Shakespeares Wecker

Es war William – ich will mich jetzt nicht in die Diskussion einmischen, ob er seine Werke selber geschrieben hat oder, wie Mark Twain es einmal erwähnte, ein Autor gleichen Namens – Shakespeare, der seine Hauptfigur Julia in „Romeo und Julia“ so schön sagen ließ: „Es war die Nachtigall, und nicht die Lerche“. Wer diesen Passus kennt, der weiß, dass damit unterschiedliche nächtliche Zeiten gemeint sind, also eher der Abend oder doch der Morgen, ganz nach den Musizierzeiten der erwähnten Vögel.

So müssen seitdem Lerchen früh aufstehen, während Nachtigallen oder auch Eulen für die späteren Stunden des Tages zuständig sind. Mit diesen Begrifflichkeiten werden heutzutage auch gern Menschen in zwei Klassen unterteilt, denn ohne diese Schubladen scheint es ja auch gar nicht zu gehen. Zum einen gibt es die positiv besetzten weil früh aufstehenden Lerchen, die die Gesellschaft mit ihren Maßgaben prägen und alle spät aufstehenden Eulen ihre moralische Überlegenheit immer wieder gern aufs Brot schmieren.

Wobei ich hier die Formulierung „spät aufstehende“ der besonderen Beachtung anheim stelle. Sie beschreibt die Situation entschieden besser als die gern genutzte Alternative „lang schlafende“, schlafen Eulentypen eben nicht länger, sondern nur später. Denn ist es nicht so, dass viele Frühaufsteher abends zu einer Zeit, wo die Spätaufsteher zur zweiten Hochform auflaufen, erschöpft und müde in den Seilen hängen?

Auch die Wissenschaft hat sich diesem Thema angenommen. Danach ist der „Normalschläfer“ derjenige, der ca. von Mitternacht bis 8 Uhr schläft. Früher sind die Lerchen, später die Eulen. Außerdem, wie hier zu lesen ist, gehören die meisten Menschen von Natur aus – es liegt in ihren Genen – zu den gemäßigten Eulen. Das sei so manchem militanten Frühaufsteher mal ins Stammbuch geschrieben.

Zweimal im Jahr kommt das ganze System sowieso durcheinander: am letzten Sonntag im März und am letzten Sonntag im Oktober bei der Zeitumstellung. Ein Akt, der für manche Menschen nicht hoch genug bewertet werden kann. Sogar eine Krankenkasse setzt sich mit dem Thema auseinander:

Eulen- oder Lerchentyp? Zeitumstellung macht vielen zu schaffen

Schwerin, 21. März 2012. Am Sonntag ist es wieder soweit: Die Sommerzeit beginnt und die Uhren werden um eine Stunde – von zwei auf drei Uhr – vorgestellt. Laut Techniker Krankenkasse (TK) in Mecklenburg-Vorpommern macht die Umstellung von Winter- auf Sommerzeit vielen Menschen zu schaffen.

„Besonders leidet der sogenannte Eulentyp darunter“, sagt Prof. Dr. Horst-Werner Korf vom Dr. Senckenbergischen Chronomedizinischen Institut in Frankfurt. Eulen seien Menschen, die morgens gern lange schlafen und abends lange aufbleiben. Lerchentypen hingegen mache die Zeitumstellung eher nichts aus. Sie seien es gewöhnt, früh aufzustehen und früh ins Bett zu gehen. „Da wir in einer Lerchengesellschaft leben – Schulunterricht, Vorlesungen und die Arbeit beginnen meist sehr früh – leiden Eulen schon unter normalen Umständen unter einem Schlafdefizit. Die Zeitumstellung von Winter- auf Sommerzeit verschärft ihre Situation noch zusätzlich“, sagt Korf.

Der Chronotyp eines Menschen ändere sich mehrmals im Leben. „Babys werden meist als Lerchen geboren – ‚Eulen‘-Eltern können ein Lied davon singen.“ In der Pubertät wandelten sich viele Menschen hin zum Eulentyp, um dann im Alter wieder zur Lerche zurückzukehren. „Wissenschaftlich ist das aber noch nicht weit genug erforscht“, erklärt Korf.

Eulen-Menschen leiden nach der Umstellung von Winter- auf Sommerzeit häufig unter Einschlafschwierigkeiten, Konzentrationsschwäche, Appetitlosigkeit und depressiven Verstimmungen. Um die Auswirkungen des „Mini-Jetlags“ abzuschwächen, empfiehlt die TK, bereits einige Tage vor der Umstellung früher ins Bett zu gehen und auch die Mahlzeiten früher als sonst einzunehmen. Wer normalerweise einen Mittagsschlaf macht, sollte nach der Zeitumstellung etwa eine Woche darauf verzichten, um nachts besser einschlafen zu können. Außerdem kann es helfen, sich tagsüber verstärkt Sonnenlicht auszusetzen. Denn durch Aktivität bei Tageslicht, wird abends vermehrt das Schlafhormon Melatonin ausgeschüttet, berichtet die TK.

In der Regel stellt sich der menschliche Organismus nach maximal sieben Tagen auf die Zeitumstellung ein.

Man soll ja nicht immer von sich auf andere schließen, auch wenn es ein Umkehrschluss ist. Aber ich halte die meisten Schlafstörungen auf Grund der Zeitumstellung für selbsterfüllende Prophezeiungen. Wenn der Betroffene genau weiß, dass er deswegen schlecht einschläft, wird das auch genau so kommen und ihn in seiner Meinung bestärken. Das ganze ist gewissermaßen ein Placeboeffekt.

Einfach laufen lassen, wenig Gedanken machen. Die Zeit fließt auch ohne uns dahin. Mehr Gelassenheit und in der Hektik nicht vergessen, alle Uhren umzustellen. Das hilft übrigens recht gut: Irgendwann Samstagabend drehe ich die Uhren, die ich stellen muss, eine Stunde vor, so bin ich gefühlt schon in der neuen Zeitzone, wenn ich zu Bett gehe und alles ist gut.

Die Veranstaltung für Vegetarier

Frank war wieder da. Mit Ausnahmegenehmigung seines Arztes, dass er dank seiner Fieberfreiheit bekommen hatte, konnte er heute seine Ernährungsberatung fortsetzen. Zwar war er noch nicht ganz wieder her gestellt und eigentlich auch noch krank geschrieben, aber uns nach seinen Weisheiten lechzenden konnte er doch nicht noch eine Woche allein lassen. Hochachtung.

Nach Wasser, Fetten und Kohlenhydraten standen heute die Proteine bzw. Eiweiße auf dem Programm. Sie stellen neben dem Wasser eine wesentliche Basis der menschlichen Ernährung da. Dabei gibt es eine ganz einfache Regel, die bei der Ernährung zu beachten gilt: Je später der Tag, desto eiweißreicher die Mahlzeit. Während man sich zum Frühstück noch mit (wertvollen) Kohlenhydraten und Eiweißen vollstopfen kann (Fett geht natürlich den ganzen Tag nicht), sollte die 5. Mahlzeit am Abend nur noch aus Eiweißträgern bestehen – vor allem dann, wenn man nach Feierabend auch noch etwas Sport getrieben hat. Kohlenhydrate – Brot, Nudeln, Reis, Brötchen, Zucker usw. – sind abends absolut und ohne Widerspruch tabu.

Das mit dem Sport am Abend ist ein interessantes Modell, vor allem, wenn man den zeitlichen Aspekt behandelt. Mein normaler Feierabend liegt bei 18:30 Uhr. Bis ich dann zu Hause bin und zu einer heimischen Mahlzeit fähig, ist es ca. 19 Uhr, dem Essen sein Ende liegt dann bei 19:30 Uhr. Da man zwischen Essen und Sport etwa anderthalb Stunden warten sollte, geht der um 21 Uhr los. Abends um zehn wäre ich dann ausgepumpt wieder zu Hause. Wer jetzt aber dachte, nun ist gut, der irrt. Das Abnehmen – immerhin das Ziel der Übung – gelingt nur, wenn man auch nach dem Sport etwas isst. Die Mahlzeit um 19 Uhr ist erst die 4. des Tages, um 22:30 Uhr (duschen, erholen, Essens vorbereiten) folgt Nr. 5 mit nur eiweiß- und wasserhaltigen Nahrungsmitteln: gedünsteter Fisch mit Grillgemüse, gegrillte Hähnchenbrust mit Dünstgemüse usw.

Nicht ganz vollständig war übrigens die Aufzählung eiweißreicher Nahrungsmittel bei der Veranstaltung, was aber später korrigiert werden konnte. Wichtige Eiweißträger sind: Fleisch, Fisch, Milchprodukte wie Käse, Quark und Joghurt. Bei allem ist natürlich auf Fettarmut zu achten. Beinahe unterschlagen worden wären die pflanzlichen Eiweißträger, die sich im wesentlichen rund um die Hülsenfrüchte platzieren: Erbsen, Bohnen und vor allem Linsen stehen bei den einheimischen Gemüsen ganz weit oben. Irgendwer hat sogar mal gesagt, dass die Nährstoffe in der Linse so wertvoll wären, dass man eher mal eine Dose Linseneintopf essen sollte als gar keine Linsen. Ansonsten sind Dosengemüse eher kritisch zu sehen, vor allem, was die Inhaltsstoffe angeht. Ausnahme sind pure Tomaten.

Frank erzeugte wohl doch einige Irritation bei den Teilnehmern seines Ernährungskurses. Abends kein Brot zu essen, dürfte für viele eine ganz schöne Umstellung der Ernährung darstellen. Die Käsescheibe öfter mal mit einem Stück Lachsschinken zu belegen (oder umgekehrt), ist auch nicht jedermanns Sache. Mein größtes Problem sind meine Softdrinks am Abend. Zum Fernsehen genussvoll ein Fläschchen eiskalte Cola zu schlürfen – Light-Produkte sind ja auch keine Lösung sind -, werde ich sehr vermissen …

Gute Besserung!

Da tut man so viel für seine Gesundheit: Man treibt Sport, ernährt sich gesund und dann das: Frank ist krank. Deswegen gibt es heute keine Geschichte aus seinem Kurs zur Ernährungsberatung. Aber für den nächsten Donnerstag ist er wieder als gesund und fit angemeldet. Bis dahin: Gute Besserung!

Das frühe Foto

Manchmal ist es doch erstaunlich, was man in vollster Morgenblindheit doch noch so alles hinbekommt bzw. erstmal mitkriegt. Gestern morgen schaue ich, noch leicht geblendet, durch das Rollo-befreite Fenster und dann das:

Da hieß es, schnell den Fotoapparat in Gang zu setzen, den Zoom voll aufzudrehen, sich benachthemdet ans offene Fenster zu stellen und auszulösen.

Damit wäre dann auch bewiesen, dass die Mitarbeiter der Arbeitsagentur zwar nicht hinter, aber unter dem Mond leben und arbeiten. 😉

Der Mond über Neubrandenburg … So kurz vor dem Untergang (des Mondes!!!) ein durchaus auch romantischer Vorgang, wenn’s auch kurz nach (gefühlt noch vor) dem Aufstehen passiert. Haben andere Städte eigentlich auch solche Monde?

Leckere Überraschungen und was sonst nicht geht

Nachdem bei der letzten Veranstaltung der Ernährungsberatung, an der ich teilnehmen darf, das Hauptthema „Fett“ war und wie man es vermeidet, ging es heute um Kohlenhydrate.  Ganz stark pauschalisierend kannman sagen, dass man sie vermeiden sollte. Natürlich gibt es, wie auch beim Fett, gute und schlechte Kohlenhydrate. Einfache Regel: Je schneller ein Kohlenhydrat verdaut wird, desto schlechter ist es.

Bei den Kohlenhydraten unterscheiden wird grundsätzlich drei Arten: Zucker, Stärke, Zellulose. In der Reihenfolge werden sie für den abnehmwilligen Menschen auch immer wertvoller. Zucker und seine diversen Arten (Traubenzucker, FruchtzuckerKristallzucker, Milchzucker, MalzzuckerRaffinose etc. und deren Synonyme Dextrose, Maltose, Glukose, Fruktose etc. sowie technischen Abwandlungen, die dann meist auch -sirup enden) sind ganz böse und sind strikt zu vermeiden. Weitgehend verzichten sollte man auch auf Stärke und stärkehaltige Lebensmittel: Mehle, Kartoffel-/Maisstärke, (geschälter) Reis, Weißmehlprodukte, Kartoffeln, (Eier-)Nudeln (vor allem die weich gekochten), etc. Letztendlich alles, was unter die Überschrift „Sättigungsbeilagen“ und „Soße“ läuft.

Satt werden darf man natürlich trotzdem, und in gewissem Sinn kann man richtig schlemmen. Gemüse geht zum Beispiel immer und auch so viel, bis man nichts mehr in sich hinein bekommt. Dabei ist natürlich auf Vielfalt besonderer Wert zu legen, zum einen in der Art des Gemüses wie auch in seiner Zubereitung. Grillen, dünsten, kochen oder nur schnippeln und dann zu Salat verarbeiten geht. Alles raffiniert gewürzt, aber (wir haben es gelernt) fettarm/-frei zubereitet. Joghurtdressing (aus 0,2%-igem Joghurt natürlich), Buttermilchdressung oder auch Frischkäse als Basis sind erlaubt (mit letzterem lässt sich auch in Verbindung mit püriertem Gemüse eine leckere Soße herstellen). Solange man das viele Gemüse nicht gewohnt ist, sollte man es speziell auch abends garen.

Obst geht auch bis zum Abwinken, aber nicht abends. Ansonsten gilt das gleiche wie bei Gemüse. Bei Nudeln sind Vollkorn- und Hartweizengriesprodukte zu bevorzugen, natürlich al dente gekocht, was nicht nur eine Modeerscheinung ist. In diesem Zustand gehen die Kohlenhydrate besonders langsam in den Stoffwechsel übrig, was hilft, sie nicht gleich auch die Hüften zu bekommen. Auch eine Kartoffel oder eine kleine Portion ungeschälter Naturreis sind erlaubt. Für die „Brotzeit“ empfiehlt der Ernährungsberater alles, was zu mindestens 60% aus Vollkornmehl besteht. Wer mehr isst, muss sich mehr bewegen, sagt Frank. Und dazu natürlich immer viel Wasser trinken.

Der Schwerpunkt beim Essen, meint Frank (und da würde ich ihm sogar zustimmen) liegt im Umdenken, was das wirklich wesentliche auf dem Teller ist, was also schwerpunktmäßig gegessen werden sollte: Fleisch, Fisch, Wurst, Käse, dazu das Gemüse. Mehlige, fettige Soßen und die „Sättigungsbeilagen“ sind Hüftgold. Das Hauptgericht, natürlich so fettarm wie möglich, steht im Mittelpunkt.

Aber zwischendurch hat sich der gute Frank auch mal selber widersprochen. Zum einen präferierte er das zweifelhafte Ernährungsmodell „Frühstück wie ein Kaiser, Mittag wie ein König, abends wie ein Bettler“, zum anderen beantwortete er eine Nachfrage nach dem abendlichen Obst- oder Schokoladengenuss mit em Tipp, dass man sich das dann am nächsten Morgen wieder runter bewegen muss, weil man sich ja abends nach dem Genuss nicht mehr so viel bewegt.

Nächste Woche geht es um Eiweiß/Proteine. Ich vermute, dass man hier die Zufuhr nicht auch noch reduzieren muss. Wenn doch, wären wir bei FDH („Friss die Hälfte“) bzw. noch radikaleren Methoden. Aus den bisherigen Andeutungen scheint es aber dann doch darauf hinaus zu laufen, dass Proteine durch etwas erlaubter sind. Wir werden sehen. 😉

P.S.: Beinahe hätte ich die leckere Überraschung vergessen, die ich in der Überschrift andeutete. Das war ein Frischkäse mit Kakao-Geschmack, der erstaunlich wenig nach Frischkäse und erstaunlich gut nach Schokolade schmeckte. Wenn ich ansonsten eine Nuss-Nougat- oder Schoko-Creme essen würde, wäre das in interessanter Ersatz. Eine nicht leckere Überraschung war eine Leberwurst mit 3% Fett. Sie hinterließ beim Essen ein leicht sandiges Gefühl auf der Zunge.

Es lebe die Industrie (aktualisiert)

Heute war ich wieder bei Frank. Ihr erinnert Euch? Langsam wird es lustig. Die Erkenntnis des heutigen Abends: Man darf alles essen, es darf nur (so gut wie) kein Fett enthalten. Bei einigen Nährstoffen muss man ein wenig drauf achten, es nur zu bestimmten Tageszeiten zu essen. Hauptsache: So wenig wie irgend möglich Fett. Denn das ist dann genau das Fett, was dann auch auf die Hüften kommt.

Schwerpunkt der Ernährung ist also: fettarmes Fleisch, fettarme Wurst, fettarmer Fisch (da werden wir dann bald mal an Omega-3-Mangel erkranken ;-)), fettarme Milch (0,5%), fettarmer Frischkäse, fettarmer Käse, fettarmer Quark, fettarmer Joghurt, dazu Gemüse, Obst und möglichst wenig „Sättigungsbeilagen“.

Die Richtigkeit der Hauptthese kann ich nicht einschätzen, glaube mich aber an Studien erinnern zu können, die dem widersprachen. Letzt endlich gipfelt es in der Frage, ob das Fettmolekül, dass ich aus einem schönen Stückchen Speck vom schwäbisch hällischen Landschwein esse, wirklich das selbe Fettmolekül ist, dass sich dann an meiner Hüfte wiederfindet. Oder hat sich das Hüftfettmolekül nicht auch aus Kohlenhydraten und Eiweiß gebildet?

Als Freund natürlicher Ernährung frage ich mich allerdings auch noch, ob die oben genannten Produkte wirklich so auch naturnah hergestellt werden können? Diese kastrierten Produkte, frei von ihrem Eigengeschmack, von ihrem Mundgefühl und ohne Reiz für unseren 6. Geschmacksnerv können einen Esser nicht wirklich glücklich machen. Wie sagen doch alle Fernsehköche unisono: Fett ist ein Geschmacksträger. Sicher sollten gerade übergewichtige ihre Fettzufuhr kontrollieren, aber eben nicht nur diese, sondern auch alles andere. Auf welche Art zum Beispiel Fleisch so fettfrei geworden ist, ober warum Wurst trotzdem schmeckt, obwohl gerade die klassisch geschmacksgebenden Zutaten nicht drin sind, möchte ich hier nicht erläutern.

Und dann einer der größeren Faux pas: Frank empfahl unter anderem Diät-Pflaumenmus, speziell auch für eine anwesende Diabetikerin. Die Zutatenliste war erstaunlich kurz, nur 3 Zutaten. Die mittlere war Fruktose, manchmal auch Fruchtzucker genannt. Ich zitiere aus einer Stellungnahme des Bundesamtes für Risikobewertung:

Das BfR hat die aktuelle internationale wissenschaftliche Literatur zum Thema Fruktose und die Entstehung des metabolischen Syndroms sowie Fettleibigkeit und Fettsucht (Adipositas) gesichtet. Das metabolische Syndrom bezeichnet das gleichzeitige Auftreten von Überge-wicht, Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck und Insulinresistenz. Eine Vielzahl neuerer Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass die verstärkte Aufnahme von Fruktose über industriell gefertigte Lebensmittel wie mit Fruktose gesüßte Limonaden nachteilig auf die Gesundheit wirkt: Adipositas wird gefördert, da hohe Fruktosemengen die hormonelle Gewichtsregulierung beeinflussen, und die Entstehung des metabolischen Syndroms, das in engem Zusammenhang mit Diabetes mellitus Typ 2 zu sehen ist, wird begünstigt.

Apropos „industriell gefertigte Lebensmittel“: Mir fällt die Ausnahme gerade nicht ein, aber bis auf diese waren alle empfohlenen Lebensmittel Industrieware, aufgepeppt mit allerlei Konservierungsmittel, diversen Verpackungsmüll erzeugend und zum Beispiel beim Fleisch mit zweifelhafter Herkunft. Ein Tier, zum Beispiel das Schwein, bildet von allein keinen Schinken, der nur 0,9% Fett enthält. Und sicher gibt es Fleischpartien, egal von welchem Tier, die relativ fettarm sind. Wer soll aber die anderen Teile Essen? Oder sollen wir diese wegschmeißen? Es werden ja auch noch nicht genug Lebensmittel einfach so entsorgt. Hinzu kommt, dass Verbraucherschützer und Genussmenschen bei Geflügel immer empfehlen, ganze Tiere zu kaufen. An denen kann man sehen, ob das Tier unter vernünftigen Bedingungen aufgewachsen ist. Bei Hähnchenteilen, auch noch hautbefreit, sieht man das nicht mehr, was natürlich durch die Industrie auch ausgenutzt wird. Noch schlimmer sind dann die vorgeschnittenen und teilweise vorgebratenen „Fleischteile“ für geschnetzeltes u. ä.

Kommende Woche habe ich einen Termin bei seinem Chef. Da werde ich versuchen, das Thema anzusprechen. Mal sehen, was dabei herauskommt.

Hier noch ein paar Links, freundlicherweise von seeseekey zur Verfügung gestellt:

  • Spiegel: Ernährung – „Friss die Hälfte“ ist die beste Diät
  • radioWissen (MP3): Essen und Stoffwechsel
  • radioWissen (MP3): Macht Dicksein krank?
  • radioWissen (MP3): Die „Fett-Epidemie“ – Mythos und Wirklichkeit einer Erzählung
  • Deutschlandfunk: Die giftige Wahrheit über Zucker – US-Forscher warnen in Nature vor Fruktose

FFC – Aufwärts zum Abwärts

Er heißt Frank und ist mein Foodcoach. Ja, ich habe einen Foodcoach. Einen Essentrainer. Und ich bin sehr gespannt, wie sich das in Zukunft entwickelt. Immerhin gilt es Platz zu schaffen für immer weiter führende kulinarische Genüsse. 😉

Meine Ärztin meinte mal, ich soll mich um eine Ernährungsberatung kümmern; ich widersprach ihr nicht, obwohl ich weiß, dass es bei mir weniger eine Frage des Zuviel an Energiezufuhr sondern eher um ein Zuwenig an Energieverbrauch geht. Sie überwies mich an einen Allgemeinmediziner mit einem entsprechenden Schwerpunkt. Seine Firma bietet auch eine Ernährungsberatung an, immerhin sprach er bei der Auftaktveranstaltung ein paar einleitende Worte. Den Rest übernahm Frank. Zwei Handvoll abnehmwilliger Leute erhoffen die große Weisheit beim Erreichen ihres Ziels. Jetzt geht’s los zur Reduzierung des Körpergewichts. Und es ist „Nicht so schlimm!“ wie Frank mehrfach betonte …

Seit einigen Jahren befasse ich mich mit der Ernährung des Menschen und mit dem, was man als „gesund“ bezeichnet. Eine der wesentlichen Erkenntnisse, die ich auf dem Gebiet errungen habe, ist die, dass es eigentlich keine gesicherte Erkenntnis gibt. Die Ernährungswissenschaft ist eher eine statistische als wirklich naturwissenschaftliche, niemand weiß eigentlich genau, wie die menschliche Verdauung und Energiegewinnung funktioniert. Es werden viele Studien gemacht und ausgewertet, über Kreuz miteinander verknüpft und metaübergreifend analysiert. Aber das sind alles nur statistische Methoden, die Vermutungen bestenfalls unterstützen, aber nicht endgültig bestätigen können.

Es deutet sich an, dass Frank und ich einige Differenzen haben werden, was die Bewertung von Nahrungsmitteln u. ä. betrifft. Es gab übrigens auch ein Faltplan zum Mitnehmen mit ein paar Basisinformationen. Ich weiß nicht, auf welchem Stand sich das Papier bewegt, als Herausgeber findet sich eine bundesdeutsche Organisation, die sich zum einen der Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte verschrieben hatte und die zum anderen nicht mehr existiert. Letzteres hat auch seine Gründe. Ich erwarte einige, mittlerweile überholte Erkenntnisse, die mit Unterstützung von Studien gewonnen wurden, die indirekt durch Nahrungsmittelhersteller finanziert wurden. Aber ich lasse mich auch gern von anderen überraschen.

Na, mal sehen, was noch so alles passiert. Ich werde berichten. Bisher gibt es nur eine wichtige Erkenntnis: Mehr stilles Wasser trinken; und nicht immer das gleiche. Aber das hat Mark Twain in seiner pointierten Art auch schon mal gesagt: „Wasser, in Maßen genossen, ist unschädlich.“ Eine der wirklich nachgewiesenen Aussagen der Ernährungswissenschaft.

Gestatten – Name

Die Anrede im Schriftverkehr – egal, ob E-Mail, Spam oder klassischer Brief – sollte immer dem Verhältnis angepasst sein, in dem sich Schreiber und Leser mit einander befinden. Die Variantenvielfalt, die mir da bisher so begegnet ist, ist groß, manchmal unterscheiden sie sich aber auch nur durch Kleinigkeiten.

Ganz grundsätzlich gibt es wohl 5 Anredefloskeln:

  • Sehr geehrter
  • Werter
  • Guten Tag
  • Hallo
  • Lieber

Natürlich gibt es sie auch in den weiblichen Versionen. Die Unterarten unterscheiden sich dann im weiteren Wortverlauf:

  • Herr Name
  • Herr Vorname Name
  • Herr Vorname
  • Vorname Nachname
  • Vorname

Wobei: Nicht jede der möglichen 25 Kombinationen ist überhaupt gebräuchlich. Schauen wir mal, was es da alles gibt:

  1. Sehr geehrter Herr Pohlmann,
  2. Sehr geehrter Herr Dirk Pohlmann,
  3. Sehr geehrter Herr Dirk,
  4. Sehr geehrter Dirk Pohlmann,
  5. Sehr geehrter Dirk,
  6. Werter Herr Pohlmann,
  7. Werter Herr Dirk Pohlmann,
  8. Werter Herr Dirk,
  9. Werter Dirk Pohlmann,
  10. Werter Dirk,
  11. Guten Tag Herr Pohlmann,
  12. Guten Tag Herr Dirk Pohlmann,
  13. Guten Tag Herr Dirk,
  14. Guten Tag Dirk Pohlmann,
  15. Guten Tag Dirk,
  16. Hallo Herr Pohlmann,
  17. Hallo Herr Dirk Pohlmann,
  18. Hallo Herr Dirk,
  19. Hallo Dirk Pohlmann,
  20. Hallo Dirk,
  21. Lieber Herr Pohlmann,
  22. Lieber Herr Dirk Pohlmann,
  23. Lieber Herr Dirk,
  24. Lieber Dirk Pohlmann,
  25. Lieber Dirk,

Die Varianten 3, 4, 5, 8, 13, 18, 23 würde ich mal unter gänzlich ungebräuchlich abhaken. Der Rest ist mir irgendwie schon mal unter gekommen. Wobei die Kombinationen mit „Werter“ wohl auch den Abfluss der Sprachgeschichte nach unten passiert haben. Was bleibt übrig?

  1. Sehr geehrter Herr Pohlmann,
  2. Sehr geehrter Herr Dirk Pohlmann,
  3. Guten Tag Herr Pohlmann,
  4. Guten Tag Herr Dirk Pohlmann,
  5. Guten Tag Dirk Pohlmann,
  6. Guten Tag Dirk,
  7. Hallo Herr Pohlmann,
  8. Hallo Herr Dirk Pohlmann,
  9. Hallo Dirk Pohlmann,
  10. Hallo Dirk,
  11. Lieber Herr Pohlmann,
  12. Lieber Herr Dirk Pohlmann,
  13. Lieber Dirk Pohlmann,
  14. Lieber Dirk,

Das sind immer noch 14 Varianten, aus denen man sich nach Bedarf die passende Auswählen kann. Wobei ich einige dieser in ihrer Kombination schon etwas grenzwertig finde.

Als einzige offizielle seriöse Variante würde ich Nr. 1 gelten lassen. Nr. 2 ist die fehlgeleitete Version von Nr. 1, wo jemand mit den Formularfeldern der Serienbrieffunktion nicht richtig umgehen konnte. Die Variante fand sich bisher nur auf Werbebriefen und Spam. Das trifft für die Nummern 3, 4, 5 und 6 ebenfalls zu, wobei mit Nr. 6 wohl etwas mehr Vertraulichkeit simuliert werden soll.

Apropos Vertraulichkeit: Hierunter fallen die Nummern 7 bis 10. Die 8 und die 9 ist wieder für die Werbe- und Spamversender gedacht, der Nr. 7 folgt dann aber ein Schreiben im „vertraulichen Sie“, während Nr. 10 dann die Variante für einen Brief oder eine E-Mail mit der Anrede „Du“ ist. Das Hallo beinhaltet allerdings auch eine gewisse Unverbindlichkeit. Wenn man genauer darüber nachdenkt, fehlt irgendwie eine Anrede, die ihren Rang zwischen „Sehr geehrter“ und „Hallo“ hat, also ein gebräuchlicher Nachfolger des „Werter“.

Die Kombinationen mit „Lieber“ (und Steigerungsformen) würde ich wirklich nur im (ganz) privaten Rahmen zulassen, ist aber selbst hier eher etwas altbacken. Ich erinnere mich noch an Zeiten als Schüler, wo ich in den Ferien aus dem Ferienlager Postkarten oder Briefe mit der Anrede „Liebe Eltern“ nach Hause gesandt habe. 😉 Nr. 11 bis Nr. 13 ist mir jetzt auch schon mehrfach auf Werbe-E-Mails oder Directmailings aufgefallen. Nicht wissend, was die Absender damit bezweckten, wurden die Schreiben handgeschreddert und entsorgt. Nur bei den E-Mails muss ich ein wenig aufpassen, da darf ich nicht einfach so ungelesen löschen. Einen wichtigen Nr.-11-Schreiber gibt es dann doch. Aber, das erkennt man dann ja am Absender. 😉

Stachlige Zukunftspläne

Wenn ich mir meine beiden Kakteen und ihre Nachkommen so ansehe, reift ihn mir der Entschluss heran, vielleicht doch meine Zukunft voll und ganz der Kaktuszucht zu widmen.

Nebenstehend ist die stachlige Version zu sehen, die bereits durch große Blütenpracht überraschte. Der aufmerksame Beobachter stellt sicher rechts unten schon wieder einen Ableger fest.

Während die vorherigen eher rundlich, kugelig waren scheint sich dieser eher für eine schlankere Bauform zu halten. Erste Wurzelansätze sind auch schon zu erkennen, so dass bald mit einer Abnabelung zu rechnen ist. Fast stellt sich die Frage: Wohin nun auch noch damit?! 😉

Dass so eine Abnabelung auch klappt, zeigt das zweite Bild. Der kleine Fratz ist einer der Ableger des gleichen Kaktus und entwickelt sich auch prächtig.

Wollen wir also mal sehen, was aus dem Neuling noch so alles wird. Ich wünsche ihm auf alle Fälle viel Glück.

Sonntag frühabend

Heute frühabends, lass es so 17 Uhr oder 17:30 Uhr gewesen sein, hätte ein möglicher Beobachter ein bei flüchtigem Blick eigentümliches Schauspiel erlebt. Entweder müsste ich dann mit dem Vorwurf der Geschmacksverirrung oder der Schwangerschaft leben, letzteres wird bei dem Körperbau schon eine Weile vermutet.

Was passierte? In der Küche holte ich einen Frühstücksteller (man kann ihn auch gut als Kuchenteller nutzen) und eine Kuchengabel heraus. Dann wickelte ich mit einer gewissen Vorsicht etwas aus einem Stück Alufolie aus, was von weiten wie ein gut gebräuntes Stück Blechkuchen aussah. Dann machte ich es mir mit dem gefüllten Teller auf dem Sofa bequem, stocherte etwas auf dem Teller herum und fischte mir Pflaumen, Pfirsiche und andere Früchte heraus, die ich genussvoll verspeiste. Dann holte ich mir aus dem Kühlschrank die Schlagsahne (nee, eben nicht!) den Senf, strich ihn über die Reste auf dem Teller und aß auch diese.

Senf auf Obstkuchen? Silvester, wo es ja wenigstens noch mit Senf gefüllte Pfannkuchen gibt, ist doch lange vorbei. Vielleicht ist es ja doch eine Geschmacksverirrung. Oder eben ein Beispiel dafür, dass man sich nicht immer vom ersten Eindruck leiten lassen sollte. Bei dem „Stück Kuchen“ handelte es sich nämlich um eine gute Scheibe von Mutters (mit oben genannten Früchten) gefüllten Rippenbraten, dessen Fleisch beim Verzehr durchaus ein wenig Senf vertragen kann.