Milchpreise im Keller

Die armen Bauern – sie bekommen nichts mehr für die Milch, die sie produzieren. Einzige richtige Konsequenz: Anderes Geschäftsfeld suchen.

Die Medien lamentieren mit, aber das Problem ist hausgemacht. Es ist sicher schade für die Bauern in der Region, aber wenn sie nicht findig sind und andere Vermarktungswege finden, ist ihnen vermutlich nicht zu helfen.

Milch ist nunmal ein leicht zu transportierender Stoff, da kommt es nicht so genau drauf an, wo er her kommt. Und produziert wird er schließlich in viel zu großen Mengen!

Und das haben wir doch mal gelernt: Das Angebot bestimmt den Preis. Und wenn es zu viel von etwas auf dem Markt gibt, fällt der eben.

Milch, Strom, Geld … Von allem zu viel da, deswegen fällen die Erlöse. Ganz einfach, für ein komplexes Problem.

Gegen die Bürokratie zum Mindestlohn

Da las ich doch irgendwo, das Gastronomen sich über die Bürokratie rund um den eingeführten Mindestlohn beschweren. Immerhin gut war das Zitat, dass für die meisten von ihnen die Höhe des Mindestlohnes nicht das Problem ist, sondern nur die Bürokratie drumrum wie die Arbeitszeitdokumentation usw.

In dem Zusammenhang fällt mir mal eine vielleicht doch etwas naive Frage ein, vermutlich könnte ich mich auch irgendwo belesen: Gilt diese aufwändige Dokumentationspflicht nur für die Arbeitnehmer, die jetzt den gesetzlichen Mindestlohn bekommen?

In der Frage schwingt schon ein wenig die Lösung für das Problem mit. Eigentlich bräuchten doch die Arbeitgeber, die sich über die Bürokratie rund um den Mindestlohn so aufregen, doch ihren Arbeitnehmer nur einen vernünftigen, hinreichend über dem Mindestlohn liegenden Lohn zahlen, und schon ist die Bürokratie weg.

Mindestlohn

Schöner Gedanke:

Wenn Dein Geschäftsmodell in Zeiten des Mindestlohnes nicht mehr funktioniert, weil es auf Sklavenarbeit und Sozialbetrug aufgebaut ist, dann ist Dein Geschäftsmodell ein dreckiges. Lass es. Oder überarbeite es. (Nils Heinrich)

Und wenn man dann noch bedenkt, dass selbst der Mindestlohn nicht ausreicht, um Altersarmut zu verhindern …

Handel in Augenhöhe

Kunden sind von den AGBs und sonstigen Vorgaben abhängig, die der Handel ihnen vorgibt. Die einzige Chance, wie man gegen bestimmte Punkte in den AGBs vorgehen kann, ist die Möglichkeit, sich einen anderen Anbieter zu suchen. Sicher kann man im Streitfall auch gegen die AGBs oder zumindest gegen strittige Punkte darin klagen, aber … na ja.

Muss das so sein? Warum bauen sich Kunden nicht auch eine AGB, in der sie ihre Vertragsbedingungen definieren und geben so dem Handel die Chance, sich seine Kunden so auszusuchen, dass die Kunden-AGB und die Anbieter-AGB möglichst weitreichende Übereinstimmung haben?

Beispiel: Ich las jetzt mehrfach von einer Supermarktkette, die Lebensmittel auch nach Hause bringt (in einigen Städten). Dort kamen aber manchmal nicht die bestellten Sachen, weil nicht verfügbar an, sondern wurden durch andere, teils minderwertige Produkte ersetzt, die der Kunde aber nicht haben wollte, laut AGB aber abnehmen musste. Dem würde ich eine AGB entgegensetzen, dass ich nur die bestellten Produkte oder – bei Nichtverfügbarkeit – keine Ersatzprodukte erhalten möchte.

„Sie haben Post!“

Ob man sich dagegen impfen lassen kann? Blödes Wortspiel. Aber manchmal kommt man eben auch auf sowas. Und bei der Steilvorlage sei es auch erlaubt.

Aber zurück zur Post: Nachsendeaufträge haben durchaus einen Sinn, vor allem, wenn man umzieht und noch Post an die alte Adresse geht. So weit, so klar. So bekam ich dieser Tage eben Post mit zusätzlichem Aufkleber. So sieht es also aus, wenn man einen Nachsendeauftrag laufen hat:

Sie haben Post

Soweit der amtliche Vorgang. Man beachte die linkshändig induzierte Neigung der Handschrift. Stellt sich aber nun die Frage, welche Adresse unter dem Aufkleber zu lesen ist, also durch das Fenster des Umschlages. Holen wir also mal das Schreiben heraus.

Jetzt reicht’s: Gelbe Karte

Da schrieb doch am Nachmittag des 9. September jemand: „Der Gottesdienst fängt an!“ Irgendso ein Handy-Laden brachte wohl ein neues Handy raus und kündigte eine neue Armbanduhr an. Und große Teile der Journalie schaltete das Hirn aus und geiferte einem gewissen Herrn Cook nach. Selbst Edelblogger aus dem Krautreporter-Umfeld waren sich für großflächige PR nicht zu schade, nahmen Kosten und Mühen in Kauf, um den interessierten Fanboy zu „informieren“.

Beispiel: Richard Gutjahr. Er berichtete wohl sogar live von dem Event. Oder wollte es zumindest. Für nur -,99 € war man dabei. Interessnt an seiner Ankündigung ist die Begründung, warum der Leser dafür bezahlen soll:

Warum bezahlen?

Die Preise für Flug und Hotel waren happig – auf diese Weise möchte ich wenigstens einen Teil meiner Reisekosten wieder reinholen. Zugleich ist Euer Beitrag für mich ein besonderer Ansporn, möglichst viele Eindrücke einzufangen und unmittelbar bereit zu stellen, um Euch den Abend über so gut wie irgend möglich zu unterhalten.

Fassen wir also zusammen: Da bringt ein Handy-Entwickler und -händler ein neues Modell heraus und kündigt zeitgleich eine neuartige Armbanduhr mit Kinderkrankheiten an. Dafür lädt er zu einer PR-Pressekonferenz und die Journalisten, die da sind, lassen sich dann auch noch von ihren Lesern dafür bezahlen, dass sie die Werbung der Firma übermitteln? Da stimmt doch was nicht.

Liebe Krautreporter,

wenn ihr noch mehr solche PR-Journalisten in Euren Reihen habt, kündige ich Euch nicht nur meine Liebe. Immerhin ist Herr Gutjahr nicht der erste, der mir – aus den unterschiedlichsten Gründen – negativ aufgefallen ist, auch wenn ich mein Unbehagen bei den anderen nicht öffentlich ventiliert habe.

Die Sache mit dem Geld

Geld zu haben lohnt zur Zeit nicht. „Legt es in Alkohol an! Da gibts bis zu 40% und mehr!“, möchte man bankengeplagten Pekunärbesitzern zuraunen. Tagesgeld oder Festgeld sind als Möglichkeit aber eher sowas von out. Da freut man sich natürlich, wenn man Post von seiner Hausbank bekommt und auf dem zugeschickten Werbezettel bei dessen flüchtigem Anblick 2,9% erblickt. Aber wie sagt schon Kollege Volksmund immer so schön: Der erste Eindruck trügt.

Bei genauem Blick ins Papier stellte ich dann ernüchtert fest, dass da keine 2,9% Zinsen angeboten werden sondern mir Mitteilung gemacht wird, dass meine Kontoführungsgebühr um 2,90 € pro Monat steigt. Oder genauer 26,80 € im Jahr (unter Berücksichtigung einer bisher jährlich zu bezahlenden Leistung, die neu dann inklusive ist). Da dachte ich mir: ‚Das muss nicht sein.‘ und ging mit zwei Fragen zu meiner Hausbank.

  1. Ist das ernst gemeint?

  2. Was können wir tun, damit ich nicht von der Möglichkeit der fristlosen Kündigung gebrauch mache?

Die erste Frage wurde mit „Ja.“ und die zweite mit – kurzgefasst und auf das wesentliche reduziert – mit „Nichts.“ beantwortet. Mit einem „Schade.“ auf den Lippen verließ ich die Räumlichkeiten, um mich zu informieren.

Wenn man sich umschaut, kann man den Eindruck bekommen, dass man mit kostenlosen Girokonten nur so zugeschissen wird. Commerzbank, Postbank, DKB-Bank, Spardabank, ING-Diba und noch einige andere Anbieter mit mehr oder weniger bekannten Namen sind dabei. Meist gibt es zwar ein paar Bedingungen, aber wenn man die erfüllt … Bisher hatte ich ja bei meiner Hausbank auch ein kostenloses Konto. Das musste ich denen zwar unter Androhung von Kündigung aus dem Kreuz leiern, aber ich hatte es denn. Mit komplettem Banking von zu Hause aus. Aber jetzt kostet das eben 2,90 €/Monat mehr.

Und dann die Begründung für die Preiserhöhung!

Seit 11 Jahren halten wir die Preise … stabil. In diesem langen Zeitraum haben wir unsere Leistungen stets weiterentwickelt …

Ha! Um den Preis für das Konto stabil zu halten, musste ich alle Überweisungen usw. selbst eingeben. Ein Abgeben von Überweisungsträgern bei der Hausbank war nicht möglich bzw. sehr teuer.

Gleichzeitig sind die Kosten so deutlich gestiegen, dass wir unsere Girokontopakete … mit neuen Preisstrukturen ausstatten werden.

Ha! Ha! 26,80 € p.a. mehr für eine Leistung, die ich im wesentlichen selber erbringe. Der Hausbank ihr Rechenzentrum verwaltet meinen Kontostand und deren Geldautomaten versorgen mich mit Bargeld. Mehr machen die nicht.

Die neuen Grundpreise beinhalten fast alle Leistungen, die Sie bisher … in Anspruch genommen haben.

Leistungen, die ich in wesentlichen Teilen selber erbracht habe! Dateneingabe und Überprüfung der Überweisungen und Daueraufträge. Datenübertragung ins Rechenzentrum. Wenn ich nach der neuen Preisstruktur meine Überweisung am SB-Terminal SELBST eingebe, kostet das 2,- €! Wenn ich Kontoauszüge ausdrucken lasse am Kontoauszugsdrucker, kostet das 0,50 € (ab 2015). Lasse ich mir diese zuschicken, kostet das 0,68 €, hole ich sie am Schalter, sind es 1,- €. Unverschämt.

„Die Kosten sind gestiegen.“ Dazu muss man vielleicht wissen, dass diese Hausbank in den 1990er Jahren ein Produkt auf den Markt warf, dass damals durchaus eine gewisse Attraktivität hatte vor allem für Leute, die längerfristig denken. Ehrlich gesagt dachte ich damals nicht so, aber aus irgendwelchen Gründen habe ich auch so einen Vertrag.

„Prämiensparen flexibel“ nennt sich das Produkt. Da zahle ich seither jeden Monat was ein. Das Produkt wirft zwei Erträge ab: Sparzinsen und die namesgebenden Prämien. Erste sind den Launen der Zeit unterworfen und liegen derzeit auf dem Boden (irgendwas bei 0,1%). Die Prämien steigen aber Jahr für Jahr für Jahr. Wenn ich mir die Zahlen auf meinem entsprechenden Kontoauszug so ansehe, entspricht diese Prämie mittlerweile einer jährlichen Verzinsung von 2,5%. Tendenz steigend. Die Zinsen zu bekommen ist schwer heutzutage. Und diese Zinsen zu erwirtschaften ist ebenfalls schwer. Deswegen ist das einer der o.g. Kostenposten, die jetzt anderswo wieder reingeholt werden müssen, aber das schreiben sie natürlich nicht in ihre Mitteilungen.

Jetzt ging ich auch zu einer der Banken mit kostenlosem Girokonto und ließ mich beraten. Nächste Woche habe ich meinen Termin zur Kontoeröffnung. Danach werden Lastschriften und Daueraufträge umgearbeitet (macht die neue Bank) und dann das alte Girokonto gekündigt (macht auch die neue Bank). Tschau alte Hausbank, hallo neue Hausbank. Das Prämiensparen lasse ich natürlich bei der alten Bank. Ich bin ja nicht blöd.

Vorsicht für alle Katzenallergiker

DIE Katze kommt nach Neubrandenburg … Ja, ich meine eigentlich die Katzenberger. Und wahrscheinlich kommt sie noch nicht mal selber.

Aber aus unserem „Max Bahr“ Baumarkt soll wohl ein Poco Einrichtungsmarkt werden. Und als deren Aushängeschild wird uns die Katze vielleicht ja doch ereilen.

Der Befriedigung beraubt

Da muss man sich doch seiner Lust beraubt fühlen! Gelegentlich (=täglich mehrfach) bekomme ich von einem meiner E-Mail-Provider eine nette E-Mail, dass ich doch bitte eines seiner Angebote annehmen möchte. Diesmal war es De-Mail, was zum Angebot stand, genauer: Ein „Kulanzfall 20130907“! Nur aus Kulanz wollten sie die für mich reservierte De-Mail-Adresse noch ein bisschen weiter für mich bereit halten, aber ich möge mich doch schnell entschließen.

Mittlerweile weiß ich, dass sich das Produkt „De-Mail“ durch eine große Augenwischerei auszeichnet und nur den unglücklichen Versuch darstellt, E-Mails frankieren zu lassen. Soll heißen: Ich habe kein Interesse daran. Das wollte ich in wohlgesetzten pointierten Worten jetzt auch meinem Provider mitteilen. Dieser Möglichkeit wurde ich beraubt!!! Lautet doch die Absender-Adresse der Informations-E-Mail (=Spam) noreply@…

Angesäuert.

Kontraproduktive Playlisten

Welchen Grad die Zusammenarbeit von Musikindustrie und beispielsweise Radiosendern hat, wage ich mal nicht einzuschätzen. Im Idealfall sollte es ein gegenseitiges Geben und Nehmen sein. Die Industrie will Stücke verkaufen, die Sender spielen es, um es bekannt zu machen, der Kunde kauft. Und der Sender muss sich die Stücke nicht mal kaufen, sondern bekommt sie von der Industrie kostenfrei geliefert – „bemustert“ heißt das wohl.

So weit, so gut. Aber, liebe Musikindustrie, ihr sollte mal ein wenig drauf achten, was die Radiosender dann mit diesen Titeln machen und ggf. eure Vorgaben dazu anpassen. Ihr vertretet die Urheber, habt die Rechte von ihm bekommen und verhökert sie weiter. Ihr seid es, die die Regeln vorgeben können. Und das solltet ihr dringend tun, sonst werden Eure Geschäfte immer weiter einbrechen.

Privat höre ich pro Werktag ca. zwei Stunden Radio, meist eine von diesen Pop- und Servicewellen. Ich mag die Musik der 80er und bei der aktuellen sind auch ein paar schöne Stücke dabei. Bei neuen höre ich auch gern mal genauer hin. Auf Anhieb gefällt mir meist kaum eins. Aber schon beim zweiten oder dritten Mal hören kann sich das ändern und ich überlege mir, ob ich den Titel käuflich erwerbe. Ziel fast erreicht, würde ich sagen, liebe Musikindustrie.

Als Mecklenburger ist man ja manchmal etwas langsam und meist werde ich unterwegs daran erinnert, einen bestimmten Titel zu kaufen, weil ich ihn dort höre. Aber dann wird es aufgeschoben auf den nächsten WLAN-Empfang oder den Abend oder so. Ok, bis dahin habe ich es dann doch wieder vergessen oder etwas kam dazwischen. Irgendwas ist ja immer. Aber das Radio erinnert ja zuverlässig. Immer wieder. Und wieder. Und nochmal. Und wieder. Bis ich denn Titel binnen ein oder zwei Wochen so oft gehört habe, dass er mir auf den Geist geht und ich in wieder von meiner Kaufliste nehme.

Tja, ich würde sagen: „Wie beim Autorennen: Kurz vor dem Ziel mit dem Wagen überschlagen, weil hinten zu viel geschoben wurde. Totalschaden.“ Der Umsatz ging flöten. Hätte ich den Titel weniger oft im Radio gehört, hätte ich ihn sicher gekauft. Aber so! Wozu? Nehmt mal ein bißchen Einfluss auf die Musikredaktionen, aktuelle, verkaufsträchtige Titel nicht zu oft zu spielen. Warum sollte man sie kaufen, wenn sie andauernd im Radio gespielt werden?