Google hat ein kleines Tool, mit dem man sehen kann, wer wohl beim Eurovision Song Contest gewinnen mag. In den letzten beiden Jahren lag die Suchmaschine wohl nicht so schlecht. Schauen wir mal.
Kategorie: Medien
Überraschung!
Wer liebt sie nicht, diese „Wir-machen-gar-keine-große-Party-aber-wenn-der-zu-befeiernde-nach-Hause-kommt-ist-es-ein-Riesenfest-und-alle-rufen-wenn-er-reinkommt-‚Überraschung!'“-Parties? Einfache Antwort: Ich. Nicht umsonst habe ich ja auch den Wahlspruch: „Bei dreimonatiger Voranmeldung Spontanität gesichert.“ Aber Scherz beiseite.
Im anglophilen Sprachraum wird, passend zum Zwecke der allgemeinen Verständlichkeit, meist nicht „Überraschung!“ gebrüllt, sondern „Surprise!“. Das ist, Mitdenker und Englisch kundige wird das nicht wundern, die ortssprachliche Entsprechung. Vermutlich gibt es dort auch genauso viele Liebhaber der Unsitte wir hier.
Nur welchen Sinn hat das Wort „Surprise“, wenn man es hinter einen eingeführten Produktnamen schreibt? Wahrscheinlich ist dann eine Überraschung mit drin. „Die Pille Surprise“ enthält dann wohl an einer Stelle eine Schokolinse, eine Kiste Cola light koffeeinfrei Surprise enthält eine Flasche mit braungefärbtem Süßstoffwasser und bei Tütensuppe Surprise ist mal kein Glutamat/Hefeextrakt drin.
Was passiert aber, wenn eine, wie ich es jetzt auf einem großen Werbeaufsteller im Stadtgebiet gesehen habe, Zigarettenmarke mit der Produktvariante „Surprise“ wirbt? Sind bei gleichen Preis unterschiedlich viel Zigaretten drin? Oder sind die aufgedruckten Krankheiten, die man vom Rauchen bekommen kann, vielfältiger? Oder gibt es in einer Packung jetzt viele Geschmacksrichtungen? Ich werde es nie erfahren. Das Schicksal eines Nichtrauchers.
Erst das Unglück, dann der Krieg
Der Japaner an sich hat es nicht leicht zur Zeit: Erst das Erdbeben, dann der Tsunami, dann der GAU mit den Atomkraftwerken, das menschliche Elend ist kaum überzubewerten. Und nun scheint das Land auch noch in Kriegshandlungen verwickelt zu sein. Oder interpretiere ich die Schlagzeile auf der heutigen Titelseite unserer Tageszeitung falsch?

Dürfen die das?
Darf man eigentlich die Sonntagszeitung erst am Mittwoch lesen? Läuft das unter Pressefreiheit? Ich hoffe mal, hab’s zumindest mal so gemacht. Aber vermutlich wäre mir das folgende auch am Sonntag aufgefallen.
Darf man eigentlich ein Fest, in dessen Wettbewerb nur Videos zugelassen sind, als Medienfest bezeichnen (1. Buch VTB vom 27.02.2011, Seite 9). Wo bleiben denn die anderen Medien? Blogs, Webseiten, Podcasts, Wahrsager, Kartenleger, Zeitungen, Geisterbeschwörer, Radio, Bücher, Zeitschriften sind doch auch Medien …
Zielgruppe des Festes sind übrigens Jugendliche. Ob es wirklich sinnvoll ist, diese schon so früh mit Medien in Kontakt zu bringen, darf hinterfragt werden. Nach dem 2. Buch VTB, Seite 13 (gleiche Zeitung, 4 Seiten später) wird in der Suchtwoche vom 2. bis 6. Mai unter anderem der Themenschwerpunkt Medienabhängigkeit behandelt.
Zusammenhänge gibts … 😉
Häuserarbeit
Mit dem Begriff „Haus“ wird im allgemeinen deutschen Sprachgebrauch immer wieder auch „Immobilie“ verknüpft, was diese zu in Faulheit rumstehenden Gebilden verunglimpft. Die tägliche Praxis zeigt aber, dass vielen Gebäuden auch Funktionalität innewohnt, die sich in den vorgesetzten Bestandteilen der damit formulierten zusammengesetzten Substantive manifestiert.
Klassisch zu nennende Beispielen sind Wohnhäuser, wo irdendwas oder -wer drin wohnt. Gepflegte Parkanlagen sucht man zwar in Parkhäusern vergeblich, aber immerhin kann man seine Mobilie darin abstellen. In Ärztehäuser praktizieren Ärzte, in Rathäusern wird geraten, wo das Geld aus dem Stadtsäckel hin ist. Der – sicher empirischen – Beispiele gibt es viele.
Breit macht sich in der Stadt eine neue Art von Funktionshaus. Allerdings hat es noch keinen eingängigen Namen wie die anderen. Es gleicht gewissen It-Girls oder Supermodels, ohne an deren Qualitäten heran zu kommen. Aber außen bunt angezogen die eigene Haut zu Markte tragen, innen aber hohl und leer zu sein und ansonsten sinnlos in der Gegend rum zu stehen, das verbindet sie dann doch.


Eine eingängige Begrifflichkeit wäre also gesucht. Vielleicht in Anlehnung ans It-Girl das WeT-Haus? Aber es ist zu sachlich und wenig originell, aus WerbeTräger einfach nur das Kurzwort zu bilden.
Werbeslogans sind Glückssache
Interview zum Start von herdnerd.de
DirkNB: Am 01. März startet der neue Blog herdnerd.de, muss das denn sein?
Herdnerd: Nein. Aber ich hatte Lust drauf, und die Idee fand ich nicht schlecht. Mal sehen, wie tragfähig sie ist.
DirkNB: Bei dem Namen, der Kombination von Herd und Nerd, befasst sich der Blog mit …?
Herdnerd: … unserer Nahrung und ihre Abarten aus der Sicht eines ambitionierten Amateurs, wobei das eine eher sehr wohlwollende Übersetzung des Begriffs „Nerd“ ist. „Fachidiot“ wäre auch eine Variante, trifft aber genausowenig ins Schwarze.
DirkNB: Es geht also ums Essen. Dafür gibt es unter anderem auch schon diesen Blog hier. Wird es da nicht viele Dopplungen geben?
Herdnerd: Es wird Beiträge geben, die vom Herdnerd für RundumGenuss geschrieben werden und umgekehrt. Aber beide haben auch ihre Spezialstrecken. Während der Herdnerd Themen durchaus auch mal kritischer anpackt, wird sich RundumGenuss nicht nur ums Essen, sondern auch um die schönen Seiten des Lebens drehen, wobei diese sehr weit definiert sind.
DirkNB: Worin unterscheidet sich herdnerd.de von anderen vergleichbaren Blogs?
Herdnerd: Es geht monothematisch ums Essen und Trinken, und es geht um die große Vielfalt und den Wahnsinn bei der Nahrungsaufnahme durch den Menschen. Dabei wird es auch viele kurze Beiträge geben, fast im Twitterstil, allerdings ohne die Beschränkungen des Microblogging. Dazu werden auch viele Essensbilder kommen, die aber eher dokumentarischen als fotografischen Wert haben.
Was das Themenspektrum betrifft, ist der allgemein gültige Tipp: Einfach mal reinschauen und überraschen lassen. Und sicherheitshalber gleich den Newsfeed abonnieren, damit man keine Überraschung verpasst. Diese kann übrigens beidseitig sein: beim Leser und beim Autor.
DirkNB: Aber Twitter ist auch mit dabei. Die Updates werden über @dirknb veröffentlicht. Ich danke für das Selbstgespräch Interview.
Ausnahmen, die die Regel bestätigen
Eigentlich sollte man nur darüber einen Blogbeitrag schreiben, worüber man auch Bescheid weiß. Hier bilden wir mal die erste Ausnahme, habe ich doch die bisherigen Etappen zum Ereignis aktiv ignoriert, soweit es ging.
Das Ereignis ist selber aber auch eher eine Ausnahme: Deutschland richtet das Finale des Eurovision Song Contest aus. Dafür hat unser Land bisher kein Abo erhalten, das letzte Mal, dass dieser Wettbewerb gewonnen wurde, ist schon etwas her, so dass wir den Sieg auch eher als Ausnahme bezeichnen dürfen.
Allerdings kommt man, wenn man in Norddeutschland wohnt, nicht einfach an diesem Brimborium vorbei, ist doch der NDR der bei der ARD dafür verantwortliche Sender. So verwundert es nicht, wenn es auch und gerade in seinen Sendern ein wenig gepusht wird. Dem Vorentscheid bin ich ja noch geschickt ausgewichen, aber im Autoradio wurde dann doch der Siegertitel gefeiert. Wie ich dem einschlägigen Internetangebot entnehme, heißt er „Taken By A Stranger“.
Auf der angegebenen Seite ist auch ein Mitschnitt aus der Show mit dem Lied zu sehen. Das erinnert mich doch arg an die Zeit kurz nach dem letzten ESC, auf dem Lena so triumphal gewann. Große mahnende Stimmen wurden laut, die die Frage stellten, wer denn des Spektakel bezahlen soll? Ist es Gebührengeldverschwendung? Und vieles andere mehr.
Die Fragen sind wohl erhört worden, denn beim aktuellen ESC-Beitrag Deutschlands darf man sicher sein, dass die Fragen nach dem fehlenden Geld für die Ausrichtung des nächstjährigen Eurovision Song Contestes nicht in Deutschland gestellt werden. Sowas musikalisch dünnes habe ich schon lange nicht mehr gehört. Eine vordere Platzierung beim Wettbewerb bleibt also die Ausnahme.
Alles Wurst
Manchmal liebe ich ja die Presse, vor allem, wenn sie schöne, sachlich fundierte und möglichst investigative Artikel enthält. Ein Schuss Aufklärung bzw. Bildung kann ja auch nicht schaden, vor allem, wenn das auch noch unabhängig irgendwelcher Geldgeber passiert.
So fand sich in Welt und Berliner Morgenpost unter dem Label „Ernährung“ ein Artikel mit der Überschrift: „So wollen Forscher die Fettbombe Wurst entschärfen“. Der Anrisstext sagt, worum es geht: „Magere Zeiten für die deutsche Wurst: Lebensmitteltechniker wollen Mortadella, Wiener und Salami vom Fett befreit. Ob das die Käufer schlanker macht?“
Dazu zwei Gedanken: Mittlerweile hat die Forschung gezeigt, dass das Fett in der Ernährung nicht wesentlich an der Fettlebigkeit der Bevölkerung schuld ist. Vieles deutet eher auf die Bewegungsarmut und die Kohlenhydrate hin. Außerdem ist Fett ein wichtiger Geschmacksträger, dessen Entzug also aromatisch ausgeglichen werden muss. Da möchte ich mir nicht vorstellen, was stattdessen in die Wurst reingerührt wird.
Zum anderen haben die Deutschen natürlich eine große Wursttradition und -vielfalt. Gleich nach der Brotvielfalt ist das abwechslungsreiche Wurstsortiment ein Markenzeichen Deutschlands, nirgendwo sonst weltweit kann man aus mehr Sorten wählen. Aber hier zeigte der Autor mit traumwandlerischer Sicherheit, dass man sich wunderbar vergreifen kann: Mortadella und Salami sind nun keine Wurstsorten, die für die deutsche Esskultur stehen, werden sie doch eher in Italien verortet. Und selbst bei der „Wiener“ (auch als „Franfurter“ bekannt) streiten sich die jeweiligen Lokalpatrioten noch, ob sie wirklich aus Frankfurt/Main oder doch aus Wien kommen.
Nachtprogramm statistisch
Noch weiß ich nicht, was mir folgende Statistik sagen soll, aber ich habe mich mal die letzten 4 Wochen beobachtet und dabei aufgeschrieben, mit welchem TV-Programm mein Fernseher nach dem Einschalten startet. Sicher ist der Fakt an sich erst mal uninteressant, vielmehr zeigt er aber – und das ist die eigentliche Erkenntnis – was ich am Vorabend für einen Sender als letzten gesehen habe.
Die Zusammenfassung sieht wie folgt aus:
| 1. | ZDFtheater | 5 |
| 3sat | 5 | |
| 3. | EinsPlus | 4 |
| 4. | WDR | 3 |
| ZDF_neo | 3 | |
| 6. | QVC | 2 |
| ZDF | 2 | |
| BR alpha | 2 | |
| 9. | Channel21 | 1 |
| NDRfernsehen | 1 |
Was zeigen diese Werte?
- Bei aller Sendevielfalt scheint man wirklich nur eine handvoll Sender hauptsächlich zu sehen.
- Kabarett/Satire (1., 2., 4., 10.), Kochen (2., 3., 7., 6., 9.) und Wissenschaft (5., 8.) scheinen meine Lieblingsprogramme zu sein.
- Diese scheint es Spätabends ganz gut zu geben.
Vielleicht gibt es auch noch mehr Schlussfolgerungen. Aber mehr fällt mir gerade nicht auf.
