Steaks wachsen nicht auf Bäumen

Manchmal kriege ich,  wie es im rheinischen so schön heißt, „so’n Hals“. Das hat meist mit der Dummheit im allgemeinen und mit der Verdummung der Leute durch die Nahrungsmittelindustrie im besonderen zu tun. Auf der nicht nur dieser Industrie immanenten Suche nach Verdienstmöglichkeiten werden beim Verbraucher Einstellungen geschaffen, die durchaus als pervers anzusehen sind.

Neu auf dem deutschen Markt und damit in den Supermärkten ist ein Produkt namens Valess. Es soll vor allem Vegetarier und gelegentliche Nichtfleischesser ansprechen und ist ein „Fleischersatzprodukt“. Ich möchte hier nicht über Sinn und Unsinn des Vegetarismus sinnieren. Das ist ein anderes, größeres Thema. Aber wenn sich jemand dazu entschließt, Fleisch und seine nachfolgenden Produkte nicht mehr in seinem Nahrungsportfolio zu haben, warum braucht er dann Fleischersatzprodukte? Wenn jemand kein Steak mehr essen will, warum muss er dann immer noch etwas auf dem Teller haben, was so aussieht, so schmeckt und sich so anfühlt wie ein Steak, aber keins mehr ist??? 

Das Fleischersatzprodukt Valess wird „aus frischer Milch und Pflanzenfasern hergestellt“ (da werden sich vor allem die Veganer freuen), „sieht aus wie Fleisch, hat einen saftigen Biss und schmeckt genauso herzhaft und lecker.“ Warum sind solche Fleischsimulationen notwendig? Ich finde das pervers. Aber da gibt es ja noch mehr von in der Nahrungsmittelindustrie. Natürliche Ernährung ist das nicht mehr.

Die Polizei, Dein Freund und Frevler

Nicht nur an dieser Stelle habe ich schon öfters meine Irritation über die immer wieder massiv vorkommenden Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung StVO geäußert. Aber seit heute wundere ich mich über nichts mehr. Hier das Gedächtnisprotokoll der Ereignisse:

Zeitpunkt: 17.03.2009, ca. 21:55 Uhr
Ort: Neubrandenburg, Friedrich-Engels-Ring, zwischen Abzweig Neustrelitzer Straße und Pferdemarktkreuzung, also genau im Baustellenbereich

Schon aus einiger Entfernung fällt mir ein Kleinbus mit der auffälligen Beschriftung POLIZEI auf, der sich sehr zügig von hinten nähert. Da ich den Ring in Richtung Nordstadt verlassen möchte, fahre ich auf der linken Fahrspur, der Polizeikleinbus fährt auf der rechten. Wir scheinen es beide eilig zu haben, während ich die vorgegebene Höchstgeschwindigkeit völlstens ausnutze, überholt mich der Kleinbus mit mindestens 50 km/h (und das in der Dreißigerzone). An der Ampel vor dem Rathaus hole ich auf, so dass ich das Kennzeichen (NB – 381x) fast erkennen kann. Die auf grün schaltende Lichtzeichenanlage gibt das Startzeichen für die zügige Weiterfahrt, das Polizeiauto rechts, ich links. Kurz vor der Pferdemarkt-Kreuzung im Bereich der Sperrlinie(!) wechselt es vor mir auf meine Fahrspur, um ungezügelt, nur durch die enge Wegführung auf der Brücke ein wenig abgebremst, seinen Weg mit überhöhter Geschwindigkeit fortzusetzen und um am Ende der Brücke Demminer Straße in die Ravensburgstraße abzubiegen. Mein Weg führte mich woanders lang.

Bei solchen Vorbildern brauchen wir uns nicht zu wundern.

Die heilende Kraft der Meditation …

… – oder: Die Hälfte seines Lebens wartet der Patient vergebens. Wie komme ich auf solche Gedanken? Richtig: Ich hatte heute einen Arzttermin. 17 Uhr sollte der sein, ich war kurz vorher da.

Erfreulicherweise habe ich mit Ärzten bisher wenig Erfahrungen. Deswegen ist es für mich doch noch etwas besonderes, wenn ich länger als eine halbe Stunde warten muss. Da finde ich das Prinzip, was bei meiner Hausärztin genutzt wird, ganz praktisch: Fühle ich mich krank, rufe ich dort an und frage, wann ich vorbeikommen soll. So kann ich die 2 oder 3 Stunden Wartezeit noch zu Hause verbringen und mir bleibt das Ausharren im Wartezimmer erspart. Einmal hatte ich einen längerfristig geplanten Termin bei ihr, da bekam ich mit, dass sie Patienten, die sich am Vormittag bis 11 Uhr angemeldet hatten, um 15:45 Uhr „abgearbeitet“ hatte. Um 15 Uhr begann aber schon wieder die Nachmittagssprechstunde …

Mir fällt da eine Parallelität mit der Bahn ein. Über diese wurde ja immer schon gern gekalauert, warum man in Anbetracht der vielen Verspätungen überhaupt noch Fahrpläne drucke. Bei den Ärzten scheint die Frage manchmal auch berechtigt zu sein. Aber die Bahn hat den Ärzten noch was voraus: Auf den Bahnsteigen wird angezeigt, wie groß die Verspätungen sind. Sowas wünsche ich mir für das Wartezimmer. Als Patient hat man dann wenigstens die Chance, in seine Meditationsphase zu gehen und nicht ständig aufpassen zu müssen, wann man aufgerufen wird.

Gewartet habe ich übrigens eine gute Stunde, im Behandlungszimmer war ich knapp 2 Minuten. Ich war nur zur Kontrolle da nach einer Behandlung, die ich selber bezahlt hatte.

P.S.: Wie heißt es doch so schön: Lieber eine Stunde meditieren, als nur rumsitzen und nichts tun.

Odyssee durch Mecklenburg-Vorpommern

Neues Auto mit CD-Radio, Hörbuchfan mit kleiner Sammlung, Fan der hiesigen Landschaft – alles das bin und habe ich. Warum eigentlich nicht alles miteinander verbinden und sich ein paar schöne Urlaubstage damit machen?!

Ein kleiner Urlaub steht vor der Tür, das 21-CD-Set „Homer – Die Odyssee“ liegt auch bereit, gelesen vom genialen Dieter Mann. Was nun noch fehlt ist eine kleine Tabelle von Zielen in der Region, die ca. 20, 40 oder 60 Autominuten von Neubrandenburg entfernt sind, eben so lange, wie ein, zwei oder 3 Kapitel der Odyssee lang sind.

Wem da noch was einfällt, kann da gern noch Anregungen geben.

Bis Unfall Schadfrei

So mancher Kfz-Lenker scheint ja die Straße für sich allein gepachtet zu haben. So ist es mir heute morgen auf dem Weg zur Arbeit passiert. Ich kam über die Brücke Demminer Straße auf den Ring und fuhr weiter auf der rechten Fahrspur, da ich den Ring mittels der Fritz-Reuter-Straße zu verlassen gedachte.  Kaum ein paar Meter auf dem Ring gefahren, musste ich recht scharf bremsen, da ein großes Kfz von der linken Fahrspur zielstrebig auf die rechte herüberzog und sich damit sehr spack in den Sicherheitsabstand zwischen mir und meinem Vorfahrer reinzwängte, so dass ich austesten musste, ob der Nachmirfahrer seinen Sicherheitsabstand auch einhielt. 

Es gibt ja, dem Klischee nach, Autos mit eingebauter Vorfahrt, aber das Busse da mittlerweile dazugehören, ist mir dann doch neu, speziell augenscheinlich solche mit Rostocker Kennzeichen und der Aufschrift „Warnow Reisen“ an der Rückseite. Aber vielleicht muss man ja in der heimlichen Hauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns so fahren, um überhaupt vorwärts zu kommen.

Einigkeit und Recht und Ordnung

Deutschland ist berühmt für allerlei Sachen, sei es die Wertarbeit „Made in Germany“ oder der deutsche Ordnungssinn. Dem Klischee nach soll ja mal einem Deutschen eine gute Fee erschienen sein, die ihm anbot, ganz nach seinem Wunsch, entweder die Unmenschlichkeit oder die Unordnung von der Welt zu verbannen. Der Deutsche soll sich für die Abschaffung der Unordnung entschieden haben.

So verwundert es auch niemanden, dass vieles (um nicht zu sagen alles und jedes) im gesellschaftlichen Leben durch Gesetze, Regeln, Verordnungen, Satzungen und dergleichen geregelt ist. Das macht das Leben durchaus einfacher und bequemer, weiß man sich doch wohlbehütet und umsorgt. 

Aber ist jede dieser Regelungen wirklich notwendig? Erübrigen sich nicht manche Regeln von allein, wenn ihre Durchsetzung nicht überwacht und Verstöße reglementiert werden? Sind da nicht mal ein paar grundsätzliche Gedanken zum Regularium und zur Regulierungswut als solches notwendig? Fragen über Fragen.

Nur was soll mit einem Regelwerk gemacht werden, wenn geschätzte 95 bis 99% aller Verstöße dagegen nicht geahndet werden? Ich gebe zu, die Frage ist etwas provokativ, aber die Zahlen dürften in ihrer Größenordnung stimmen. Wobei ich um genaue Beachtung der Formulierung bitte. Es verstoßen nicht 95% aller Bundesbürgerinnen und -bürger gegen das Regelwerk, dass ich im Hinterkopf habe, das geht schon mal technisch-organisatorisch nicht, weil nicht so viele überhaupt davon betroffen sind. Wobei ich mir allerdings vorstellen könnte, dass drei Viertel aller Betroffenen schon mal gegen mindestens eine der Regeln in dem Regelwerk verstoßen haben. 

Klingt nicht gut, nicht wahr. 75% aller Betroffenen haben schon mal gegen Teile des Regelwerks verstoßen, aber 99% aller Regelverstöße werden sowieso nicht geahndet. Die Statistik sieht nicht gut aus, ist damit aber die Straßenverkehrsordnung überflüssig? Wer hält sich noch an diese? Wenn ich mit 30 km/h über die Brücke Demminer Straße fahre, bin ich ein angehuptes und bei Sperrlinie überholtes Verkehrshindernis. Wenn ich durch die Fußgängerzone Treptower Straße gehe, muss ich mich durch parkende(!) Autos – ganz frech auch mit Warnblinkanlage – durchschlängeln, wo selbst ein anderthalbminütiges Halten bereits mit 30 Euro geahndet wird; wenn es denn geahndet wird.

Die Beispiele lassen sich nach Belieben fortsetzen. Aber ist das normal?

Wirtschaftspolitik praktisch

Die Wirtschaft und die dazugehörige Politik sind für viele Bundesbürgerinnen und Bundesbürger ein Buch mit 7 bis 29 Siegeln. Viele Schlagworte schwirren durch die Köpfe, ob nun der Sinn verstanden wurde oder nicht. Ich schließe mich da auch nicht aus. Nur manchmal habe ich den Eindruck, wenn ich mir die „Wirtschaftsweisen“ so ansehe, etwas mehr Sinn-losigkeit wäre auch nicht schlecht. Aber das nur am Rande.

Selber die Politik erleben, dabei lernt man vielleicht doch was und so habe ich mir gedacht, probierste es mal aus.  Ich habe mal geguckt, was denn so das große Hauptwort im Moment in der Wirtschaftspolitik ist und da fiel mir sehr schnell die AbwrackUmweltprämie auf. Ein Auto zum Abwracken war auch schnell gefunden: Vielleicht noch 200 bis 250 € wert (je nachdem, ob voll betankt oder nicht) bot sich das eigene an, zum 10-fachen des Wertes verschrottet zu werden.

Jetzt läuft der Countdown. Mit Datum vom 16.02.2009 ist es nicht mehr in meiner Hand. 15 Jahre, 5 Monate und 2 Tage hat mein Auto treu seine Dienste erwiesen, nur zweimal mussten – wegen Kleinigkeiten – die gelben Engel ran.

Gespannt bin ich nur, wann die Prämie eintrifft.

Neu in Neubrandenburg: Espresso- und Caipirinha-Bringdienst

Da ziehe ich doch neulich ein dunkelrot gehaltenes Faltblatt aus meinem Briefkasten und muss bei einem flüchtigen ersten Blick denken: „Huch, schon wieder ein neuer Pizzaservice?“ Wie die sich immer alle halten können … Oder hat sich nur ein altbekannter neu benannt?

Das genaue Studium brachte dann aber durchaus etwas anderes an den Tag. Sicherlich kann man über die angegebene Telefonnummer auch eine Pizza bestellen, genauer gesagt 18 verschiedene plus die selbstzubelegende Partypizza, aber es gibt noch mehr auf der Liste. Wesentliche Ursache ist, dass sich eben kein neuer Pizzaservice gegründet hat, sondern ein italienisches Restaurant jetzt wohl auch einen Lieferservice anbietet. 

Die Idee ist sicherlich gut, nur sollte man sich als Restaurant bei der Herausgabe der Speisekarte für die neue Dienstleistung Gedanken über deren Inhalt machen. Auf den ersten Blick am einfachsten ist es natürlich, die Karte aus dem Stammhaus direkt zu übernehmen. Die Küchenmannschaft kennt die Rezepte, das wird sich schon alles auch gut transportieren lassen, immerhin übersteht es ja den Weg von der Küche ins Restaurant. Damit sich die Sache aber auch rechnen lässt, wird ein Mindestbestellwert raufgeschrieben (10 €) und ein Liefergebiet (Neubrandenburg). 

Die Küche steht mitten in der Südstadt, deswegen würde ich mich freuen, wenn Weitiner, Datzeberger oder Monckeshofer Einwohner mal etwas aus der Liste bestellen. Da möchte ich mal Mäuschen spielen, wenn im Restaurant die telefonische Bestellung für 4 Latte Macchiato eintrifft. Oder am Abend 4 große Bier vom Fass, 3 Gin Tonic oder ein Manhattan und ein Caipirinha. Auch allein mit 6 Espressos (oder Espressi) ist man über den Mindestbestellwert; das vielleicht eine Idee für das Ende der Mittagspause im Großraumbüro, in der Abteilung oder der Redaktion. 

Natürlich kann man auch etwas zu essen bestellen. Es gibt fast alle Standards eines hiesigen italienischen Restaurants. Die Preise sind gängig. Allerdings weiß ich nicht, ob ich wirklich etwas essen möchte, wenn ich es aus einer Liste von über 140 verschiedenen Gerichten auswählen muss, wo nur bei 8(!) in der Beschreibung das Wort „frisch“ (meist in Kombination mit Gemüse, aber auch mal mit Tomate oder Champingnon) auftaucht. Der übergroße Rest ist also sogenanntes Convenience oder auch Fertiggerichte. Sicherlich gibt es hier große Unterschiede, die reichen von separat vorgegartem und portionieren Gemüse oder Fleisch und abgepackten Soßen bis hin zum fertigen Assietten-Essen, das nur noch in der Mikrowelle erwärmt und dann auf dem Teller angerichtet wird. Kantinenessen ist im letzteren Fall besser, allerdings auf dem Teller meist nicht mehr so schön. 

Merke: Je länger die Speisekarte, desto vorgegarter das Essen.

Nichts ist so alt, wie die Milch vom letzten Jahr

Da staunt der Laie, der Fachmann wundert sich und der Blogger ist ein wenig stolz. Die Medien werden heute (taz schon gestern) von einer Milchnachricht überschwemmt. Ein großer Skandal! Es gibt keine frische Milch mehr bei vielen Supermärkten und Discountern.

Ein großes Einschießen auf das Thema bei der taz, einem taz-Kommentar, der Süddeutschen, der Welt und vielen anderen.  Auch der Rundfunk und sicherlich auch das Fernsehen berichten.

Hochinteressant in dem Zusammenhang ist der taz-Kommentar und dessen Titel, vor allem, wenn man ihn mit einem hiesigen Blog-Eintrag vom 22.12.2008(!) vergleicht und einen Gedankenstrich sowie ein umstrittenes Apostroph ignoriert.