Periscope zeigt nicht die Wahrheit

Der neue heiße Scheiß aus dem Hause Twitter scheint zur Zeit ein Dienst namens „Periscope“ zu sein. Twitterer mit Kamera am Smartphone können bei Live-Videostream das abbilden, was sich ihnen bietet. Wobei, die neu ist das auch nicht mehr, angeblich gibt es das ja schon seit März.

In einem Stern-Online-Interview mit dem Periscope-Chef fallen ein paar Sätze, die man eigentlich nicht unkommentiert stehen lassen kann.

„Persicope ist ein Werkzeug für die Wahrheit.“

Aber wir versuchen, jedem Nutzer eine Supermacht zu geben, nämlich die Supermacht, sehen zu können, was in diesem Moment in der Welt geschieht – durch den Blick von anderen Menschen.

Periscope-Chef Kayvon Beykpour bei Stern-Online

Eben. „Durch den Blick von anderen Menschen.“ Manchmal muss man eben genau lesen. Was heißt das nämlich? Ganz einfach: Auch bei Periscope sieht man nicht die Wahrheit, sondern den subjektiven Blick eines anderen Menschen, den man sogar noch beeinflussen kann.

Man kann auch mit Periscope nie die Wahrheit sehen, man sieht immer nur einen Ausschnitt! Als Werkzeug der Wahrheit wird der Dienst damit von seinen Machern maßlos überschätzt. Aber das liegt wohl in der Natur der Sache.

Was braucht man, um im Internet eindeutig identifiziert zu werden?

Kekse?

Das war jetzt ein Angebot. Und ein Versuch einer Antwort. Natürlich meine ich Cookies, aber braucht man die wirklich noch? Die Handhabung ist einfach, aber genauso einfach sind sie durch den User löschbar. Bei Flash-Cookies ist das schon schwerer, aber mittlerweile kann man die auch löschen. Aber wie identifizieren die großen Datensammler einen doch halbwegs sicher und eindeutig? IP-Adresse? Nee, die wechselt doch meist alle 24 Stunden. Wie dann?

Jeder Rechner hat einen Fingerabdruck, den er im Internet hinterlässt. Und der ist doch individueller, als man manchmal denkt. Aber reichen die verfügbaren Kennzahlen überhaupt aus, um weltweit alle Rechner unterscheiden zu können. Zumindest theoretisch?

Der Versuch einer Abschätzung.

Piwik ist ein freies Statistik-Tool, mit dem man Zugriffszahlen auf Webseiten messen kann. Es zeigt aber auch noch ein paar andere Statistiken an. Schaun wir doch mal, was so ein Rechner einfach so ins Internet posaunt:

  • IP-Adresse
  • verwendeter Browser
  • verwendete Plugins
  • Betriebssystem
  • Auflösung des Monitors
  • Browsersprache
  • Gerätemarke

Die IP-Adresse selbst bringt erstmal nicht viel. Aber darüber kann man mittlerweile regionalisiert werden. Stellt sich die Frage, wieviele „Regionen“ es weltweit gibt? These: 5000
Browser werden mir 21 angezeigt, Geräte 30, Betriebssysteme 40, Geräte-Modelle 193, Plugins 10, Auflösungsvarianten 227, 343 Konfigurationsvarianten (BS/Browser/Auflösung). Bei den 10 Plugins gibt es für jedes die Variante, ob es da ist oder nicht; also gibt es hier allein 1024 Möglichkeiten.

Rechnen wir alles zusammen: 5000 Regionen mal 193 Modellen mal 1024 Plugin-Varianten mal 227 Auflösungen mal 40 Betriebssysteme ergibt theoretisch 8972492800000. Jetzt gibt es nicht jedes Modell in jeder Auflösung und nicht in jeder Region, aber diese Zahl ist das mehr als tausendfache der Weltbevölkerung. Es reicht also, um allein durch sein Surfgerät identifiziert zu werden. Und wenn man sich dann einmal mit diesem Gerät bei einem der Datensammler einloggt, gibt es die Verbindung zwischen dem persönlichen und dem hardwareprofil und man ist auch mit Namen, Adresse u.a. identifiziert.

Aus Fehlern lernen

Es müssen ja nicht unbedingt die eigenen sein. Aus fremden Fehlern lernt man doch viel einfacher. Man muss sie nur eben sehen.

Manchmal empfinde ich mich doch als recht unmainstreamig: kein WhatsApp, Smartphone meist in der Jackentasche, die Jacke aber sonstwo, und das Tablet schalte ich aus, wenn ich es nicht mehr nutze. Und damit meine ich richtig ausschalten, nicht nur den Ruhezustand. Das Smartphone habe ich auch mittels der Energiesparoptionen soweit gebracht, mehrere Tage ohne Akkuladen durchzuhalten, allerdings erreichen mich Nachrichten jetzt nur noch, wenn ich aktiv nach ihnen sehe. Da ich aber mein Smartphone meist in der Jackentasche habe …

Interessant ist, was bei so einem Tablet-Neustart alles passiert. Einige Zeit hatte ich eine elektronische TV-Zeitschrift darauf installiert, die gleich nach dem Start erstmal ihre Programminfos aktualisierte, was das Tablet quasi lahm legte. Die anderen, auch beim Start mit hochfahrenden Apps hatten so ihre Probleme und meckerten rum. So bekam man einen schönen Überblick, was da so alles mit hochfuhr, wo man sich fragte, warum startet das jetzt mit und nicht erst, wenn ich es direkt aufrufe? Sobald aber die TV-Programm-Daten geladen waren, lief dann alles so, wie es sollte.

Da ich – historisch verwachsen – zwei E-Mail-Adressen beim Anbieter gmx.de habe, habe ich auf meinem Smartphone auch die passende GMX-App installiert. Soweit, so gut. Dass der Anbieter mit dem anderen Anbieter web.de unter dem gleichen firmentechnischen Dach haust, ist vermutlich nicht nur Insidern bekannt. Irgendwie erinnert mich das an die beiden Elektronikmärkte MediaMarkt und Saturn, die ja auch aus dem gleichen Hause stammen.

Aber das gmx.de auch wesentliche technische Abwicklungen bei web.de machen lässt, war mir dann doch neu. Irgendwie hatte mein Smartphone beim E-Mail-Abruf mal kein Netz, so dass eine Fehlermeldung direkt in der GMX-App erschien:

GMX-E-Mails vom web.de-Server?

Die Webseiten-Adresse spricht doch irgendwie Bände. Man lernt eben doch nicht aus. 😉

„Sie haben Post!“

Ob man sich dagegen impfen lassen kann? Blödes Wortspiel. Aber manchmal kommt man eben auch auf sowas. Und bei der Steilvorlage sei es auch erlaubt.

Aber zurück zur Post: Nachsendeaufträge haben durchaus einen Sinn, vor allem, wenn man umzieht und noch Post an die alte Adresse geht. So weit, so klar. So bekam ich dieser Tage eben Post mit zusätzlichem Aufkleber. So sieht es also aus, wenn man einen Nachsendeauftrag laufen hat:

Sie haben Post

Soweit der amtliche Vorgang. Man beachte die linkshändig induzierte Neigung der Handschrift. Stellt sich aber nun die Frage, welche Adresse unter dem Aufkleber zu lesen ist, also durch das Fenster des Umschlages. Holen wir also mal das Schreiben heraus.

Der Sinn/Unsinn von Tablets

Unlängst war ich in eine Diskussion um den Sinn von Tablets verstrickt, die ich gern mal weiterreichen möchte. Unwidersprochen waren die vielfältigen Möglichkeiten, Zugriff auf diverse Medien zu erlangen, um sich zu informieren, um diese zu konsumieren u.ä., vor allem im Zusammenhang mit ihrem mobilen Einsatz.

Der Streitpunkt war der, ob man mit Tablets Medien (im weiteren Sinn) auch sinnvoll gestalten kann bzw. allgemeiner formuliert, ob man mit einem Tablet sinnvoll und effektiv produktiv arbeiten kann, oder ob hier nicht Laptops oder richtige Rechner sinnvoller wären.

Produktive Arbeit sei in diesem Falle mal alles, was über einen Dreizeiler als Text oder E-Mail, einfache, das ganze Bild umfassende Bearbeitungen (Gamma-Korrektur), oder das Aneinandereihen von vorhandenen Musikstücken hinaus geht.

Merken, Facebook!

Liebes Facebook,

du merkst Dir doch sonst alles von mir: mit wem ich befreundet bin, welche Musik ich mag, die wichtigen Geburtstage, wo ich lang gehe, mit wem ich wo über was chatte, was ich mag usw. usw.

DU TECHNISCHE KOMMUNIKATIONSKRÜCKE, KANNST DU DIR ENDLICH MAL MERKEN, DASS ICH MEINE STARTSEITE CHRONOLOGISCH SORTIERT HABEN MÖCHTE!!! JEDES MAL MUSS ICH DAS IMMER WIEDER EINSTELLEN!

Bitte! Danke.

P.S.: Was nutzt mir eine nach ominösen Kriterien zusammengestellte „Hauptmeldungen“-Startseite, die mir als erstes nur Sachen anzeigt, die ich schon gelesen habe?

Google Calendar Sync stellt Funktion ein

Na toll. Meinen (langfristigen) Plan, mich von Google zu lösen, kann ich wohl über den Haufen werfen. Das macht Google jetzt auch schon allein. Nach Google Reader u.a. eingestellten Diensten bekam ich heute eine E-Mail, dass das kleine Progrämmchen Google Calendar Sync ab 01. August seinen Dienst quittieren wird.

Dankenswerterweise werde ich in der gleichen E-Mail auch noch darauf hingewiesen, dass ich auf meinen Google-Kalender über die Kalender-Webseite und mein Mobilgerät weiterhin zugreifen kann. Das würde ich mal für eine Selbstverständlichkeit halten, außerdem ist es IRRELEVANT!!!

Die Frage ist nur, wie ich meine dienstlichen, in Outlook organisierten Termine, in meinen umfassenden Google-Kalender bekomme??? Möglichst automatisch und aufwandsfrei (außer ggf. einer Einrichtung). Google will einen wirklich vertreiben …

Wichtige Ankündigung zu Google Calendar Sync

Vor beinahe zwei Jahren haben wir die Beendigung des Supports für Google Calendar Sync bekannt gegeben. Ab 1.­ August 2014 wird diese App nicht länger Ereignisse zwischen Ihrem Google Kalender und dem Microsoft Outlook-Kalender synchronisieren.

Sie können weiterhin über calendar.google.com oder über Ihr Mobilgerät auf Ihre Google Kalender-Termine zugreifen. So deinstallieren Sie Google Calendar Sync von Ihrem Computer.

– Ihr Google Kalender-Team

Warten auf nouveau

Lange Jahre hat er treu gedient, aber es gibt so Zeitpunkte, da gilt es, sich neuem zuzuwenden. Die Zeit ist weiter gelaufen und ihre Zähne haben durchaus die eine oder andere Wunde hinterlassen. Ob der neue die gleiche Brillanz aufweisen wird, bleibt abzuwarten, aber ich bedaure nicht, noch so lange in die Röhre geguckt zu haben. 

Lustig ist das Programmiererleben

Wenn man auf einem Rechner, den man lange nicht angeschaltet hatte, erst die Version von Dropbox und dann den Inhalt derselben auf den aktuellen Stand bringt, kann das schon mal einen Moment dauern … Hier heißt es dann aber nicht: „Abwarten und Tee trinken.“

dropbox2014-04-07 14.48.49

Kein Wunder, dass ein Computerdavorhocker immer Gefahr läuft, aus dem Leim zu gehen … 😉

Fastenzeit

In der heute beginnenden Fastenzeit gilt es, auf irgendetwas aus seinem Leben für die kommenden 7 Wochen zum Zwecke der Läuterung zu verzichten.

Die Initiative „SCHAU HIN!„, ansonsten durchaus sinnvoll, springt auf den Zug auf und schlägt ein „Medienfasten“ vor. Hier gibt es nähere Informationen zur Aktion.

Statt ständig nur ins Smartphone zu starren wird mal ein gewisser Abstand zum Netz empfohlen. „Eine Auszeit verschafft Kindern die Ruhe, Zeit und Aufmerksamkeit, eigene Fähigkeiten auszu­pro­bieren und aktiv ihre Freizeit zu gestalten.“

Gut, dass die Macher der Initiative echte Profis sind. Das Finden von alternativen Beschäftigungen wird dann doch den Eltern überlassen und nichts konkretes vorgeschlagen. Die üblichen Verdächtigen unter den sinnvollen Betätigungen sind da manchmal ein Austreiben des Teufels mit dem Belzebub.

So wird eben nicht empfohlen, statt im Smartphones mal ein gutes Buch zu lesen. Die Pointe wäre doch zu schön gewesen. Manchmal muss man in solchen Zeilen vielleicht auch mal auf’s Fasten verzichten.