Mitternachtsgedanken ohne Kulenkampf

Wenn man manchmal mit offenen Augen durch die Gegend läuft, dann fangen einem bei einigen werbenden oder informierenden Aushängen die Nackenhaare an, sich zu kräuseln. Speziell auch bei Uhrzeitangaben gibt es immer wieder Irritationen, vor allem, wenn es um den Zeitpunkt Mitternacht geht. Und damit meine ich nicht, dass zum Beispiel das Mitternachtsshopping schon um 23 Uhr beendet ist. 😉

Mitternacht ist ein interessanter Termin, wenn es um Zeitangaben geht. Einige Sachen werden in dem Zusammenhang richtig paradox – zumindest scheinbar – und führen manchmal zu Nachfragen. Als ich heute in unsere marktplatzunterkellernde Tiefgarage gefahren bin, stand vor der Schranke ein Schild: „Heute bis 0:00 Uhr geöffnet.“ Da wunderte ich mich, dass die Schranke trotzdem auf ging und das Rollgitter nicht heruntergelassen war. Denn 0:00 Uhr ist der Tagesbeginn und nicht sein Ende. Deswegen ist die Angabe „bis 0:00 Uhr“ grundsätzlich sinnlos, da zu diesem Zeitpunkt nur Abläufe beginnen können.

Mitternacht erlaubt sich den Luxus, nicht nur 2 verschiedene Uhrzeiten, sondern auch noch zwei verschiedene Daten zu haben. Zwischen zum Beispiel dem 20.11., 0:00 Uhr und dem 20.11., 24:00 Uhr liegen genau 24 Stunden. Der erste Zeitpunkt liegt um Mitternacht in der Nacht vom 19. auf den 20.11., der zweite um Mitternacht in der Nacht vom 20. auf den 21.11. So kommt es, dass der 20.11., 24:00 Uhr gleich ist mit dem 21.11., 0:00 Uhr.

Dabei ist die Regel doch so einfach: Wenn etwas um Mitternacht endet, dann endet es um 24:00 Uhr, wenn es um Mitternacht beginnt, dann beginnt es um 0:00 Uhr. Falls einer der Leserinnen und Leser zufällig die DIN für diese Aussage weiß, wäre ich für diese Information dankbar.

Fußball für Weicheier

Zugegeben, Fußball gehört nicht zu meinen Interessengebieten. Aber wenn der eine oder andere Name fällt, kann ich das durchaus mit diesem Sport verbinden. Poldi, Borowski, Kahn, Bierhoff, Assauer, Lahm, Lehmann, Ballack, Löw, Ronaldo, Kuranyi, haben irgendwas damit zu tun. 😉

Bisher dachte ich ja, Fußball wäre was für ganze Kerle. Aber schon einige Ereignisse in der Vergangenheit haben an diesem Image gekratzt. Aber was in den letzten Tagen so über unsere Nationalmannschaft zu hören, zu lesen und zu sehen war, spottet (bei allem ernsten und traurigen Hintergrund) jeder Beschreibung.

Da stirbt unter tragischen Umständen ein Arbeitskollege und Freund, und sie sind tagelang nicht in der Lage, ihrer beruflichen Betätigung nachzugehen. Als normaler Mensch kann man das nicht nachvollziehen. Während unsereiner nur bei Todesfällen von Verwandten ersten Grades einen(!) Tag frei bekommt und für Freunde und Kollegen Urlaub nehmen und ansonsten normal weiterarbeiten muss, hängen die Fußballer tagelang ab.

Bei allem Respekt vor dem Toten, dieses Verhalten und der gesamte Medienhype ist definitiv nicht nachvollziehbar. Nur gut, dass ich kein Fußballfan bin.

Auch interessant in dem Zusammenhang:

Machen tiefreligiöse Menschen Diät?

Es gibt so Tage, da geht einem einiges wirres durch den Kopf. Und wenn man dann noch durch einige Foren hier im Internet geistert, verstärkt sich dieser Effekt noch. Lässt man den Gedanken dann freien Fluss und freie Assoziationen, gibt es irgendwann einen Extrakt, der sich durch irgendeine Aussage, im konkreten Fall durch eine Frage manifestiert. Ein bißchen hat es was vom Erfinden/Entdecken im Schlaf/Traum. Die Chemiker können ein Lied davon singen; das Modell des Benzolringes soll auf diese Art entstanden sein.

Wie komme ich aber jetzt auf meine Frage: Machen tiefreligiöse Menschen Diät? Damit will ich nicht auf die in vielen Religionen enthaltene Fastenzeit zu unterschiedlichen Anlässen hinaus. Auch nicht, dass bestimmte Religionen bestimmte Nahrungsmittel reglementieren. Mein Einstiegsgedanke ist ein ganz anderer.

Seit einiger Zeit lese ich bei einem Forum mit, dass sich ganz einem bestimmten Ernährungsmodell widmet. Welches das ist, ist zweitrangig. Aber wenn ich die Fragen der Teilnehmer so lese, kommen mir so Gedanken. Einige Beispiele:

  • habe heute TK Obst gekauft. Dann sah ich eben mit erschrecken, dass sie mit einem Süßstoff und wenig Fruktose gesüßt sind. Kann ich das nun gar nicht essen und muss es weg schmeißen oder ist es mit viel Eiweiß (Quark) und ungesüßtem Obst gemischt nicht schlimm?
  • ist es ok Tee mit Honig zu süßen?
  • Wir gehen sehr gerne zum Chinesen, allerdings kann ich irgendwie nichts passendes finden. Wäre die alternative die Nudeln und Reis auf dem Teller zu lassen? Das Fleisch ist entweder paniert oder in Soße mit Stärke. Was ist euer Ratschlag ?
  • Ich muss dazu sagen, dass ich was das Thema kochen angeht stinkefaul bin. Und deshalb weiß ich jetzt auch nicht genau wo oder wie ich anfangen soll. Wäre sehr dankbar für alle guten Tips und Ratschläge. Immer her damit.
  • was darf ich und was nicht, und wenn ja wieviel und was geht gar nicht. Ich bedanke mich jetzt schon für Antworten

So stellt sich mir die Frage, ob die Menschen Diäten (oder auch anderes) als Religionsersatz nehmen. Es gibt auch diätische Eiferer, „Götter“, und anderes. Leute, die in ihrer Religion fest verankert sind, brauchen sowas ja nicht. Deswegen die Frage im Titel.

Von O(ktober) bis O(stern) aktuell: Die Winterreifen.

Winterreifen sind schon eine gute Sache. Ich habe seit heute auch welche drauf. Also nicht ich, sondern mein Auto. Das Wetter sieht aber auch nicht mehr so aus, als ob es in diesem Jahr nochmal Sommer wird.

Winterreifen gibt es in allerlei Preislagen und Qualitäten. Bei letzterem besonders wichtig: Der Grip. Die Reifen, die jetzt an meinem Auto dran sind, haben sogar Super-Grip. Als das Auto von der Hebebühne herunter kam, saugten sie sich sofort am Fußboden fest. So wird es im Frühling schwer, wieder die Sommerreifen zu installieren, da wir das Auto nicht anheben können … 😉

Schildawahn

Deutschland ist ordentlich, kinderfreundlich und sauber. Oder war es doch familienfreundlich? Ach nee, Neubrandenburg ist als familienfreundliche Stadt ausgezeichnet worden. Und es ist ordentlich und sauber. Aber das ist Deutschland auch; so jedenfalls das Klischee, an dem natürlich auch, wie an jedem guten Klischee, etwas dran ist.

Und weil hier alles so ordentlich ist, ist auch alles geregelt.spielplatz An einem wunderschön eingerichteten Spielplatz fand ich demzufolge ein passendes Schild, dass die Benutzung dieser Anlage regelte. Die Frage ist, ob diese Öffnungszeiten auch wirklich eingehalten werden, da die Schilder nicht beleuchtet waren, was sie jetzt in der immer dunkler werdenden Jahreszeit außerhalb dieser Zeiten unlesbar macht.

Kinder fanden sich übrigens zum Zeitpunkt der Aufnahme dieses Bildes keine auf der Anlage; sie spielten auf einem vielleicht 200 Meter entfernten anderen Platz, der grau bekiest und zinkbezaunt, aber eben unbeschildert sein Dasein fristet und offiziell gar keine Spielanlage war.

Ein paar hundert Meter weiter fand ich dann ein interessantes zweites Schild, natürlich völlig zusammenhanglos, aber manchmal verknüpft sich sowas eben doch. muellAls mülltrennende Konsumenten haben wir dieses schon alle einmal an einem Glascontainer gesehen.

Was lernen wir jetzt also aus der Betrachtung beider Schilder? Zumindest unter der Woche hat in der Stadt der gläsernde Müll mehr Freiheiten als das Spielplatz nutzende Kind. Hoffen wir also, dass es in Deutschland so viel Sonn- und Feiertage gibt, dass sich das rein rechnerisch übers Jahr wieder ausgleicht, zumal außerdem Samstagsnachmittags zwar Glas entsorgt, aber nicht gespielt werden darf.

P.S.: Wirklich zusammenhangslos noch ein drittes Schild, dass ich an einer Baustelle fand. hausbauDem immer gern bemühten Klischee nach bauen deutsche Baufirmen immer besonders gründlich, was meist mit Verzögerungen im Bauablauf einhergeht. Aber so lange. Wir haben ja jetzt das Jahr 2009, das Haus, das hier beworben wird, ist aber erst ab 69900 schlüsselfertig. Das dauert sicher noch ein Weilchen. 😉

Finanzkrise? Bürger geben Geld aus, Stadt kassiert nicht.

Manchmal verstehe ich die Menschen nicht. Aber muss man das überhaupt? Ich weiß es nicht. Böse Zungen behaupten manchmal, dass man das Sonntagsshopping nicht verteufeln soll; endlich ist in Neubrandenburg mal was los. Aber wenn ich dann die Menschen so sehe …

Und dann sieht man das Umfeld von Konsumtempeln und fragt sich: Habe ich nicht mal irgendwas von einer Finanzkrise gehört? Die scheint es, jedenfalls an Sonntagen, nicht zu geben. mpcpucWas da so alles aus dem „Ich bin ja nicht blöd“-Markt herausgetragen wird, grenzt schon fast an die Situation 1989/90, als es im Osten endlich Bananen gab. Oder an die Stellen, wo man sich als DDR-Bürger im Westen die 100 DM Begrüßungsgeld anholen konnte. Aber nicht nur die Schlange an der Ausgabestelle ist interessant, sondern auch die Parkorte der diversen Autos. Bis auf ca. 6 Autos auf diesem Bild stehen alle weiteren auf Fußwegen, im Parkverbot oder in einer Fußgängerzone.

Jetzt mag der eine oder andere einwenden, dass an der Tür der Warenausgabe eine Sondergenehmigung zum Halten in diesem Bereich hängt, aber die ist von der Anzahl begrenzt und betrifft wirklich nur Autos, die zum Beladen dort stehen. Aber eine ganze Reihe der hier zu sehenden Autos sind von den Haltern abgestellt worden, um dann in aller Ruhe erst einmal einkaufen zu gehen.

Und die Autos stehen ja nicht nur hier, direkt an der Straßenecke.  Sie stehen auch in die andere Richtung. mpcbmpBis an den Marktplatz stehen sie. Da fragt man sich, wo die Mitarbeiter des Ordnungsamtes in diesen Sondersituationen ihr Wochenende verbringen. Entweder auch beim Shoppen oder weit außerhalb.

Jedes Auto, dass hier steht, hat mit einem Ordnungsbacks in Höhe von 30 Euro zu rechnen, aber wenn nicht kassiert wird. Aber Neubrandenburg hat es ja. Oder ist es nur das Andienern an den Shoppingtempel, bei solchen Aktionen mal alle Augen zuzudrücken? Ich möchte nicht in der Haut der Verantwortlichen stecken, wenn im Center ein Kunde einen Herzinfarkt bekommt und dann die Rettungswagen wegen der zugeparkten Einfahrt nicht rechtzeitig an Ort und Stelle ist.

Soll es also heißen, wenn jemand nur ordentlich Umsatz generiert, wird über die Einhaltung von geltendem Recht mal großzügig hinweg gesehen? Dann frage ich mich, wo die Bemessungsgrenze für ein Tötungsdelikt liegt.mpcpzr

Die Unverfrorenheit geht ja sogar soweit, dass sogar in zweiter Reihe geparkt wird, vornehmerweise mit angeschalteter Warnblinkanlage (der dunkle Kleinbus).

Sollte von den gesteigerten Umsätzen steuertechnisch irgendetwas in der Stadt ankommen, würde ich vorschlagen, die Rettungswagen der Stadt vorn mit einem sogenannten Bullengitter auszustatten, damit im Notfall einfach und ohne das Rettungsfahrzeug weiter zu beschädigen, an die Notfallstelle herangefahren werden kann.

Solange aber nichts passiert, ist als unbeteiligter die Beobachtung der Situation recht amüsant. mpctetrisVor allem das Steckspiel „Gerätekarton in Auto“, von mir auch Autotetris genannt, ist immer sehr schön. Auf dem nebenstehenden Bild zusehen ist dann der Fall, dass das Auto für den Flachbildfernseher dann doch zu klein ist. So ein LCD- oder Plasma-Gerät hat eben auch seinen Stolz. Es empfiehlt sich übrigens nicht, das neue Fernsehgerät flach in den Kofferraum zu legen (wie ich es in einem Fall auch sah); das nehmen die Hightechlinge übel, das geht nur mit Röhrengeräten.

So bleibt es also den Falschparkern überlassen, ob sie lieber 30 Euro Vergnügungssteuer oder 30 Euro wegen Falschparkens an die Polizei oder das Ordnungsamt bezahlen wollen. Meinetwegen können sie das Geld auch, wenn sie nicht erwischt werden, an einen gemeinnützigen Verein oder einen anderen guten Zweck spenden. Ich wünsche mir nur (und damit kommen wir zur Ursache meiner Abneigung gegen die Falschparker), dass ich nicht der einzige blöde bin, der wegen eines anderthalbminütigen Haltens am 25.11.2006 in diesem Bereich die schon erwähnten 30 Euro bezahlen musste.

Klein, mittel oder groß – Der Wert des leeren Bechers

Warum sind eigentlich in vielen Restaurants die Getränke so relativ teuer? Zum einen ist es vermutlich die einzige Möglichkeit vieler Gastwirte und Restaurantbesitzer, mit irgendwas Geld zu verdienen. Zum anderen bezahlt man zum Beispiel bei Softdrinks oder Kaffee meist nicht unbedingt das Getränk, sondern das drumherum. Die Materialkosten sind im Vergleich zum Preis fast zu vernachlässigen. Glas abwaschen oder Milchschaum drapieren ist da eher zeit- und damit geldintensiver.

In Selbstbedienungsrestaurants wird ein Teil der Arbeit auf den Gast abgewälzt, was sich nicht immer in einer Ersparnis ausdrückt. Sogar das Getränk füllt er sich selber ab und bekommt dafür am Tresen nur noch einen leeren Becher. In der „All You Can Drink“- oder „Free Refill“-Variante lohnt es aber dann doch, kann man aus seinem Becher so viel trinken (und immer wieder nach holen), bis es einem wahlweise aus dem Ohren oder anderen Körperöffnungen wieder herauskommt.

Nur, und das ist jetzt die Frage, warum bietet ein Neubrandenburger Sandwichbeleger (und sicher nicht nur dieser) für das Limo-Trinken bis zum Abwinken drei unterschiedliche Bechergrößen für 1,70 €, 1,90 € und 2,50 € an? Ok, wenn ich einen kleinen Becher nehme, muss ich öfter zum Auffüllen laufen als beim großen Becher; aber die Menge, die ich trinken kann, ist doch bei beiden die gleiche. Warum sollte ich also einen Becher für 2,70 € kaufen, wenn ich die selbe Menge auch mit dem 1,70-€-Becher inhalieren kann? Typischer Fall von Kundenverarscheverscheißerungtäuschung.

… und freitags gibt es Fisch.

Sieht man etwas, was man in der Form nicht gewöhnt ist oder erwartet hat, sorgt das je nach Natur des Beobachters für Erschrecken, Irritation oder Erheiterung (nicht im Sinn von drüber lustig machen, eher herzerwärmend). Mein Lebensmotto „Das Leben ist ernst genug, da braucht man es nicht auch noch ernst nehmen.“ deutet auf die dritte Variante als die meinige hin.

Als ich heute bei einer bekannten Fischbraterei mein Mittag einnahm, die letzten Schlucke aus dem Glas genüsslich die Kehle herunter rinnen lassend, und den letzten Aromen nachspürte, setzte sich in mein Blickfeld ein Mann mittleren Alters mit einem Lachs-Barbeque-Baguette. Bevor er herzhaft hinein biss, tat er noch etwas, was mir den Satz „So schlecht ist der Fisch aber auch nicht.“ durchs Hirn jagte.

Als offensichtlich gläubiger Christ schlug der Mitgast ein schnelles Kreuz; eine Geste, die man in der Öffentlichkeit auch nicht mehr so häufig sieht. Der Kindermund hat da die passende Geschichte parat: Fragt der Pastor den kleinen Fritz: „Na, betet ihr auch immer schön vor dem Essen?“ Darauf Fritz: „Nein, meine Mutter kann kochen.“