Uhr-Placebo

Das große Thema im Moment in den Medien: Die Umstellung der Sommer- auf die Winterzeit. Selbst in diesem Blog wird darüber geschrieben! Der Hälfte der in diversen Umfragen Befragten ist das Umgestelle lästig. Eine Reihe von Menschen hat wohl sogar gesundheitliche Probleme durch die Zeitumstellung.

Über unsere Ernährung hat mal jemand gesagt: „Das Ungesündeste an unserem Essen sind die schlechten Gedanken darüber.“ Soll heißen: Wenn einer genau weiß, dass ihm die Zeitumstellung auf den Geist geht, dann tut sie es auch. Ich sage mir aber: „Schön! Eine Stunde länger schlafen.“, und habe (zumindest) mit der herbstlichen Umstellung sowas von keine Probleme.

Liebe Zeitumstellungskritiker, bringt mal etwas „Laissez-faire“ in Euer Leben, genießt selbiges mehr, erfreut Euch am Kontrollverlust und denkt mal an die wirklich wichtigen Sachen, dann fragt ihr Euch sehr bald, warum das mit der Umstellung nicht jeden Monat gemacht wird. Ende der Durchsage.

P.S.: Vielleicht gibt’s auch einfach nur zu viele Uhren.

Der Spurt ins Nichts

Der Service einer Firma ist dann am besten, wenn er durch seine Wirkung, nicht aber unbedingt durch seine Sichtbarkeit glänzt. Und wenn es darum geht, an einem Ort für Ordnung und Sauberkeit zu sorgen, dann sollte es da ordentlich und sauber sein, ohne dass man viel davon mitbekommt, wie dieser Zustand hergestellt wird.

Positiv hervorzuheben – völlig ironiefrei – sind hier die Mitarbeiter der img – Immobilien Management Gruppe, einer Tochter der städtischen NEUWOGES, die den Unterbau des hiesigen Marktplatzes, eine wunderbare Tiefgarage, immer ansprechend pflegen. Das braucht natürlich seine Zeit, die mutmaßlich außerhalb der normalen Öffnungszeiten liegt.

Geschlossen wird meist um 21 Uhr. Aber auch nur meist. Es gibt zwei wesentliche Ausnahmen: Irgendwo in der Stadt ist etwas los, dann wird auch schon mal bis 22 oder gar 23 Uhr das Tor offen gehalten. Oder, ich habe es wirklich eilig und will zwei Minuten vor Toresschluss noch schnell zu meinem Auto, ohne einmal über den gesamten Marktplatz gehen zu müssen (und in der Garage fast den gleichen Weg wieder zurück). Dann wird natürlich früher geschlossen, als mittels Aufsteller im Einfahrtsbereich informiert wurde.

So stand ich also heute um 20:58 Uhr etwas abgehetzt vor dem Eingang Treptower Straße, der dank seiner geschlossenen Gittertür keiner mehr war, und blickte auf eine aufgeräumte, saubere Parkfläche und mit einem einzelnen Auto, dass unerreichbar schien. Der Raum war zwar noch hell erleuchtet, aber kein Schlüsselgewaltiger in Sicht.

Natürlich kenne ich des Problems Lösung, die in einem Aufstieg und einer Diagonalquerung des Marktplatzes mit anschließendem Abstieg liegt (die Tür unter dem Kulturfinger öffnete sich übrigens noch von allein und ohne Verwendung der Parkkarte). Dieser Weg hatte aber in der augenblicklichen Stimmung des Servicenehmers, also mir, einen Nachteil, führt er doch am Aufsichtsbüro vorbei, durch dessen Fenster ich den Servicekräften bei einer scheinbar amüsanten Tätigkeit kurz zuschauen durfte. Vielleicht sahen sie gerade das Video, wie ich vor ein paar Minuten an der gegenüberliegenden Tür vergeblich rüttelte. Schadenfreude ist die reinste Freude. Dafür durfte ich mir bei der Diagonalisierung des Marktplatzes bei feinstem Nieselregen das schöne 21-Uhr-Turmläuten unserer Marienkirche anhören. Das erdet doch ein wenig.

Kleinigkeiten

Spätestens seit Sherlock Holmes wissen wir, dass zur Einschätzung der Lage auch und gerade die Kleinigkeiten, die winzigen Details wichtig sind. Sir Arthur Conan Doyles Leser können das an zahlreichen Fallbeispielen sicher belegen. Natürlich ist der Meisterdetektiv nur eine fiktive Figur, aber die Erkenntnis wird ja außerdem auch belegt durch die diversen CSI & Co. Serien. 😉

Ab jetzt begebe ich mich auf dünnes Eis. denn die weiteren Gedanken haben mit christlicher Religion zu tun, ein Thema, dass eigentlich nicht meins ist, dem ich aber auch nicht uninteressiert gegenüber stehe. Da die Religion selber aber nicht in Betrachtung steht, sondern eher das Verhalten von Menschen in ihr, wage ich es doch. Greifen wir uns also mal ein Detail heraus und deuteln dran rum. Das Ergebnis ist natürlich offen.

Zwei Männer, weit mehr der Religion verbunden als ich, stehen hier im Fokus. Nennen wir sie Manfred Schmidt und Lutz Schulz. Die Namen sind frei erfunden, es gibt aber reale Vorbilder. Beide sind regelmäßig mit eigenem Kfz unterwegs und haben augenscheinlich Wunschkennzeichen. Die sind hier zwar auch frei erfunden, das Prinzip, worum es hier geht, bleibt aber gewahrt.

Manfred Schmidt fährt mit dem Kennzeichen

durch unsere Landschaft, während Lutz Schulz sein Auto mit folgendem Kennzeichen versehen ließ:

Nun die offene Detailfrage: Wer steht bei diesen beiden Jüngern Jesu Christi im Mittelpunkt des Denkens und Handelns? Wie sagt der eine doch immer so schön: „Darüber solltest Du mal nachdenken!“

Jüngste Stadt des Landes

Da ist man auf einer geführten Tour quer durch die heimlische Hauptstadt des Landes Rostock, erfährt viel über die Backsteinbauten dortselbst, sieht die „ältesten“ Häuser der Stadt und darf sich anschließend doch wundern. Stimmt das alles, was einem da erzählt wurde? Ist Rostock wirklich elf- oder zwölfhundertsowieso gegründet bzw. erstmals urkundlich erwähnt worden? Oder werden die ganzen alten Bauten nur für die Touristen hingestellt und sind im schlimmsten Fall aus Pappmaché?

Konkretisieren wir die Frage: Wurde Rostock 1218 oder 1952 gegründet? Die Stadtführerin auf der eine Seite oder diese Info, auf der gleichen Tour fotografiert, auf der anderen Seite:

Knapp 800 Jahre oder 60? Gesprochenes Wort vs. geschriebenes.

Schein und Sein

An einer Volkshochschule kann man viel lernen, nützliches und auch weniger sinnvolles, wobei das Bewerten in diesen Kategorien im Auge des Betrachters liegt. Die hiesige bietet unter anderem einen Kurs unter dem Titel „Farbberatung inkl. Schminktipps vom Profi“ an. Man sucht wohl Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Leider finden das Ganze an zwei Freitagen ab 14 Uhr statt, da ich aber bis 14 Uhr „Freitag nach eins“ moderiere, werde ich leider nicht teilnehmen können. 😉

In einer Pressemitteilung heißt es:

Für den ersten Eindruck gibt es bekanntlich keine zweite Chance. Ein gepflegtes Erscheinungsbild ist heute wichtiger denn je und oft „Eintrittskarte“ für bestimmte Kreise.

Ganz ehrlich: Ich möchte keinen „Kreisen“ angehören, wo das so ist.

Weiter heißt es:

… gutes Aussehen wird häufig mit Intelligenz, Fleiß und Kreativität verbunden. Es stärkt das Selbstwertgefühl und ist wichtig für sicheres Auftreten.

Dass das in „gewissen Kreisen“ so ist, mag ja sein. Aber dazu muss man diesen hanebüchenen Unsinn nicht auch noch ernst nehmen und verbreiten. Nachher denken noch alle, das wäre überall so. Ein sicheres Auftreten und ein starkes Selbstwertgefühl sollte man aus seinen echten Qualitäten ziehen, der Auftritt und die Außenwirkung gehen dann von ganz allein in die positive Richtung und sind nicht von Äußerlichkeiten abhängig.

Wie heißt es doch so schön: Für das, wie sich manche morgens zurecht machen, würde ein Gebrauchtwagenhändler in den Knast kommen.

Noch mal Chronistenpflicht

Nicht nur aus Zeitgründen – aber auch – bietet sich nur die Gelegenheit, der Chronistenpflicht nachzukommen:

Bei genauer Betrachtung des Stechlings prophezeie ich für die nächste Zeit keine weitere neue Blüte. Und auch diese wird spätesten Montag ähnlich aussehen wie ihre Vorgängerin.

Neue Knospen sind noch nicht zu erkennen. Aber hat er nicht in diesem Jahr auch schon genug geblüht?!

Verwirrung

Nach dem heißen Wochenende und den Gewittern des heutigen Tages scheint es doch etwas Verwirrung zu geben. Habe ich nicht dunkel in Erinnerung, wenn man sein Fahrrad bei Regengefahr irgendwo abstellt, dass man dann den Sattel durch einen Beutel, eine Tüte oder etwas ähnliches schützt?

Die Welt oder meine Klischees sind durcheinander. 😉