Die Salsa lob ich mir

Wo ich doch gerade über Werbung geschrieben habe, zeigt der Teiledealer.com-Weblog ein schön gefundenes Video. Ich möchte es niemandem vorenthalten.

“And Then There Was Salsa” from Frito Lay Dips on Vimeo.

Natürlich weiß ich, dass die Dipsoße nicht so hergestellt wird, aber ich vermute mal, hier sieht es jeder, dass einem nichts vorgespielt, sondern nur was schönes gezeigt wird. Warum gibt es solche Werbung nicht öfter im Fernsehen?

Warum darf Werbung eigentlich so schamlos lügen?

So ein Fernsehabend, entspannt auf dem Sofa mit was leckerem zu knabbern dazu, kann doch ein wunderbarer Genuss sein. Natürlich gilt es, das richtige Fernsehprogramm auszuwählen, was durchaus schwierig sein kann. Aber manchmal kommt alles gute zusammen, so dass einen selbst die Werbung nicht stört und man sie sich auch noch ansieht.

Das kann aber durchaus auch eine Strafe sein, vor allem, wenn einem das manipulative Gelüge auffällt. Ins Auge gesprungen sind mir dabei drei Backwarenwerbungen, ein Schokolade-, ein Pizza- und ein Brothersteller, die alle mit schönen Bildern über die handwerkliche Herstellung ihrer Produkte in Kleinserien werben.

Industrielle hergestellte Waren mit handwerklicher Qualität zu bewerben ist eine Lüge. So ist die Liste von Marken, deren Produkte ich nicht kaufe, wieder um 3 gestiegen. Langsam muss ich die mal aufschreiben, sonst vergesse ich noch was. 😉

Google vs. Malik

Der von mir doch gern gesehene René Malik wird in Kürze im Fernsehen auftreten. Das ist dem Klatsch-Tratsch-Blog eine Meldung wert. Wer hat sie auch noch nicht gesehen und sich köstlich über den Maulwurf, den Frosch und den Eisbären mit Berliner Dialekt amüsiert.

Wenn es aber nach den Anzeigen aus dem Hause Google geht, wird es den Maulwurf bei Malik nicht mehr lange geben:

Wollen wir mal hoffen, dass Mariks Gage so hoch ist, dass er die Maulwurfvertreiber entweder selber aufkauft oder ein Maulwurfvertreiberschutzschild aufbauen kann.

Strom sparen für Fortgeschrittene

Manchmal lohnt es sich, auch bei Papierspam („Postwurfsendung“) mal genauer hinzusehen. Auf dem Energiemarkt gibt es ja immer mal wieder neue, günstige Angebote. Und da die Anbieter ihre Wunschkunden auch wirklich locken, wird ihnen auch gleich noch eine Vergleichsrechnung aufgemacht, damit das Einsparpotenzial gleich deutlich herauskommt.

Der nach eigenen Angaben „Energiediscounter“ eprimo erfreute mich und meinen Briefkasten mit einem Schreiben, worauf sich diese Vergleichsrechnung befand:

Genau hinsehen! Was spare ich also?

Ich verbrauche zwar nicht 3500 kWh, aber das wird sich an der Grundaussage dieses Zettels nicht auswirken: Bei eprimo bezahle ich mehr als bei den neu.sw; warum sollte ich also wechseln?

Milchmädchenrechnung Werbung

Wenn die einmalige Ausstrahlung von Werbung für ein   bei einem der großen privaten Sender halbwegs öffentlichkeitswirksam ca. 80’000 € kostet, dann müsste, wenn man die Kosten für die Ausstrahlung mit einem Cent auf das Produkt umlegt, jeder 10. Bundesbürger einmal das Produkt kaufen. Wird der Spot also zehnmal ausgestrahlt, müsste, damit sich das rechnet, statistisch gesehen jeder Bundesbürger das Produkt einmal kaufen. So viele haben aber die Werbung nicht mal gesehen.

Wie kommen wir aus dieser Zwickmühle? Nehmen wir mal keine abstrakten Zahlen, sondern versuchen wir, es konkreter. Gestern (23.11.2009) schauten ca. 3,5 Mio Menschen „Bauer sucht Frau“. Pro Tausend Zuschauer kann der Ausstrahlende Sender mit etwa 20 bis 25 € rechnen. Das ergibt eine Mindesteinnahme von 70’000,- €. Nehmen wir jetzt einen Werbespot für einen aufgepeppten Joghurt oder eine Scheibenkäsepackung, der während der Sendung zwei- oder dreimal ausgestrahlt wurde, so kommen wir auf reine Ausstrahlungskosten von 140’000,- €. Wieviele Leute gehen dann am nächsten Tag in den Supermarkt und kaufen genau dieses Produkt? Die Hälfte der Zuschauer? Ein Viertel? Ein Zehntel? Oder noch weniger? Nehmen wir 10%, so ergibt sich nach unserer Milchmädchenrechnung 0,40 € pro verkauftem Joghurt.

Nicht berücksichtigt sind bei dieser Abschätzung Produktionskosten der Spots, Steuern und Abgaben, Rabatte, Provisionen usw.  Aber die Größenordnung finde ich schon interessant, vor allem, wenn ich mir überlege, wie viel für manche Produkte geworben wird und warum diese dann so teuer sind. Je mehr also für ein Produkt geworben wird, desto billiger ist im Vergleich zum Ladenpreis der eigentliche Wert desselben.

Für Geld machen manche Leute alles

Gemütlich auf dem Sofa liegen und anderen beim Arbeiten zusehen, das ist genau das richtige für den Sonntagabend. Im konkreten Fall arbeitete u.a. Fernsehkoch Martin Baudrexel in der Vox-Sendung „Die Küchenchefs“ in einer Gaststätte in Duisburg. Nachdem die Promiköche einige Gerichte probierten – natürlich fielen alle durch – kam es zur Definition der Aufgabe. Besonderer Schwerpunkt lag im Entsorgen der Convenience-Produkte und geschmacksverstärkenden und -gleichschaltenden Zutaten. Fertigsoßen, Tütensuppen und dergleichen landeten um Müll (wo sie ja auch hingehören).

Dann kam die Werbung … und Martin Baudrexel machte Werbung für eins der sinnlosesten Convenience-Produkte, die es gibt. So hat sich der Ruf des Kochs und das Anschauen der Sendung für die Zukunft erledigt.

Fernsehen ist lustig

Das deutsche Fernsehprogramm ist immer mal wieder für einen großen Lacher gut. Soeben bin ich mal wieder vor Lachen vom Sofa gefallen. Und das vor 20:15 Uhr. Warum vor 20:15 Uhr? Na, da gibt es noch kein Comedy Central, sondern meist nur Nachrichten, die wenig zum Lachen einladen.

Dort lag auch nirgends der Grund: Beim Durchzappen bin ich beim Einkaufsfernsehen hängen geblieben. Unter der Überschrift „Stilvoll kochen – genussvoll speisen“ (im Orginal übrigens mit 4 Fehlern im Titel: alle Worte mit großem Anfangsbuchstaben (versteckter Anglizismus) und „genußvoll“) wird mir ein Brotbackautomat zum Kauf angeboten. Das Brot selber zu backen, dafür gibt es laut Moderation verschiedenste Gründe. Wichtigstes Kaufargument für den Automaten: Man weiß ja nicht, was beim Bäcker oder im Supermarkt in den Broten so alles drin ist; wenn man selber bäckt, kann man das auch selbst bestimmen.

So weit, so gut. Wenige Sekunden später wird mir dann auch erklärt, wie ich am schnellsten und am einfachsten zu einem frischen Brot aus dem Automaten komme: Ich nehme Wasser und eine Fertigbackmischung … 😀 Dazu fällt mir dann nichts mehr ein.

Die kommunizierenden Röhren des Dieter B.

Erfolgreiche Menschen machen Werbung und nennen sich dann Testemonial. Der Beispiele gibt es viele: Rudi Carell für Brombeerschnaps, Verona Feldbusch für Sahnespinat, Johannes B. Kerner für Geflügelaufschnitt, Harald Schmidt für AOL usw. usf.

Dieter Bohlen, irgendwo ganz oben, wo auch immer, wirbt gleich für mehrere Produkte. Mit traumwandlerischer Sicherheit hat er auch gleich zwei ausgewählt, die wunderbar miteinander harmonieren. Zum einen grillt er Geflügelbratwurst, und wenn man seinen Cholesterinspiegel damit schön nach oben geprügelt hat, gibt es zum Ausgleich eine Margarine, die mit der Funktion wirbt, selbiges wieder rückgängig zu machen.

„Es hängt alles zusammen“, sagte der Hahn, als er den Wurm aus der Erde zog.

Aufklärung oder Werbung

Vielleicht habt ihr den Gemeinschaftswerbespot vierer Margarine-Sorten auch schon im Fernsehen gesehen. In einem Arikel von horizont.net ist er zu sehen und wird zum anderen als „Aufklärungskampagne“ bezeichnet. Schön in dem Zusammenhang ist das Zitat des Aufschmiermittelherstellers. Da kommen Begriffe wie „konkrete Wissensvermittlung“ drin vor! 

Ha! Werbung und konkrete Wissensvermittlung. Das ist doch ein Widerspruch in sich! Seit wann wird in Werbung nicht mehr gelogen? Da habe ich wohl irgendwas verpasst. Margarine ist und bleibt ein Produkt, das zwar mit natürlichen Rohstoffen hantiert, die aber chemisch „veredelt“. 

Sicher hat „pflanzliches“ zur Zeit ein besseres Image als „tierisches“, wenn wir mal einen Vergleich zur Butter wagen, aber mehr als ein Image ist es auch nicht. Und die Verknüpfung zwischen „pflanzlich“ und „gesünder“ ist in vielen Zusammenhängen nicht wirklich statthaft. 

Ansonsten gibt es zwischen Butter und Margarine ein eindeutiges patt: Fett- und Kaloriengehalt sind in vergleichbaren Größenordnungen (Ausnahme sind natürlich Halbfettmargarinen, aber da wage ich auf die Chemiebilanz gar nicht erst zu gucken). Ansonsten besteht Margarine aus billigeren Rohstoffen zweifelhafter Herkunft, so dass hier mal wieder die Gewinnspanne etwas größer ausfallen dürfte als bei Butter. 

Es ist nicht die schlechteste Philosophie, wenn man auf dem Weg zur natürlicheren Ernährung Produkte vermeidet, für die Werbung gemacht wird.

Was ist das denn?

Als medieninteressierter Mensch verfolge ich verschiedene Webseiten mit entsprechend relevanten Themen. Und wenn es die Möglichkeit einer Kommentarfunktion gibt, bin ich auch gern bereit, mich einzubringen, vor allem dann, wenn ich etwas falsches oder ähnliches finde.

Heute ist mir da aber was komisches passiert: Ich blättere gerade die Nachrichten des Webangebotes von SAT+KABEL durch und stoße auf einen Artikel über ein Supermarkt-Sonderangebot für eine digitale Satelliten-Empfangsanlage. Das Thema selber interessiert mich als Kabelzuschauer wenig,  aber in Artikeln über Sonderangebote dieses Supermarktes wird erstaunlich häufig bei SAT+KABEL das Wort „Lebensmitteldiscounter“ benutzt, was meines Erachtens völlig unangebracht ist. real,- (um den Supermarkt handelt es sich) mag vielleicht in seinen Sonderangeboten ein Discounterniveau erreichen, nicht aber im Standardsortiment. 

SAT+KABEL bezeichnet real,- aber regelmäßig als Discounter, und dank Kommentarfunktion habe ich eine entsprechende Nachfrage mal hinter einige Artikel gesetzt. Als ich das heute mit dem aktuellen auch wieder machen wollte, ging das nicht. Egal, auf welchen Weg ich versuchte, einen Kommentar zu diesem Artikel abzugeben, immer, wenn ich auf die Seite kam, wurde ich automatisch ausgeloggt. Viele andere Seiten, aktuelle wie alte, konnte ich aufrufen und wurde nicht ausgeloggt, nur bei der neuen real,-Sonderangebots-Seite. 

Ist das ein technischer Defekt? Oder steckt mehr dahinter? Eine gute Frage.

Update I (01.12.2008): Seit heute steht ein neuer Artikel vergleichbaren Themas drin. Der Effekt ist der gleiche: Ich kann alle Artikel angemeldet aufrufen und bleibe dabei angemeldet, nur der Artikel, in dem es um die Supermarktkette real,- geht, bleibt für mich unkommentierbar.

Update II (02.01.2009): Auch heute gab es einen neuen Artikel, da komme ich auch nicht auf die Kommentarfunktion. Ich fühle mich gemobbt/zensiert.