicklung in Deutschland in den letzten Jahren. Daran ist zwar ebenfalls nicht der €uro und seine Einführung ursächlich Schuld, eine Schweinerei ist es aber trotzdem.

Heisenberg und die Philosophie

Aus der Physik wissen wir, dass jeder Messvorgang das Messergebnis selbst beeinflusst. Moderne Messmethoden lassen diesen Effekt immer geringer ausfallen, Messtechniker haben im Verlauf der letzten Jahrhunderte schon bedeutendes geschaffen. Auch die Art zu messen kann Messergebnisse verändern.

Ein paar Beispiele sollen die Aussage illustrieren. Wenn man die Temperatur einer Flüssigkeit messen möchte, hält man ein Thermometer rein und liest das dann ab. Um hier aber zu einer Anzeige zu kommen, muss dazu das Thermometer oder zumindest der Messfühler als solcher auch erst mal auf die Temperatur der Flüssigkeit gebracht werden, was diese verändert. Ein kaltes Thermometer in einer heißen Flüssigkeit kühlt diese ab.

Wird die Geschwindigkeit, zum Beispiel eines Autos gemessen, dann wird meist irgendwo am Getriebe ein Messwert abgegriffen, was zumindest prinzipiell einen Teil der Antriebsenergie abzweigt, die dann im Tachometer zu einer Anzeige führt, aber dem Fortkommen des Fahrzeuges nicht mehr zur Verfügung steht. Zugegeben, der Effekt ist gering und spielt im wahren Leben meist keine Rolle, im Gegensatz zu von außen erfolgenden Geschwindigkeitsmessungen: Hier senkt sich meist spätestens kurz vor oder nach der Messung die Geschwindigkeit auf das erlaubte, um dann wieder auf das gewohnte angehoben zu werden.

In der Mikrophysik spielen die beschriebenen Effekte eine sehr viel größere Rolle. Hier gibt es eine Aussage bzw. Formel dazu, die bestimmt, welchen Einfluss eine Messung auf das zu messende haben kann: die Heisenbergsche Unschärferelation. Sie zeigt uns, dass beispielsweise Ort und Geschwindigkeit eines Teilchens nie gleichzeitig beliebig genau bestimmt werden und dass da auch der beste Messtechniker nichts gegen machen kann.

Wenn man möchte, lässt sich der Grundgedanke auch verphilosophieren. Die wichtigste „Messmethode“ hier ist die Frage. Wird sie gestellt, ändert sich jedes Mal die Situation zwischen Fragendem und Befragtem. Das kann natürlich sinnvoll sein, aber genauso gut kontraproduktiv. Nicht umsonst wird der Journalist, der einem Politiker mal eine falsche Frage gestellt hat, künftig von diesem gemieden. Manchmal möchte man vor wichtigen Fragen einen Pflock ins Zeitkontinuum hauen, eine Frage stellen und wenn das misslang, wieder zum Pflock zurück kehren und dann alles so weiterlaufen lassen, als ob die Frage nie gestellt worden wäre.

Ehec kam zu spät – APO pleite

Lange hat sie ja nicht durchgehalten, wie ich heute feststellte. Vor nicht mal einem Jahr berichtete ich über eine neue Art, Medikamente einzukaufen. Ob der Umsatzschub mittels durchfallhemmender Mittelchen gereicht hätte, um die Apotheke zu retten, weiß ich natürlich auch nicht einzuschätzen. Fest steht nur, dass der McPill-Schriftzug vom Haus verschwunden ist. Dafür ist ein Schild am Zaun aufgetaucht, auf dem das dezente Haus zum Verkauf angeboten wird. Wer braucht also ein Haus, dass eine DriveIn-Möglichkeit bietet?

Rauchen ist ungesund

Der Titel dieser kleinen Geschichte ist eigentlich eine Trivialität, zumindest solange, wie er sich auf den Menschen und ggf. auch noch das Haus- und Nutztier bezieht. In den letzteren Fällen wird zwar nur passiv geraucht, aber immerhin. Nein, es soll sich auf kein Lebewesen beziehen. Rauchen ist auch ungesund fürs Geschäft. ‚Aber sicher!‘, denkt jetzt der Gastwirt, bis ihm einfällt, dass hier vom Rauchen und nicht vom Rauchverbot die Rede ist, was als nächstes den Gedanken: ‚Hä?‘ hervor lockt.

Wer kennt ihn nicht: den Wochenendeinkauf. Hat man unter der Woche entweder keine Zeit oder keine Muße dafür, sich mit Lebensmitteln zu versorgen, packt man alles auf den Samstag. Das scheint einer Reihe von Leuten so zu gehen, so dass es manchmal auch recht voll werden kann. Weil ich volle Läden aber genauso mag wie das Einkaufen als solches, habe ich mir angewöhnt, zu eigentlichen Unzeiten die nötigen Besorgungen zu erledigen. Das klappte heute mal wieder prima. Auf dem Parkplatz vor dem erwählten Supermarkt standen nicht die üblichen 20 bis 30, sondern nur drei Autos. Genüssliche Ruhe demzufolge auch innen. Der Wagen füllte sich planmäßig, aber an der Kasse war dann doch etwas mehr los als erwartet. Wie sich später herausstellen sollte, hatte sich zwischenzeitlich der Parkplatz gefüllt, die meisten  hatten aber nur eingeschweißtes Grillfleisch oder anderes entsprechendes in der Hand.

So blieb vor dem Kassenbandbelag noch ein wenig besinnliche Zeit, die Geschehnisse am Bäcker vor der Kasse zu beobachten. Viel war ob der vorgerückten Stunde nicht mehr zu holen, aber ein oder zwei Kunden interessierten sich doch noch für die Auslagen. Allein: Erwerben konnte man nichts, fehlte doch die dazu benötigte Bäckereifachverkäuferin. Hinten im Laden schien sie auch nicht zu sein. Die potenziellen Brot- und Backwarenkäufer interessierte der Verbleib der jungen Frau dann aber doch wenig, sie gingen ihres Weges, ohne den Umsatz gesteigert zu haben.

Der geneigte Leser wird ahnen, wo sich die nicht gesuchte befand. Als ich die schon oben erwähnte Feststellung machte, dass sich der Parkplatz mittlerweile doch etwas gefüllt hatte, sah ich auch die Umsatzvermeiderin stehen und eine rauchen. Die Kunden waren erstmal uninteressant, von ihrem Standpunkt aus war ja auch keiner zu sehen gewesen, wenn er vor dem Tresen stand. Und als sie zurück ging, war sicher auch niemand da, da sich dann der Bereich zwischen der Bäckereifiliale und den Supermarktkassen wieder geleert hat.

Freiheit für Hunde

Im NeubrandenBlog fand sich unlängst ein interessanter Artikel über geplante Hundefreilaufflächen, also angeordnete Plätze, auf denen sich der vierbeinige Freund des Menschen frei entfalten kann.

„Hunde-Freilauf-Flächen“ bringt das Rathaus jetzt ins Gespräch. … In ganz Neubrandenburg gibt es keine einzige Stelle, wo Hunde über eine Schulterhöhe über 40 Zentimeter frei herum laufen könnten. … Nun will die Stadt Erfahrungen mit Freilaufflächen sammeln und probeweise den Leinenzwang an drei Plätzen aufheben. Es geht um eine Fläche am Landschaftsgarten Brodaer Teiche, um den alten Sportplatz oberhalb der Kopernikusstraße und um eine Fläche auf dem Datzeberg beim Feldmesserweg hinter der Druckerei.

(zitiert aus NeubrandenBlog, 27.05.2011, Links von mir und nur Schätzungen)

Kennt ihr diese ausziehbaren Hundeleinen? So eine ausziehbare Hundeleine ist ja ein schönes Ding und gibt dem Hund ein wenig Freilauf, wie ich kürzlich erleben durfte. Im Biergarten war der Forscherdran dann aber doch so groß, dass der Hund erst dann Ruhe gegeben hätte, wenn er mit der Leine alle Stühle und Tische miteinander vernetzt hätte.
Aber so richtig Stimmung kam beim Tier dann auf, als es sich völlig frei bewegen und Bällchen holen durfte. Das ging natürlich nicht an der Leine, sondern freilaufend. Die eigene Kleingartenparzelle brachte hier die entsprechenden Möglichkeit. Also nicht meine Parzelle, auch nicht die vom Hund.

Die Einrichtung von Freilaufflächen in Neubrandenburg ist insofern eine sinnvolle Sache. Passende und ähnlich gut wie die oben genannten liegende Flächen gibt es sicher doch auch am Langefurtsweg, an der Lutizen– oder an der Carl-Scheele-Straße.

Nicht vergessen werden dürfen dann aber auch die Parkmöglichkeiten an den Plätzen und ggf. gastronomische Versorgung für Herrchen, Frauchen und Hund, ergänzt durch die Ausleihmöglichkeit von spannenden Spielgeräten. Das schafft ggf. sogar noch Arbeitsplätze.

Ganz wichtig sind auch die Platznutzungsregularien. Das Gefahrenpotenzial bei der gleichzeitigen Nutzung der Freilauffläche durch zwei oder mehr, sich ggf. noch nicht kennende Hunde ist doch sicher riesig. Die gegenseitige Versicherung vor Schäden an Mensch und Hund ist in der Bedeutung immens. Wir neigen ja zur exakten Regelung, die dann auch erfolgen sollte.

Nicht jede Erhöhung ist wirklich eine

Nun hat es mich auch erwischt. Oder doch nicht. Ich weiß nicht.

Fangen wir mal mit umgekehrtem Vorzeichen an: Angebote in der den Briefkasten verstopfenden Werbebeilage funktionieren gern nach dem Prinzip alter Preis – neuer Preis – Ersparnis, wobei (im gaaaaanz klein Gedruckten) steht, dass der alte Preis nicht unbedingt in der hiesigen Filiale gegolten haben muss, sondern in irgendeinem Hochpreisladen der gleichen Kette. Also: alter Preis 2,00 € (irgendwo anders), alter Preis hierorts 1,50 €, neuer Angebotspreis 1,00 €. Das macht in der Werbung eine Preisersparnis von 50%, obwohl es eigentlich nur 33% sind. Oder noch schlimmer: neuer Angebotspreis: 1,65 €. In der Werbung wird es als also 17,5% billiger angepriesen, in Wirklichkeit ist es aber 10% teurer.

Mich erreichte jetzt auch das Schreiben mit der Mieterhöhung, was bereits im Neubrandenblog ausführlich diskutiert wurde. Erschwerend kommt vielleicht noch hinzu, dass ich in einem der Bavariablöcke wohne, was mir übrigens erst bei der Unterzeichnung des Mietvertrages bewusst wurde; bei der Wohnungsbesichtigung und zu einem anderen Zeitpunkt wurde ich darüber nicht informiert. Aber das nur nebenbei.

Vermieter stehen bei Mieterhöhungen immer in der Kritik, machen sie doch ein Produkt einfach nur teurer, ohne eine Mehrleistung zu erbringen. So etwas passiert natürlich auch bei anderen Sachen, aber irgendwie kreidet man es Vermietern immer etwas mehr an, weil man als Kunde (=Mieter) nicht unbedingt die Wahl hat und sich einen anderen Anbieter suchen kann. Auch die Argumentation mit dem Mietspiegel erinnert mich irgendwie immer an das Münchhausen-zieht-sich-selber-aus-dem-Sumpf-Prinzip. Interessant ist er allerdings trotzdem, weiß ich nun, dass ich ab August den höchstmöglichen Quadratmeterpreis für derartige Wohnungen im Wohngebiet zahle. 🙁 Darf man dafür dann nicht verlangen, dass der Geschäftsführer die Miete monatlich persönlich abholt?

Die Lektüre des Schreibens – ich habe mir mal einen Nachmittag frei genommen, das umfangreiche Material zu studieren – irritierte mich anfangs ein wenig (völlig zu Unrecht, wie sich später herausstellte). Aber das Überprüfen der Ursache der Irritation erbrachte eine interessante neue Betrachtungsweise der Dinge. Die Frage, die sich stellte, war die, ob die angegebene Miethöhe überhaupt stimmte, hatte ich doch eine andere Zahl im Kopf. Zwei Ergebnisse gingen ins Protokoll ein: 1. die Zahlen stimmten und 2. obwohl die Miete erhöht wird, habe ich für diese Wohnung von 11/2009 bis 9/2010 mehr Miete bezahlt als jetzt nach(!) der Mieterhöhung.

So ist doch alles relativ. Das einzig absolute ist die Lichtgeschwindigkeit, die übrigens nicht aussagt, wie schnell wir den Strom beim Licht verbrauchen. Und weil das alles doch ein ernstes Thema ist, und weil Strom und Licht auch noch irgendwie zu den Wohnnebenkosten gehören und weil das Thema auch gerade diskutiert wird, hier noch ein passender Witz:

Murat hat einen neuen Job bei den Stadtwerken und wird losgeschickt, um Stromzähler abzulesen. Er kommt an die erste Adresse auf seiner Liste, eine Frau öffnet die Tür.
Er fragt sie: „Wieviel Nummern Du machen bei Licht?“
Die Frau ist empört: „Dieter, komm‘ mal schnell. Hier steht ein Türke und beleidigt mich!“
Dieter kommt, breit wie ein Schrank: „Was willst du?“
Murat: „Ich will nur wissen, wieviel Nummern du machen bei Licht. Wenn du mir nix sagen, kommt Kollege, schneiden dir alles ab, und Deine Frau muss nehmen Kerze …“

12,80 €, die sich lohnen

Dieter (schwärmt): „Meine Frau ist ein Engel.“
Manfred: „Meine lebt noch.“

Mancher Kassenpatienten würde gern mal wie ein Privatpatient behandelt werden. Schnellere Terminvergabe, Chefarztvisite, Einzelzimmer im Krankenhaus … und was es sonst nicht so alles für Vorteile gibt. Das besondere an unserem Gesundheitssystem ist aber, dass der Kassenpatient mehr für seine Gesundheit zahlt als der Privatpatient, zumindest, solange er nicht krank wird.

Von einem Automobilclub – der mit den Engeln (s. o.) – erhielt ich jetzt ein unschlagbares Angebot, wo ich ernsthaft überlege, darauf einzugehen. Für nur 12,80 € im Jahr(!) passiert folgendes: „Sie genießen weltweit den Status eines Privatpatienten.“ Deutschland gehört doch auch zu weltweit, oder?

Die Sache hat natürlich einen Haken: Man muss Mitglied des Clubs sein. Zusammen mit den Mitgliedsgebühren kommen wir aber auf die Summe von unter 95 €/Jahr, für die man keine private Krankenkasse finden dürfte, die das auch nur im Monat berechnet. Jetzt fehlt nur noch das Gehalt, das es einem erlaubt, aus der gesetzlichen aus zu treten.