Alchemie in der Nasszelle

„Da staunt der Laie, und der Fachmann wundert sich“, ging mir so durch den Kopf, als ich beim genüsslichen Baden in der Wanne statt eines sonst üblichen Buches die Shampoo-Flasche in die Hand nahm und mir die dortigen Texte durchlas. Aber vielleicht kann mir das mal einer erklären.

Namensgebender Inhalt des Shampoos war ein Kraut, über das auf der Rückseite der Flasche stand: „Der Extrakt aus den getrockneten Blättern der Pflanze ist reich an ätherischen Ölen, Gerbstoffen und Vitaminen.“

Nun sind ätherische Öle laut Wikipedia „ölige, leicht verdampfende Extrakte aus Pflanzen“, da stellt sich mir die Frage, was da aus den „getrockeneten Blättern“ noch an diesen Ölen raus kommt. Aber vielleicht weiß ja ein Leser Rat.

Die Milch macht’s – länger

Ist eigentlich schon jemandem aufgefallen, dass es keine Frischmilch mehr gibt? Seit die Molkerei in Upahl, von der im wesentlichen die frische Milch bei fast jedem Anbieter in der Region kommt, ihre Produktion umgestellt hat, gibt es zumindestens bei den von mir bei einer Stichprobe besuchten 3 Discountern keine frische Milch mehr. 

Als Trinkmilch gibt es im Handel 3 gängige Arten von Milch zu kaufen: pasteurisierte Frischmilch, ESL-Milch und H-Milch. Die erste hat davon noch am meisten der wertvollen Inhaltsstoffe, letztere hält sich entschieden länger. ESL-Milch ist ein Zwischending, die Erklärung gibt es in den verlinkten Wikipedia-Artikeln.

Ich bin ein großer Frischmilchfan, im Schnitt fließen 3 bis 4 Liter davon pro Woche durch meine Kehle. H-Milch habe ich immer nur als Notreserve eingelagert, weil sie eben wie H-Milch schmeckt, und das ist nicht mein Ding. Nun gibt es aber zumindesten bei Netto, Lidl und Aldi augenscheinlich keine Frischmilch mehr, so dass ich mich an die ebenfalls als Frischmilch bezeichnete, aber mit dem Etikett: „Besonders lange haltbar“ beworbene ESL-Milch herantasten musste. Entgegen des Aufdrucks „unverfälschter Geschmack“ u. ä. schmeckt die Milch trotzdem nach H-Milch und ist demzufolge Bäh und nur noch für Milchmixgetränke verwendbar.

Gibt es noch Läden in Neubrandenburg, die normale frische Milch verkaufen? Plus? Norma? Da war ich nun noch nicht.

Madagascar und die Bankenkrise

Die wirtschaftliche Belebung läuft, das Geld, das unsere Regierung in die Banken pumpt, kommt auch beim kleinen Bürger an. Woher ich das weiß? Ganz einfach: Ich war im Kino.

Als Trick- und Animationsfilmfreund war ich in „Madagascar 2“. Man sagt zwar immer, zweite Teile von großen Erfolgen sind meist nicht so ein großer Erfolg, aber „Madagascar 2“ ist schönstes Popcorn-Kino, wobei man manchmal die Tüte gut festhalten muss, da man sich vor Lachen schüttelt. Im Film wurde ich zwar immer wieder an „König der Löwen“ erinnert – sicherlich ist ein bißchen Idee dort entlehnt worden – die Pinguine sind cool wie immer und auch die Affen (die Synchronstimme 100% passend) erheitern aufs köstlichste. 90 Minuten, die mir gar nicht so lang vorkamen.

Was hat das nun mit der Bankenkrise und dem von der Regierung reingepumpten Geld zu tun? Als ich meine Kinokarte erwarb, wurde mir mit einem funkelnigelnagelneuen und frisch gedruckten 5-Euro-Schein herausgegeben. Wenn das kein Zeichen ist, dass frisches Geld in die Wirtschaft gepumpt wurde.

Fahrlehrerwünsche und wie sie in Erfüllung gehen

Zwei Schneeflocken auf dem Weg zur Erde.
1.: „Wo fliegst Du denn hin?“
2.: „Bayerische Alpen, Wintersport. Und Du?“
1.: „Neubrandenburg, Verkehrschaos.“

Entgegen des oben stehenden Witzes ereilten uns zwar heute mit vereisten Fahrbahnen schwierige Verkehrsbedingungen, aber das Chaos blieb, Sonnabendabend sei dank, aus. Ich habe aber, und das sei positiv vermerkt, auf meinem Weg durch die Straßen unserer Stadt noch nie so viele Autos so defensiv fahren sehen wie heute. Dabei hat mein Fahrlehrer seinerzeit schon immer sehr von der defensiven Fahrweise geschwärmt. Und heute, 22.11.2008, abends, sind seine Wünsche in Erfüllung gegangen.

Großes Chaos blieb aus

Da muss ich wohl ein wenig Abbitte leisten. Von außen gesehen war das Chaos in der Neubrandenburger Innenstadt am Sonntag doch eher begrenzt. Allerdings weiß ich durch meine Stadtflucht am Sonnabend nicht, wie es dort aussah, ein Blick durch die Bahnhofsnahe Einfahrt, der mir bei meiner Ausfahrt gewährt wurde, ließ zumindest dichten Autoverkehr vermuten. Falls sich einer ins Getümmel gestürzt hat, bitte ich um eine kurze Info. 

Trotz alledem beobachtete ich am Sonntagnachmittag doch auch wieder den schon mal erlebten, diesmal aber etwas kleineren, Autostau beim Verlassen der Fußgängerzone. Nur war diesmal von Polizei oder Ordnungsamt weit und breit nichts zu sehen. Nur der Wachschutz (des Centers?) beobachtet die Situation, wobei die dabei zu erfüllende Aufgabe Spekulation bleibt: Einweisung von auch über den Fußweg fahrenden Autofahrern? Benachrichtigung der Fahrzeugführer, falls Polizei oder Ordnungsamt doch kommen? Bewachung der von Kunden des Centers erworbenen Ware, solange sie kopfüber in ihren teuren deutschen Kleinwagen nach Platz für die zu großen Produkte der internationalen Konsumgüterproduktion suchen? Wir werden es nie erfahren.

Nächsten Sonntag geht es in die nächste Runde. Mal sehen, wie es dann aussieht, da der Auszahlungstag für Lohn, Gehalt und andere Bezüge dann schon verstrichen ist.

Hilfe! Geburtstag!

Jubiläen sind doch immer wieder was schönes, aber meisten hat es doch etwas zwanghaftes, wenn sie auch noch gefeiert werden. Aber wenn es dann doch sein muss, dann sollte man den Feierlichkeiten doch den passenden Rahmen geben. Als privater Jubilar zieht man ja gern aus den heimischen vier Wänden in eine gastliche Stätte, um den Stress nicht zu Hause zu haben. Dabei stellt sich dann die Frage, wie das bei einer Firma oder gar einem Einkaufscenter ist. 

Apropos Einkaufscenter. Da feiert eins gerade Jubiläum: 10 Jahre verschandeltschönt es schon die Innenstadt. Nur zum Einkaufen, also seinem eigentlich Zweck, ist es im Moment wohl weniger geeignet. Eine sperrige Bühne, die die Ladenstraße verstopft, so dass Kunden nicht mehr vorbei kommen und anliegende Geschäfte für Platz sorgen müssen, genauso sperrige Torten- und andere Geburtstagsdekorationen und Menschenmassen, die sich dazwischen durch zwängen müssen. 

Mir graut schon vor Sonnabend. Für alle, die gemütlich einkaufen wollen, gibt es wohl nur einen Rat: Meiden Sie die Neubrandenburger Innenstadt weiträumig, es wird chaotisch. Eine irrige Hoffnung wird sein, dass die neue Tiefgarage ein bißchen vom Chaos auffängt. Ich werde die Stadtgrenzen jedenfalls verlassen. 

Nur eine Bitte an Ordnungsamt und Polizei: Bitte setzen Sie die geltende Parkordnung durch.

Leistungsnehmer in der Überzahl?

In Neubrandenburg scheint es mit der Wirtschaft bergab zu gehen. Die von der Agentur für Arbeit herausgegebenen Arbeitslosenzahlen können auch nicht stimmen, oder die Zahl der Beschäftigten stammt im wesentlichen aus dem Niedriglohnsegment. 

Von meinem Vermieter wurde ich mittels Nebenkostenabrechnung vor ein grundsätzliches Problem gestellt. Zur allgemeinen Überraschung habe ich die Abrechnung selber verstanden, allerdings nicht eine beigefügte „Bescheinigung zur Betriebskostenabrechnung 2007 zur Vorlage beim Leistungsträger …“ Muss ich mich jetzt deswegen bei ARGE, Sozialamt oder Wohngeldstelle anmelden? Wenn ja, bei wem?

Oder ist die Zahl der Leistungsempfänger in der Region wirklich so hoch, dass es sich lohnt, diesen Bescheid einfach jedem Mieter zu schicken, ob er ihn braucht oder nicht?

Oktoberfest: 2:1 für Neubrandenburg

Was will uns der Autor dieser Zeilen mit der Überschrift sagen? Normalerweise schreibe ich bei meinen Blogeinträgen die Überschrift immer als letztes, dieses mal nicht. Wer mal zufällig genau zu dem Zeitpunkt auf meine Blogseiten gelangt ist, als ich einen Artikel publizierte, wird das vielleicht schon bemerkt haben. Manchmal geht so ein Beitrag ins Netz, ohne, dass ich die Überschrift eingegeben hatte …

Doch zurück zum Titelthema. Ich war heute auf dem Neubrandenburger Oktoberfest. So rund um 20 Uhr. Die Musik schallte mir schon vom Parkplatz aus entgegen, ich war glücklich, einen Stellplatz zu finden. Manchmal fällt es mir doch schwer, mich zwischen mehreren freien Plätzen zu entscheiden. 😉 Fressbuden, Saufbuden, Karussels, Fressbuden, Losbuden, Saufbuden, Fressbuden, … Aber immerhin standen sie diesmal in einer anderen Reihenfolge als noch letztes Jahr oder zum Pfingstfest.

Mittwochabend, 20 Uhr, auf dem Neubrandenburger Oktoberfest: Aber wir haben gewonnen! 2:1. Nur wodrin, wird sich der geneigte Leser fragen. Immerhin scheint es wichtig gewesen zu sein, die Übertragungswagen des NDR verließen gerade das Gelände. Fußball? Wettsaufen? Aber gegen wen? Das Ergebnis 2:1 bedingt einen Gegner? Oder doch nicht?

Lange Rede, kurzer Sinn: Zwischen den Besuchern und den Budenbesitzern gab es ein Verhältnis von 2:1. Also fast Individualbetreuung.