Medien am Sonntag

Nachdem die meisten Tageszeitungen ihre Leser mit einer extradicken Samstagsausgabe ins Wochenende schicken, leisten sich einige große Blätter auch eine Sonntagsausgabe. Wer kennt sie nicht: WamS, BamS, FAS usw. Ich vermute mal, dass es am Deutschen Arbeits- oder Presserecht liegt, dass diese Zeitungen zwar den Namen ihrer werktäglichen Schwestern tragen, meist aber recht eigenständig produziert werden. Daneben gibt es dann auch noch die Zeitungen, die nur sonntags erscheinen, in der Region heißen die meist irgendetwas mit Blitz am Ende.

Aber einige dieser Sonntagsmedien, vor allem, wenn sie ungefragt oder ungebeten ins Haus kommen, sind doch manchmal lästig oder stören sogar richtig. So ist es mir heute früh passiert. Und dabei war es dann noch nicht mal das Original, sondern nur eine Billigausgabe der KamS. Kennen Sie nicht? Doch, doch. Nur vielleicht unter anderem Namen. Sie kommt auch mal unter der Woche ins Haus, meist aber im Wochenende, vor allem, wenn es um private Empfänger geht. Meist nervt sie auch eher, wenn sie beim Nachbarn ist, wenn sie selber hat, dann stört sie einen auch weniger.

Das Druckerzeugnis, was ich meine, wird auch eher von Eigenheim- oder Autobesitzern gehalten, Mieter haben sie seltener. Und wenn man sie Spalte für Spalte nutzt, hat man davon durchaus auch einen gewissen Mehrwert, zu ungünstigen Zeitpunkten stören sich aber die Nachbarn dran. Wie eben im meinem Fall, sonntags vormittags, vor allem, wenn man ihn – also den Sonntag – ruhig angehen lassen will. Aber das hat er nun mal so an sich, der Kärcher am Sonntag, der nicht mal einer war, sondern nur ein Nachbau.

(Freiluftgebloggt: 13°11’01″E, 53°25’20″N, Aussichtspunkt Wanzkaer See an der L 34, O2-Netz stabil, EDGE, e-plus stabil, GPRS, Ausblick: http://twitpic.com/20fpjb)

Lernen vom großen Bruder

In der Neuen Zürcher Zeitung Online gab es am 23. Juni einen schönen Artikel: „Kalifornische Kleinstadt stellt ihren Betrieb ein -Zu hohes Defizit“. Dabei handelt es sich um die Gemeinde Maywood in der Nähe von Los Angeles. Die Stadt entlässt alle angestellten und bittet benachbarte Gemeinden, Sicherheits- und Verwaltungsdienstleistungen für ihre Bürger zu übernehmen.

Die Gemeinde hat 30’000 Einwohner und ein Defizit von 450’000 Dollar.  Das sind umgerechnet 366’000 Euro. Oder hoch gerechnet auf eine Gemeindegröße wie Neubrandenburg knapp 770’000 Euro bei gleicher Pro-Kopf-Verschuldung.

Die USA sind doch schon immer ein großes Vorbild für Deutschland gewesen …

Mit wievielen Euro war doch gleich Neubrandenburg verschuldet?

Bob’s typischer Montag

Liebe Fahrzeugführer aus dem Müritzkreis,

ist es nicht schön, dass man immer wieder daran erinnert wird, wie liebe und nette Nachbarn man hat. Dabei ist es, wie bei jedem gängigen Klischee, noch nicht mal wirklich jeder der angesprochenen, meist ist eine Minderheit, im konkreten Fall nur einer. Es ist ja auch schön, dass ihr in einer so wundervollen Gegend wohnt („wo andere Urlaub machen“), und dann in die große Stadt – gemeint ist Neubrandenburg – kommt, um dort zu arbeiten oder zu shoppen.

Aber trotzdem gilt für Euch, wie für jeden anderen auch, das komplette deutsche Regularium inkl. der Straßenverkehrsordnung. Und da steht u. a. drin, dass man zum einen nicht im Parkverbot parkt und zum anderen nicht auch noch dabei einen anderen, der nicht im Parkverbot steht, so zuparkt, dass er mit seinem Auto nicht weg kommt. In der polizeilich festgestellten Lücke von ca. 10 cm kann man mit einem normalen Auto nicht rangieren, dass ein Ausparken klappt.

Aber die Strafe in Form einer Anzeige folgt auf dem Fuße, das habe ich mir als zugeparkter nicht nehmen lassen. Aber manchmal bin ich dann doch zu großherzig: so habe ich auf das Abschleppen lassen verzichtet und bin mit knirschenden Zähnen und dem Bus nach Hause gefahren. Da kam ich dann ca. 2 Stunden später als ursprünglich geplant an. Aber ich hatte ja auch nichts weiter vor …

Zur Krönung des Tages entnahm ich dann auch noch eine Benachrichtigungskarte meinem Briefkasten, die mich aufforderte, Monteuren 2 Stunden vor dem Aufstehen Zugang zu meinem Keller zu gewähren. 7 Uhr wollen die da sein. Ich warne schon mal vor: Wenn die nicht spätestens 7:05 Uhr da sind, gehe ich wieder in mein Bett.

Der Tag ist gelaufen! Montag eben. Wie sang schon Bob Geldorf mit den Boomtown Rats so schön: „I Don’t Like Mondays“. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Herr P. kauft ein

Man geht ja nicht ungestraft einkaufen. Damit meine ich nicht nur das Erschrecken über die Rechnung am Schluss, sondern auch über die Anzahl der Beutel, die man dann in die heimischen vier Wände wuchten und im dann doch wieder viel zu kleinen Kühlschrank unterbringen muss. „Selber Schuld“, mag der eine oder andere jetzt sagen, „mach Dir doch einen Einkaufszettel, dann kaufste nicht zu viel ein!“ „Ha!“, antworte ich da auffahrend, „habe ich doch!“ Aber es nutzte nichts.

In Vorbereitung der nächsten Folge „EiTV“ habe ich mir, wenn auch unter Ausnutzung modernster Kommunikationsmittel und unter Schonung von Papierressourcen, eine solche Merkhilfe geschrieben. Es ist schon unpraktisch, mitten in den Dreharbeiten festzustellen, dass was fehlt. Hinzu kamen noch ein paar Sachen für den privaten Gebrauch und los ging es.

Erst schnell was zu trinken (der diesbezügliche Artikel, weil eine Infosammlung, kommt am 31.03., 22:00 Uhr in den Blog), und dann zu einem Discounter sowie einem Riesensupermarkt (dabei blieb ich aber in meinem erweiterten Wohnumfeld und vermied auch aus prinzipiellen Gründen die südliche Südstadt).

Der Discounterbesuch erwies sich als wenig bemerkenswert, entsprach das Ergebnis im wesentlichen meinen Erwartungen. Erstaunt war ich nur, dass ich kein Schmalz (für EiTV, selber esse ich kaum welches) fand. Der Riesensupermarkt ist gefährlicher, was die Extraeinkäufe betrifft, lockt er doch mit einer Vielfalt von Produkten, die man gern mal ausprobieren möchte.

Da ich aber die Liste der privaten Einkäufe im schon fast erledigt hatte, konnte ich mich auf die EiTV-Zutaten konzentrieren. Wenn man dann aber das eine oder andere nicht findet – es war wieder das Schmalz – sieht man viele schöne, leckere Sachen, die irgendwie immer in den Warenkorb springen, obwohl man das gar nicht will. Zur Erleichterung des Lesers und meines Portmonees sei erwähnt, dass ich dann doch irgendwann das Schmalz fand und die Suche abbrechen konnte.

Die Hauptzutat für die nächste EiTV-Sendung habe ich allerdings auch nicht gefunden (ohne Happy End). Nun heißt es bis Donnerstag noch andere Quellen abklappern, ob sich nicht doch das Gesuchte findet. Was ich sonst noch so schönes fand, könnt ihr hier nach und nach in den nächsten Stunden lesen.

Der aktuelle Verkehrsbericht

Frühling ist doch was schönes. Man kommt mal wieder etwas raus und das Fahren auf den Landstraßen macht auch wieder mehr Spaß. Die Sonne scheint und mein gleitet durch die Landschaft. Die sieht zwar noch etwas trostlos aus, aber das wird schon noch in den nächsten Tagen und Wochen.

Von einem kleines Ausritt heimkehrend näherte ich mich Neubrandenburg auf der L35 (Landstraße formely known as B96) aus Richtung Altentreptow. Der doch sehr offene Blick über das Tollensetal ab Bahnhof Neddemin faszinierte und irritierte mich gleichermaßen, hatte ich das Bild doch so nicht in Erinnerung. Aber da fiel mir ein Blogbeitrag ein und alles wurde klarer. Die Alleebäume waren krankheitsbedingt einer Totalamputation zum Opfer gefallen und gaben so den entfernten Blick auf die Stadt, die Marienkirche und die (noch nicht) grüne Umgebung frei. Daran kann man sich gewöhnen.

Bevor ich zu der kleinen Spritztour aufbrach, erwarb ich bei einem hiesigen Bäcker noch etwas Backwerk und erblickte bei der Rückkehr zu meinem Pkw im auf dem Parkplatz gegenüber stehenden, etwas älteren und dunkelrot lackierten eine redundante Wegfahrsperre. Wobei, wie bei vielem, war die Redundanz nicht 100%ig, da beide „Systeme“ unterschiedlich groß und wahrscheinlich von einander abhängig waren: Vom Rücksitz aus schauten mich ein Schäferhundmischling und ein weiterer Hund für mich unbestimmbarer Rasse an. Das Auto klaut so leicht keiner.

Bekanntmachung: B/P-Stammtisch

Aus aktuellem Anlass sei mal wieder an den freitäglichen B/P-Stammtisch erinnert. Immer ab 19 Uhr treffen sich Blog-/Internet-/Politik-/Technik-/Kommunikationsinteressierte normalerweise im Torcafé in Neubrandenburg, Friedländer Tor.

Auf Grund einer geschlossenen Veranstaltung ziehen wir diesen Freitag, den 19.03.2010, einmal schräg über den Friedrich-Engels-Ring und treffen uns ausnahmsweise im „kontraste“ im Güterbahnhof. Da es gleich nebenan einen Pizzaservice gibt, ist die Verpflegung auch gesichert. 😉 W-LAN ist wohl auch vorhanden. Wer also seinen Rechner mitbringt, kann mit den anderen auch chatten und muss nicht reden. Sprechen geht aber auch. 😉

Viel los in Neubrandenburg – keiner weiß es – Eine Stadt auf Rekordjagd?

Neubrandenburg ist schön.  Als Oberzentrum spielt es eine herausragende Rolle für die Region. Gelegen an den wichtigen Handelswegen von Skandinavien nach Südeuropa und vom Ostblock nach Westeuropa (aus einem alten Imagevideo der Stadt) besticht die Stadt durch ein reiches Nacht- und Kulturleben. An den Stätten entsprechender Veranstaltungen geht es immer hoch her

  • Konzertkirche (in der gerüchteweise sicher saalfüllende Künstler wieder ausgeladen wurden, weil sie nicht ins Konzept passten)*
  • HKB-Saal (der vor Jahren schon fröhlich seine letzte Veranstaltung feierte, aber nach wie vor genutzt wird)
  • Jahnsportforum (das durch weltweit agierende Künstler auch nur halb gefüllt wird)**
  • Stadthalle (in der man spätestens in der 3. Reihe nicht mehr sieht, was auf der „Bühne“ passiert, von der Akustik ganz zu schweigen)
  • Schauspielhaus (das z.T. bekannter durch sein Café ist und wo sich die Hauptspielstätte des Betreibers nicht mal in Neubrandenburg lokalisiert)

Damit jeder Interessierte auch genau weiß, was hier und in der Region so alles los ist in diesem Jahr, ist in der Neubrandenburg-Information ein hervorragend gestaltetes Magazin erhältlich. Der „kultur kalender“ „Unterwegs in Mecklenburg-Vorpommern“ präsentiert ein Füllhorn an Informationen. Regional unterteilt in die Mecklenburgische Ostseeküste, Fischland/Darß/Zingst, Rüben, Vorpommern, Usedom, Mecklenburgische Schweiz, Mecklenburgische Seenplatte, Westmecklenburg/Schwerin und Westmecklenburg werden Informationen und Werbung auf 101 Seite präsentiert.

Und gleich auf  Seite 70, dem Beginn der „Mecklenburgischen Seenplatte“ eine Anzeige zum „Kunstpreis der Mecklenburgischen Versicherungsgruppe für bildende Kunst in Mecklenburg-Vorpommern“ – im Sommer ein Ereignis in der Kunstsammlung Neubrandenburg. Ich blättere weiter: Waren, Malchow, Burg Stargard, Woldegk, Ankershagen (daneben eine Anzeige des Veranstaltungszentrums Neubrandenburg für die „Vier Häuser unter einem Dach“), Neustrelitz, Krakow am See, Plau am See, Güstrow, Lohmen. Punkt. In Neubrandenburg findet nichts statt. Man findet alles, vom Tag der Stadtwerke Waren im dortigen Hafen über die romantische Burgenweihnacht in Burg Stargard und den Tag der offenen Mühle Kuchelmiß bis zum „Güstrow kocht auf“ auf dem Marktplatz der Barlachstadt. Neubrandenburg Fehlanzeige. Doch halt! Nicht ganz! Im Programm der „Festspiele Mecklenburg-Vorpommern“ konnte eine Veröffentlichung von Terminen nicht mehr verhindert werden. Aber die werden ja auch von Schwerin aus organisiert.

Wie kann sowas passieren? Haben wir zu viele Besucher in Neubrandenburg? Werden die Veranstaltungsorte dem Ansturm nicht mehr Herr? Oder ist es die begleitende Infrastruktur, die bei Veranstaltungen mit mehr als 20 Gästen regelmäßig zusammenbricht?*** Oder hat da irgendwer an einer Stelle im November schon Winterschlaf gemacht?

Gibt es im Guinness Buch der Rekorde eigentlich eine Rubrik „Ort mit den in einem Jahr am wenigsten besuchten Veranstaltungen“?

P.S.: Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass das Jugendmedienfest im Juni auch vertreten ist.

Update (21.02.2010): Wie ich der Samstagspresse entnahm sucht das VZN einen neuen Chef … So schlimm war der Patzer nun auch wieder nicht. 😉

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* Bernd Stelter
** Tokio Hotel
*** ok, ist ein Grund

Wo 9 die Mehrheit von 562’000 ist

Zwei Gedanken ganz unterschiedlichen Ansatzes sollen am Beginn stehen. Sie können eigentlich fast unterschiedlicher nicht sein, da sie aber die gleichen Auslöser haben, passen sie auch zusammen. Der eine ist der immer wieder gen zitierte Spruch: „Ist es nicht erstaunlich, dass immer genau soviel passiert, dass die Seiten in der Zeitung voll werden.“ Der andere kommt aus dem Grundgesetz: Demokratie heißt laut Artikel 5 GG u.a. auch: „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern …“. Jeder kann also seine Meinung frei von sich geben. Kann. Muss aber nicht. Das ist ein wichtiger Punkt in der Demokratie.

Was Doppel-D mit Neubrandenburg und Schnee zu tun hat

Eigentlich haben wir es in Neubrandenburg doch richtig gut. In einigen Statistiken stehen wir, durchaus auch im positiven Sinn, ganz weit oben, sind also Spitze. Wenn ich unseren Oberbürgermeister in seinem Neujahrsinterview richtig verstanden habe, gibt es wirtschaftlich einige Aspekte, die uns auf Top 1 im Land und weit nach oben auch im Bund bringen. Aber nicht nur das.

Da entnahm ich doch gestern dem Fernsehen, dass sich in Dresden die Einwohner aufregen, dass die Stadt wenig zum Winterdienst auf den Straßen beiträgt. Gerade die Hauptstraßen werden geräumt, ansonsten ist die Schlittergefahr recht groß, Anwohner, Vermieter u.a. sind gefragt.

In Neubrandenburg sieht das doch ganz anders aus. Hier werden sogar befestigte Sandwege von Schnee und Eis befreit und gestreut. Wobei ich mir mit dem Streuen nicht ganz sicher bin; es könnte auch nur der durch das Schneefegen mit der rotierenden Bürste abgeriebene Sand des Weges selber sein, der jetzt auf den teils zurückgelassenen Schnee- und Eisflecken liegt.

Ölboom in Neubrandenburg

Immer mal was neues, das mögen sich auch die Betreiber eines neuen „Ladens“ in Neubrandenburg gesagt haben, als sie den Entschluss fassten, hier eine Filiale aufzubauen. Diesen Markenladen haben wir auch noch nicht in der Stadt, der nächstgelegene ist wohl in Waren. So wird die Shoppingvielfalt in der Vier-Tore-Stadt um eine Marke reicher.

Reich können sicher auch die Betreiber werden, ist doch die Spanne zwischen den Herstellungskosten und dem Vertriebspreis recht hoch. Die Chancen sind also hoch, wenn die Marke gut ankommt, im Umkreis von 40 km gibt es wohl keinen anderen vergleichbaren Laden. Zumindest nicht unter dem Namen …

Es gibt nämlich schon ein paar andere Läden, die ähnliches zu ähnlichem Preis verkaufen, wenn auch unter anderem Namen. Das Markenbewusstsein und die Markenpflege werden also besonders wichtig sein, allerdings sind diese in der Branche, in der sich der „Laden“ bewegt, nicht sonderlich ausgeprägt.

So bekommen wir  den 14. „Laden“ dieser Art; außer, wenn ich eine Tankstelle vergessen habe mitzuzählen. Ihlenfelder Straße, Höhe ehemaliges Reifenwerk.